Der Frauentag entstand ursprünglich als Tag des Kampfes für die Rechte der Frauen. Am 8. März 1908 forderten Arbeiterinnen von Textil- und Schuhfabriken in New York einen 10-Stunden-Arbeitstag sowie gleichen Lohn wie Männer. Die Zeitungen nannten diese Aktion den „Marsch der leeren Töpfe“, und dieser Tag gilt als Beginn der Entstehungsgeschichte des 8. März.
Am 28. Dezember 1909 erschien in der Zeitung New York Call der Artikel „Woman’s Day“ von Theresa Malkiel, Vorsitzende des Nationalen Frauenkomitees der Sozialistischen Partei Amerikas. Darin wurde der letzte Sonntag im Februar zum Frauentag erklärt. Im Laufe der Geschichte gab es viele Frauen, die sich für die Rechte der Frauen einsetzten: Antoinette Konikow, Meta Lilienthal, May Wood Simons, Alexandra Kollontai, Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Kate Duncker und viele andere, an die sich die Geschichte erinnern wird, solange es Frauen auf der Welt gibt.
1910 schlug Clara Zetkin auf der Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen vor, den Internationalen Frauentag am 8. März zu feiern. Sie wollte alle Frauen weltweit aufrufen, sich dem Kampf für Gleichberechtigung anzuschließen. Besonders setzte sie sich für das allgemeine Frauenwahlrecht ein. Obwohl ihr Vorschlag Unterstützung in vielen Ländern fand, wurde der Frauentag zunächst an unterschiedlichen Tagen begangen.
Ein tragisches Ereignis beschleunigte die Bewegung: Der Brand in der „Triangle Shirtwaist Factory“ in New York am 25. März 1911 war eine der größten Industriekatastrophen der Stadt. 146 Fabrikarbeiter starben, darunter 123 Frauen. Die Ausgänge waren blockiert, da die Arbeiterinnen während der Arbeitszeit eingeschlossen worden waren. Bei der Beerdigung kamen 300.000 Menschen zusammen.
Erste Feierlichkeiten und globale Verbreitung
Bei einer Gedenkkundgebung am 2. April 1911 in der Metropolitan Opera hielt die Aktivistin Rose Schneiderman eine Rede. Sie betonte, dass nur eine organisierte Arbeiterbewegung, die strenge Arbeitsbedingungen fordert, solche Tragödien verhindern könne. Dies markierte den Beginn eines weltweiten Kampfes für Frauenrechte. Drei Jahre später wurde der Ruf von Clara Zetkin auch in Russland aufgegriffen.
1913 forderten Frauen in St. Petersburg im Gebäude der Kalaschnikow-Getreidebörse das Stimmrecht, staatliche Mutterschaftsabsicherung und protestierten gegen hohe Lebenshaltungskosten. In diesem Jahr wurde der Frauentag zum ersten Mal in Russland gefeiert, zunächst nur in St. Petersburg. 1914 begingen Frauen in Österreich-Ungarn, Deutschland, den Niederlanden, Russland, den USA, der Schweiz und weiteren Ländern den Internationalen Frauentag am 8. März.
Mit dem Beginn der Sowjetmacht wurde der 8. März ein Staatsfeiertag. In Dokumenten der 1930er Jahre tauchte oft die Abkürzung „МКЖД“ auf, was für „Internationaler Kommunistischer Frauentag“ stand. Während des Zweiten Weltkriegs geriet der Feiertag in den Hintergrund. Später wurden andere traditionelle Feiertage wie Masleniza zunächst abgeschafft und dann wieder eingeführt. Seit 1965 war der 8. März in der Sowjetunion arbeitsfrei und bald entwickelten sich bestimmte festliche Rituale, mit denen dieser Feiertag alljährlich begangen wurde.
Die UNO beging den ersten offiziellen Internationalen Frauentag am 8. März 1975 im Rahmen des Internationalen Jahres der Frau. Der Weg bis dahin war lang und hart. Frauen und ihre Mitstreiter kämpften über Jahrhunderte unermüdlich für Gleichberechtigung. Dass wir heute in jedem Jahr den Frauentag frei und freudig feiern, ist ihr Erbe und ihr Verdienst, auch wenn die Vorkämpferinnen die Ergebnisse ihres Kampfes selbst nicht mehr erleben konnten.
Der Frauentag in Kasachstan
Auf dem Gebiet des heutigen Kasachstan wurde der 8. März 1923 als „Internationaler Tag der Arbeiterinnen“ eingeführt. Historisch war die Situation der Frauen dort oft weniger kritisch, da kasachische Frauen und andere dort lebende Ethnien schon immer arbeiteten. Sie webten, nähten und waren aktiv in der Gemeinschaft, während sie zugleich die Freiheit der Wahl behielten. Heute nimmt Kasachstan weltweit einen vorderen Platz im Bereich Gleichberechtigung ein.
Internationale Perspektiven
In der Türkei wird der Internationale Frauentag seit 1921 gefeiert. An diesem Tag finden landesweit Feierlichkeiten statt, um den Wert der Frauen hervorzuheben. In China haben Frauen am 8. März häufig einen verkürzten Arbeitstag. Traditionelle Geschenke wie der „Kürbis der Treue“ bestehen aus einem Kürbis, der mit einer handgefertigten Figur, süßen Trauben, gebratenen Tomaten, Wassermelonenstücken und würzigem Schweinefleisch gefüllt wird. Handwerklich geschickte Männer erschaffen daraus kleine Meisterwerke.
In Deutschland ist der 8. März seit 2019 ein regionaler Feiertag in Berlin und seit 2023 auch in Mecklenburg-Vorpommern. In Italien lautet der offizielle Name „La Giornata internazionale della donna“, im Alltag sagt man „Festa della Donna“. Traditionell erhalten Frauen gelbe Mimosen, die für weibliche Kraft und Widerstandsfähigkeit stehen, da sie trotz des Wetters im frühen Frühling blühen.
Moderne Feierlichkeiten und Bedeutung
Heute dient der Frauentag weniger der reinen Forderung nach Gleichheit, sondern gilt als Tag des Frühlings, der weiblichen Schönheit, Zärtlichkeit und Weisheit. In vielen Ländern schenken Männer Blumen und Schokolade, in anderen gibt es Demonstrationen. Doch egal, wie man ihn feiert, der gesamte März ist dem weiblichen Geschlecht gewidmet. An diesem Tag übernehmen viele Männer Haushalt und Küche, damit die Frauen sich ausruhen können.
In Kasachstan wird der 8. März wie in vielen anderen Ländern als Tag der Schönheit und Freude begangen. Die Straßen und Häuser sind voller Blumen, Tulpen, Mimosen und Rosen werden zu Symbolen der Frühlingsfreude. Jede Frau wird an diesem Tag besonders geehrt – als Göttin, Mutter, Mädchen oder Freundin, unabhängig von Status oder Alter.
Hier schwingt auch ein poetischer Gedanke mit: die „Blaue Blume“ aus Novalis’ unvollendetem Roman Heinrich von Ofterdingen. Sie symbolisiert Liebe, Glück und Erkenntnis. Der Held findet eine magische Quelle, in der die Blaue Blume erscheint, und erkennt darin das Gesicht eines Mädchens. Dieses Symbol wurde zum Leitfaden für Sehnsucht, inneres Wachstum und persönliche Erfüllung.
Tulpen, Mimosen und Rosen sind Symbole des Frühlingsmonats März. Wie der große Märchenerzähler Hans Christian Andersen sagte, braucht man zum Leben Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume. Möge jede Frau nicht nur am 8. März, sondern immer ihre persönliche „blaue Blume“ des Herzens finden und darin ihr Spiegelbild erkennen.
Dank an Ermek Dzhasybaev, leitenden Experten des Zentralen Staatlichen Archivs für Film, Fotografien und Tonaufnahmen der Republik Kasachstan, für die Unterstützung bei der Fotografie.


























