Eine Nacht in einem Kaufhaus zu verbringen, ist der Traum eines jeden Kindes. Einen Monat in einem Museum zu verbringen, klingt schon nicht mehr ganz so spannend. Falsch. Britische und kasachstanische Studenten werden in diesem Sommer wahrscheinlich sogar noch mehr Zeit in den Museen Kasachstans verbringen und dort im Rahmen des Projekts „Month in Museums“ des British Council wichtige Übersetzungsarbeit leisten.

/Bild: British Council. ‘Stolz auf dieses Projekt: Projektmanagerin Maya Zedelashvili (l.) und Yuliya Pechenkina (r.). ‘/

Egal, ob im Zentralen Staatlichen Museum in Almaty, in den historischen Monumenten in Taraz oder in irgendeinem anderen Museum in Astana, Turkestan oder Schesqasghan – in diesem Sommer wird man wohl in vielen Museen landesweit Studenten antreffen, die die Ausstellungsstücke ganz besonders unter die Lupe nehmen. Im Rahmen des Projekts „Month in Museums“ vom British Council Kasachstan, sind im ganzen Land Studenten aus Großbritannien und Kasachstan damit beschäftigt, Museen auch englischsprachig auf Vordermann zu bringen.

Der British Council Kasachstan hat es sich mit diesem Projekt zum Ziel gemacht, in den kommenden drei Jahren alle Museen Kasachstans englischsprachig auszustatten. Das bedeutet, dass alle Informationsschilder, Hinweise, Broschüren und Internetseiten ins Englische übersetzt werden müssen. Bisher sind diese Informationen nur auf Russisch oder Kasachisch vorhanden. Die Idee diese Projektes stammt von der kasachischen Regierung und ist Teil der staatlichen Initiative zur Realisierung des Trilingualismus in Kasachstan.

Umgesetzt werden kann dieses Projekt nur durch die freiwillige Arbeit britischer und kasachstanischer Studenten. Der British Council hatte dazu in allen Almatiner Hochschulen und Bildungsanstalten einen Aufruf an englischlernende Studenten gestartet, sich an dem Projekt zu beteiligen. Die Resonanz war beeindruckend. Über 400 Bewerbungen gingen beim British Council ein, unter denen die 70 besten Studenten ausgewählt wurden. In Großbritannien wandte sich der British Council ebenfalls an alle Universitäten, die Slawistik anbieten. Die meisten der britischen Studenten arbeiten online an dem Projekt mit und lesen die Vorort übersetzen Materialien Korrektur.

Unterstützung aus Großbritannien

Eine der wenigen britischen Studenten, die nach Kasachstan kommen, um Vorort in den Museen zu arbeiten ist Kimberley Green. Sie nimmt im Rahmen ihres „one-year-abroard“ bei dem Projekt teil und wird insgesamt sieben Wochen in Kasachstan Übersetzungsarbeit leisten, zwei davon in Almaty und die verbleibende Zeit in Taraz. Sie zeigt sich beeindruckt von diesem Land, von dem man so wenig weiß. Um so wichtiger ist ihre Arbeit, allerdings sei die manchmal recht verwirrend. „Teilweise sind die wenigen existierenden Englischübersetzungen nicht richtig. Die Schilder in den Museen stimmen oft nicht mit den Ausstellungsstücken überein. Das erschwert die Arbeit für mich!“

Das Projekt „Month in Museums“ wurde explizit für Kasachstan und seine speziellen Bedürfnisse entwickelt. Es geht darum, die kasachische Kultur, das kulturelle Erbe zu teilen und einen besseren Service für einheimische Museumsbesucher und Touristen zu bieten. Kasachstan ist das größte der zentralasiatischen Staaten und auf dem internationalen Parkett auch das bedeutendste Land dieser Region. „Allerdings muss sich Kasachstan dann auch international bemerkbar und auf die Schönheit und Besonderheit dieses Landes aufmerksam machen“, erklärt Maya Zedelashvili, Projektmanagerin des British Council.

Stolz auf Kasachstan, aber auch auf die eigene Arbeit

Das Projekt hat auch aber darüber hinaus eine ganze Menge positiver Nebeneffekte: kasachstanische Studenten setzten sich mit ihrer eigenen Kultur und Geschichte auseinander und entwickeln Stolz und Liebe zu ihrem Land. „Die meisten der einheimischen Studenten waren noch in keinem der hießigen Museen, jetzt setzen sie sich erstmals damit auseinander. Sie entwickeln Stolz für ihre Arbeit, aber auch für Kasachstan. Die Mitarbeit an dem Projekt ist eine noble Aufgabe, auf die jeder der Beteiligten stolz ist“, sagt Maya Zedelashvili. Auch sie hat dieses stolze Funkeln in den Augen.

Die erste Phase des Projekts soll in diesem Winter zu Ende gehen und dann sollen die ersten englischsprachigen Broschüren gedruckt und die ersten Museen in Almaty entsprechend ausgestattet sein – pünktlich zu den Winterspielen 2010/11, wenn eine Vielzahl internationaler Touristen in Kasachstan erwartet wird.

Von Antje Pfeifer

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