Sport und ein gesunder Lebensstil – das war das Motto der diesjährigen Bergbesteigung zum Kok-Zhaljau am 5. August. Der bekannte Bergsteiger und Alpinist Maksut Zhumaev veranstaltete gemeinsam mit dem Fitness-Club „Fidelity“ und dem Akimat des Stadtbezirks Medeo die „Alpiniade“, ein Sportereignis für Leistungs- und Laiensportler.

Kok-Zhaljau – für viele Einwohner Almatys der beliebteste Ausflugsort in den Bergen des Trans-Ili-Alatau. Die Berge rund um den Kok-Zhaljau beeindrucken mit ihrer majestätischen Erhabenheit, saftig-grünen Wiesen und einer reichen Tier- und Pflanzenwelt.

Kok-Zhaljau bedeutet im Kasachischen so viel wie „grüne Sommerweide“ und ist Teil des Nationalparks Ile-Alatau. Über das Alma-Arasan-Tal ist diese Bergregion relativ schnell von der Millionenmetropole aus zu erreichen.

Dieser herrliche Ort war am 5. August Schauplatz der „Alpiniade“, an der nicht nur trainierte Bergläufer, sondern auch begeisterte Wanderer und Freunde des Kok-Zhaljau teilnahmen.
Insgesamt 45 Leistungssportler liefen die anspruchsvolle Strecke von ca. 7-8 Kilometern auf das Plateau Kok-Zhaljau in der Nähe des Pik Kumbel hinauf. Für die Sieger warteten im Ziel attraktive Preise, wie z.B. ein Fitness-Abonnement vom Fitness-Club „Fidelity“ und ein Aufenthalt im Hotel „Kumbel“ mit Spa-Anwendung.

Maksut Zhumaev, ein bekannter Alpinist aus Almaty, war Hauptorganisator der diesjährigen Alpiniade. Gemeinsam mit seinen Partnern Fitness-Club „Fidelity“ und dem Akimat des Stadtbezirks Medeo bot er den Sportlern und Wanderern ein interessantes Sommer-Sportevent: „Ich sehe unsere Aufgabe vor allem darin, dass wir mit unserem Verhalten und unserem sozialen Engagement zeigen, dass wir für Sport und eine gesunde Lebensweise eintreten“, so Zhumaev. Der Sportlehrer und Trainer ist außerdem Mitglied im Militärischen Sportverein Almaty. Gemeinsam mit den Mitorganisatoren möchte er mit der Veranstaltung einen Impuls zum sportlichen Lebensstil geben und die Menschen zu mehr Bewegung in der Natur aufrufen.

Damit entsprach die Zielsetzung der Alpiniade auch den Vorgaben des Präsidenten Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, zur Forcierung der gesunden Lebensweise der Bevölkerung bis zum Jahr 2030.

Bevor es in die Berge ging, gab Zhumaev eine allgemeine Einweisung zum Verhalten in den Bergen, zur Route und verteilte außerdem Sonnenschutzmützen, denn die Sonne brannte bereits unerbittlich vom Himmel. Für den Notfall hielten sich schon medizinische Einsatzkräfte bereit. Schließlich ist eine Bergbesteigung bei sommerlichen Temperaturen und großer körperlicher Belastung kein Pappenstiel.

Auch Kinder waren bei der Alpiniade dabei. Dies ist ein besonderes Anliegen von Maksut Zhumaev: „Uns ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche bei der Bergwanderung mitmachen. Wir möchten den Menschen die Tradition weitergeben, dass Erholung in den Bergen für Groß und Klein – also für die gesamte Familie möglich ist. Das ist sozusagen mein Lebensmotto, das möchte ich der jungen Generation vermitteln.“

Als alle Sportler und Wanderer für den Weg gerüstet waren, ging es hoch und immer höher. Die Besteigung des Pik Kumbel vom Tal der Klein-Almatinka über das Plateau Kok-Zhaljau gilt mit einem Höhenunterschied von mehr als 1500 Metern als anspruchsvoll. Der erste Anstieg war nicht nur für europäische „Flachländer“ so anstrengend, dass einige Wanderer am ersten Aussichtspunkt zunächst eine wohlverdiente Pause einlegten. Von dort bot sich ein atemberaubender Blick auf die Stadt Almaty. Weitab vom geschäftigen und hektischen Leben der Großstadt konnten große und kleine Bergsteiger die Natur genießen und Alltagssorgen vergessen.

Das Engagement der Sportvereine und Fitness-Clubs ist ein guter Anfang, um auf einen gesunden und sportlichen Lebensstil inmitten der Natur aufmerksam zu machen. Viele Bewohner aus Almaty und Umgebung wünschen sich jedoch, dass ihnen diese ursprüngliche Natur im Naturschutzpark Ile-Alatau noch lange erhalten bleibt.

So nahmen an der Bergbesteigung auch Umweltschützer verschiedener Organisationen teil, die sich für die Bewahrung der Naturschönheit des Kok-Zhaljau-Gebietes einsetzen. Mit speziell angefertigten T-Shirts machten sie auf den geplanten Bau eines Skigebiets im Kok-Zhaljau aufmerksam.

Mit der Bebauung würden allerdings erhebliche Umweltprobleme auftreten, wie die Vernichtung des Baumbestandes und der artenreichen Bergwiesen, die Versiegelung von Flächen, Emissionen und ein erhöhter Wasserverbrauch, so Dagmar Schreiber, Expertin für Ökotourismus.

Unter den Wanderern der Alpiniade gab es ebenfalls differenzierte Meinungen zum Naturschutzgebiet Kok-Zhaljau. Bei den trainierten Bergläufern überwiegten natürlich der sportliche Ehrgeiz und der Gedanke an den 1. Platz bei der Siegerehrung. Andere Naturliebhaber und Wanderfreunde wurden jedoch beim Thema „Kok-Zhaljau“ nachdenklich. Befragt nach ihren Eindrücken von den Bergen der „grünen Sommerweide“, antwortete Lena aus Almaty: „Wie viele Menschen finde ich die Berge sehr beeindruckend und wunderschön. Hier im Kok-Zhaljau kann man noch eine sehr ursprüngliche Natur erleben. Mich fasziniert die Magie, die von der Natur ausgeht. Daher empfinde ich es als schmerzhaft, wenn ich mir vorstelle, dass diese Natur für ein teures Skigebiet verschwinden soll. Die Einheimischen sagen, dass die Skisaison auf der Seite der Berge im Kok Zhaljau ohnehin nur sehr kurz sein wird und wenig Schnee liegen soll.“

Timur aus Almaty: „Ich bin seit meiner Kindheit in unseren einheimischen Bergen unterwegs. Was Kok-Zhaljau betrifft, glaube ich eher nicht, dass hier einmal ein elitäres Skigebiet entstehen wird. Dasselbe Projekt wurde bereits auf dem Schymbulak geplant, vieles wurde aber dann nicht in die Tat umgesetzt. Ich selbst bin im Alpine-Ski-Sport sehr aktiv. Wenn nun Kok-Zhaljau nach dem Vorbild europäischer Skigebiete gebaut werden würde, könnte ich mir vorstellen, dass das ein gutes Projekt wäre. Nach jetzigem Stand wird aber Kok-Zhaljau nicht sehr populär für Skitouristen werden, da in dieser Höhe der Schnee nur kurz liegen bleiben und daher die Ski-Saison sehr kurz sein wird.“

Nach ein paar Stunden anstrengender Bergwanderung kamen auch die letzten Teilnehmer der Alpiniade geschafft, aber glücklich, am Hotel Kumbel an. Der schwere Aufstieg hatte sich gelohnt: Ein jeder wurde mit strahlendem Sonnenschein, fantastischem Ausblick auf das Bergpanorama und guter Stimmung belohnt.

Ob Bergwanderungen, Spaziergänge oder gar zukünftiger Skitourismus – Kok-Zhaljau ist vor allem eines: ein ruhiger, naturbelassener Erholungsort in den Bergen des Trans-Ili-Alatau, den es zu schützen gilt.

Von Malina Weindl