Unabhängig von der Nationalität, Kultur und Sprache gab und gibt es engagierte Frauen in Zentralasien. Wir stellen vier von ihnen vor.

/Bild: ZAM. ‚Junge Journalisten in der Zentralasiatischen Medienwerkstatt.’/

Alija Moldagulowa wuchs im Waisenhaus in Leningrad (Sankt Petersburg) auf. Schon von Kindheit an unterschied sie sich von anderen Kindern durch ihre Beharrlichkeit, Tapferkeit und Ausdauer. Alija war als ernstes, wissbegieriges und nachdenkliches Mädchen bekannt. Als junge Frau entschied sie sich, auf eine Mädchenschule für Scharfschützinnen zu gehen. Ende 1942, als sie 18 Jahre alt war, ging sie freiwillig zur Roten Armee. Man zählte sie zu den besten Scharfschützen in der Schießgruppe, und sie hat ihre Heimat ebenso wie die Männer verteidigt. Einmal rettete sie eine verletzte Kameradin. Über das Leben von Alija gibt es einen Film, außerdem ist ihr ein Ballett gewidmet.

Gulschara Abdykalikowa. Es gibt eine Menge hervorragender und berühmter Persönlichkeiten in Kasachstan, auf die man stolz sein kann. Der Beitrag für die Entwicklung ihres Heimatlandes Kasachstan ist unschätzbar. Gulschara Abdykalikowa gehört zu diesen Persönlichkeiten. Sie wurde am 15.Mai 1965 im Gebiet Kysylorda geboren. In Dschambul hat sie Wirtschaft studiert. Seit 2009 ist sie Ministerin für Soziales und Sicherheit. Vorher hatte sie im Bereich der Gender-Politik gearbeitet. Sie leitete bedeutende Projekte. So war sie an der Rentenreform beteiligt, machte sich für die Ausarbeitung und die Annahme eines Dekrets zur Gleichberechtigung der Geschlechter stark. Ihrer Meinung nach muss jede Frau nach Unabhängigkeit streben und sich ständig weiterentwickeln.

Tomiris. Es gibt wohl keinen einzigen Mensch in Kasachstan, der noch nie von Königin Tomiris gehört hätte. Ihr Name ist sehr berühmt und mit einer grausamen und blutigen Legende verbunden: Als sie den persischen Eroberer Cyrus besiegte, legte sie seinen Kopf in einen Ledersack, der mit Menschenblut gefüllt war. Danach soll sie angeblich gesagt haben: „Ich habe dich gewarnt, dass ich deinen Durst nach Blut stillen werde. So tue ich es.“ Schon als kleines Kind konnte sie reiten und mit dem Schwert umgehen. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm Tomiris die Regierungsgeschäfte.

Alma Urasbajewa stammt aus Urda im Norden Kasachstans. Sie wurde im Jahre 1898 geboren und wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Aufgrund der schwierigigen finanziellen Verhältnisse konnte sie ihr Studium nicht abschließen. Später jedoch hat Alma eine Ausbildung zur Lehrerin gemacht. Außerhalb der Schule interessierte sie sich für Politik und soziale Themen. Alma Urasbajewa war in der Frauenbewegung aktiv und Mitautorin eines Dekrets, das die Abschaffung des Brautgeldes und der Polygamie fordert.

Dieser Text entstand im Rahmen der V. Zentralasiatischen Medienwerkstatt (ZAM), die in einem gemeinsamen Projekt vom Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), dem Goethe-Institut Kasachstan und der Deutschen Allgemeinen Zeitung mit dem deutsch-russischsprachigen Jugendportal To4ka-Treff veranstaltet wurde. Eingeladen wurden zehn junge Deutschlerner aus den fünf zentralasiatischen Ländern und fünf junge Journalisten aus Deutschland.

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