Das Planungs- und Beratungsunternehmen Behr Grundmann & Associates hat vor vier Monaten eine Filiale in Almaty eröffnet. Robert Vogel berichtet über die junge Firma, die ihre Geschäfte in der Baubranche macht.

„Wir haben so viele Termine; unsere Auftragsbücher sind voll“, sagt Firmenchef Lutz Grundmann. Das Dienstleistungsunternehmen mit Hauptsitz in Leipzig ist seit November 2006 in Almaty mit einer Geschäftsstelle vertreten.

Das Unternehmen Behr Grundmann & Associates hat sich auf Baumanagement, Projektentwicklung sowie Planungs- und Beratungsmaßnahmen spezialisiert. „Vom modernen Städtebau, der Verkehrs- und Infrastruktur, Industriebau bis zum Hochbau, alles deckt unsere Firma ab“, sagt der Firmeninhaber. „Von der ersten Idee des Bauvorhabens über die Realisierung bis zur Inbetriebnahme begleiten wir die Kunden.“ Weltweit beschäftigt das Unternehmen über 75 Mitarbeiter in Leipzig, Kiew, Sofia, Warschau, Zagreb und in Almaty.

Die Geschäftsstelle in Almaty hat im dritten Stock des Merey Business Center ihren Sitz. Mit sechs Angestellten ist die Firma unweit vom „Grünen Basar“ zu finden. „Kasachstan hat derzeit einen unglaublichen Boom im Bausektor. Nach der Abwanderung von Ingenieuren, Architekten und Spezialisten Anfang der 90er Jahre sind diese Berufe in Kasachstan neu zu besetzen. Wir haben unsere Marktchancen gesehen und in Almaty eine Filiale eröffnet“, erzählt Grundmann. „Bei der Gründung des Unternehmens gab es keine Probleme von staatlicher Seite; wir sind ein klassisches Dienstleistungsunternehmen und keine produzierende Fabrik.“

Um in Kasachstan bekannt zu werden, haben die sächsischen Unternehmer ihre Chance genutzt und sich auf der Baumesse „KazBuild“ in Almaty präsentiert: „Über 50 Geschäftskontakte konnten wir knüpfen. Nun müssen wir diese pflegen und die Bestehenden ausbauen“, so der Deutsche. Neben der Messebeteiligung sprechen die Mitarbeiter in erster Linie die Kunden direkt über Telefonate an: „Deshalb brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte. Besonders hervorzuheben ist eine kasachische Mitarbeiterin, die vier Sprachen fließend beherrscht“, so der 43-Jährige. „Wir wollen die Besten der Besten ins Boot holen.“

Auch einheimischen Arbeitskräften gibt der Geschäftsführer eine Chance. Im Moment müssen drei kasachische Grafiker in ihrer Probezeit zeigen, was sie können. Trotzdem verzichtet das Unternehmen nicht auf Kooperationsmöglichkeiten. Da die Filiale erst vor einigen Monaten in Almaty eröffnet wurde, arbeitet die Firma mit einem kasachischen Planungsbüro zusammen, um die Gegebenheiten des Landes besser kennen zu lernen.

Volle Auftragsbücher

Die Kunden des Unternehmens sind keine öffentlichen, sondern private Auftraggeber. Dazu gehören kasachische Bau- und Industriefirmen. „Es gibt eine starke Nachfrage der Kunden“, sagt der zweifache Familienvater Grundmann. „Zwar gibt es mehrere einheimische Konkurrenten in Almaty, allerdings fehlen diesen die internationale Erfahrung und das Know-how“, findet der Geschäftsmann. Das Architektur- und Ingenieurbüro hat seit Eröffnung einige Projekte laufen: „Dazu zählen das Planen einer großen Wohnungsanlage in Almaty, ein großes Flächennutzungskonzept in Schymkent sowie eine Tiefgarage und eine Fabrik. Damit sind wir gut ausgelastet“, sagt der Architekt. Weil die Marktchancen in Almaty besonders lukrativ erscheinen, soll nach Angaben des Geschäftsführers das Unternehmen in Almaty auf 20 Mitarbeiter wachsen. Über die Stadt selbst erzählt der Chef: „Ich halte Almaty stadtplanerisch für gelungen, hier gibt es sehr viele Grünflächen.“ Grundmann selbst lebt nicht in Almaty, sondern ist für ein oder zwei Monate im Jahr hier, „wenn große Projekte verhandelt werden müssen“, wie er sagt. Währenddessen übernimmt ein Büroleiter die Geschicke der Firma.

Von Robert Vogel

07/04/2007

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