„Ein Leuchtturm der Deutschvermittlung in Kasachstan“

DSD-Zertifikat
Die Schüler und Gäste freuen sich gemeinsam über die erreichten Erfolge. | Foto: Autorin

Der Weg zum deutschen Sprachdiplom (DSD) ist lang. Mit ihm kann sich auf einen Studienplatz in Deutschland beworben werden. Von der ersten Klasse an lernen die Schüler des Gymnasiums Nr. 18 in Almaty elf Jahre lang Deutsch. Am Dienstag fanden sich 17 Diplomanden am Ende dieses Weges wieder – und nahmen stolz ihre DSD-Zertifikate entgegen.

In der feierlich geschmückten Aula des Gymnasiums Nr. 18 erklingt die kasachische Nationalhymne. Unmittelbar darauf folgt ihr deutsches Pendant. Schüler, Eltern, Lehrende und hochrangige Gäste sind gekommen, um der Zertifikatsvergabe der diesjährigen DSD-Absolventen beizuwohnen. Die Szenerie der Verleihung bilden die jeweiligen Nationalflaggen sowie ein großflächiges Banner. Auf ihm ist ein Berg zu sehen, dessen Spitze die Aufschrift DSD II trägt.

Nach einer tänzerischen Choreographie einiger Schülerinnen, begrüßt die Schulleiterin Zauresh Abzulina die Anwesenden herzlich. Sie gibt das Wort weiter an Veronika Gontscharov, Kulturattachée des Generalkonsulats. Als „Leuchtturm der Deutschvermittlung in Kasachstan“ beschreibt sie die Möglichkeit, welche das Gymnasium als DSD-Schule durch den langfristigen Deutschunterricht und das Sprachdiplom bietet. Gontscharov dankt den Deutschlehrenden, von denen es an der Schule 18 gibt.

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Zukunftsperspektive Deutsch

Mario Schönfeld, Fachberater und Koordinator der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA), betreut die DSD-Schulen in Kasachstan. „Wo sind die Leute, die gut Deutsch sprechen?“, beginnt er seine Rede. Im Chor der Schüler schallt es zurück: „Hier sind wir!“ Und er führt fort: „Genau diese Frage haben letzte Woche 70 Wirtschaftsbosse aus Deutschland dem kasachischen Premierminister gestellt. Denn Kasachstan ist der wichtigste Markt für die Deutschen in Zentralasien. Im Jahr 2017 ist der Handel zwischen Kasachstan und Deutschland um 23 Prozent gestiegen – auf fünf Milliarden Euro.“

Anschließend fragt Schönfeld noch einmal: „Wo sind denn die Leute, die Deutsch können?“ „Hier sind wir!“, antworten die Schüler erneut. Und der ZfA-Koordinator fügt hinzu: „Diese Frage wird in der Zukunft immer wichtiger. Ihr, liebe Diplomanden, habt jetzt die perfekten Ansätze.“

Aufmerksam hören die Absolventen weiter zu. Schönfeld gibt ihnen zuletzt den Rat auf den Weg: „Geht aufmerksam durchs Leben und seid zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Denn wenn wieder einmal jemand fragt: Wo sind denn die Leute, die gut Deutsch sprechen? Dann habt ihr den ersten Schritt zum Erfolg gemacht.“

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Neue Wege ebnen

DSD-Zertifikate
Bei der Zertifikatsübergabe sorgten die Schüler mit ihrem Auftritt für gute Stimmung. | Foto: Autorin

Das Sprachdiplom als Schlüssel zu einer weiterführenden Ausbildung ist für die Absolventen von großer Bedeutung. Das DSD II-Zertifikat ist auf dem sprachlichen B2/C1 Niveau. Von den 17 Diplomanden werden sechs an Studienkollegs in Deutschland gehen, wobei sie verschiedenste Fachrichtungen anstreben. Einige werden zudem an der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty studieren. Zwei weitere Diplomanden, die überdies DAAD-Stipendiaten sind, werden ebenso für ihr Studium nach Deutschland ziehen.

Nicht alle der anwesenden Diplomanden sind auch Schüler des Gymnasiums Nr. 18. In Kooperation mit der Nazarbayev Intellectual School für Mathematik und Physik konnten zwei Schüler ihr Sprachdiplom absolvieren. Eine Schülerin hat ebenfalls ein DAAD-Stipendium erhalten.

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Feierliche Übergabe

Begleitet von stimmungsvoller Klaviermusik erfolgt die Übergabe der DSD-Zertifikate durch Kulturattachée Gontscharov. Im Anschluss ergreifen einige Diplomanden das Wort: „Es hat elf Jahre dazu gebraucht, um uns auf diese Spitze zu bringen. Kaum zu glauben, dass diese elf Jahre schon vorüber sind. Es gibt jetzt noch andere Spitzen, die noch nicht von uns gemeistert sind.“ Auf dem Gipfel des DSD-Bergs angekommen, betonen die Diplomanden auch, einen anstrengenden Weg geschafft zu haben.

„Ich freue mich, mein zukünftiges Leben mit der deutschen Sprache zu verbinden“, schließt eine Schülerin ab. Kurz darauf singen die 17 Geehrten, in den Händen ihr Zertifikat haltend, frohen Mutes. Den Abschluss komplettiert eine Tanzeinlage der Viertklässler. Mit grünem Dirndl und Trachtenhut kreisen sie über die Bühne.

Es mag eine anstrengende aber auch freudebringende Reise gewesen sein, die die Diplomanden zu dieser Verleihung geführt hat. Für jeden Einzelnen dürfte sein Sprachdiplom richtungsweisend für die Zukunft sein. Auf jeden Fall tragen sie zu einer Festigung der deutsch-kasachischen Beziehungen bei.