Kasachstan hat ein Wasserproblem: In manchen Landesteilen ist das Lebenselixier nicht in ausreichender Menge vorhanden, in anderen lässt die Qualität zu wünschen übrig. Bereits seit zehn Jahren versucht der Staat, die Wasserversorgung zu optimieren. Hierbei ist er sowohl auf die Unterstützung gemeinnütziger Organisationen als auch auf die von Unternehmen angewiesen. Ein deutsches Unternehmen mit Erfahrung in Osteuropa ist das „NETwork for System Competence and Innovation“ (NETSCI).

/Bild: Vinzenz Greiner. ‚Die Sicht der Nichtregierungsorganisationen stellte ein Vertreter von CAREC dar.’/

Deutsche Unternehmen und Entwicklungsorganisationen zeichneten auf einer Tagung zu integrativem Wassermanagement und Technologietransfer Anfang November in Almaty ein schlechtes Bild von der Wasserversorgung in Kasachstan: 26 Prozent der Landbevölkerung Kasachstans werden nur unzureichend mit Trinkwasser versorgt, die staatlichen Programme zur Trinkwasserversorgung scheitern an der Bürokratie. Effektiv sind nach Ansicht der Experten nur lokale Projekte, die vor Ort die Situation verbessern. Das Unternehmen „NETwork for System Competence and Innovation“ (NETSCI) aus Zittau bietet als Dienstleister im Bereich Umweltmanagement seine Kompetenzen an.

„Leute zusammenbringen“

Seit 2005 ist NETSCI in der Entwicklungsberatung aktiv und schafft Plattformen für Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch – insbesondere in der Region Osteuropa. Die Wege von Kiew oder Almaty nach Zittau sind allerdings nicht sehr kurz. Deshalb gründete Professor Matthias Kramer, der ursprünglich NETSCI als universitäres Forschungsprojekt in Deutschland ins Leben gerufen hatte, im vergangenen Jahr NETSCI Central Asia, welches sich mit einem Büro in Almaty schwerpunktmäßig um Wassermanagement kümmert.

„Es ist wichtig, die Leute zusammenzubringen“, sagt Matthias Kramer auf der Tagung in Almaty. Deutsche und Kasachstaner aus Wirtschaft und Forschung analysierten die Situation des ländlichen Raumes in Kasachstan und besprachen Strategien für einen Wissens- und Technologietransfer zwischen Deutschland und Kasachstan. Denn nur durch intensiven Austausch könnten die zentralasiatischen Länder von deutschem Know-how im Bereich des Wassermanagements profitieren, so Kramer.

Professor Matthias Kramer

Umwelt-Bewusstsein schafft Veränderung

Es genügt jedoch nicht, ausschließlich in Expertenkreisen Problemfragen zu diskutieren. „Man muss bei den Menschen ein Bewusstsein für die Problematik der Ressourcenknappheit schaffen“, erklärt Kramer. Hierbei spielen besonders Schulen, Universitäten und Hochschulen als Bildungsträger eine große Rolle. Ab nächstem Jahr sollen kasachstanische Studenten die erarbeiteten Strategien rund um Wasserversorgung kennenlernen und anwenden können. Die Ergebnisse der Tagung sollen nämlich in ein Ausbildungsmodul an der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU) münden: den Master „Wassermanagement“. Matthias Kramer ist weiterhin fleißig am Netzwerken: In Kürze organisieren seine Mitarbeiter einen Workshop für kasachstanische Wissenschaftler und Unternehmer. Diesmal sollen die Experten konkrete Projekte zur Wasserversorgung auf dem Land entwickeln.

Von Vinzenz Greiner

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