Karin Grönsfeld, Attache für Kultur-, Presse– und Politikfragen der Deutschen Botschaft Astana und Burckhard Rehage, 1. Vorsitzender der Heinrich-Vogeler-Gesellschaft Verein Barkenhoff Worpswede e.V.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich begrüße Sie im Namen der Deutschen Botschaft Astana zur heutigen Gedenkfeier für Johann Heinrich Vogeler.

Der deutsche Maler Johann Heinrich Vogeler war ein vielseitig begabter Künstler und gehörte zur ersten Generation der Künstlerkolonie Worpswede.

Wir gedenken des deutschen Künstlers am 28. August, dem Tag, an dem 1941 das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR per Erlass bekanntgab, dass alle Deutschen der Wolgagebiete unverzüglich und restlos umgesiedelt werden müssen.

Innerhalb weniger Wochen wurden alle sowjetischen Bürger deutscher Herkunft aus den europäischen Teilen der Sowjetunion nach Osten in so genannte Sondersiedlungen deportiert und anschließend zur Zwangsarbeit im Lagersystem des GULAG oder der Trudarmee verpflichtet. So auch Johann Heinrich Vogeler, der seine letzten Monate auf einer Baustelle an einem Staudamm arbeitete, bis ihn seine Kräfte verließen. Am 14.06.1942 verstarb er im Krankenhaus.

Das Ehrengrab in Begalasch war über die Jahre nicht gepflegt worden und das Holzkreuz verfallen. Die Botschaft ist der Bitte der „Wiedergeburt“ Karaganda gerne nachgekommen, einen Zuschuss zur Errichtung eines angemessenen Grabsteins zuzuwenden.

Stellvertretend für die 366.000 Deutschen, die seinerzeit nach Kasachstan umgesiedelt wurden, wollen wir heute Johann Heinrich Vogler gedenken und den neuen Grabstein einweihen.

Für das kommende Frühjahr wird zudem vom Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart eine Ausstellung von Werken von Paula Modersohn-Becker vorbereitet, die eine enge Weggefährtin von Johann Heinrich Vogeler in der Künstlerkolonie Worpswede war.
Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit.

Karin Grönsfeld, Attache für Kultur-, Presse– und Politikfragen der Deutschen Botschaft Astana

“Der Träumer ging verloren, seine Träume bleiben!” Mit diesem Gedenkstein, der an dieser Stelle nun das Ende seines Lebens dokumentiert, wird nicht nur der Künstler geehrt, sondern auch ein Zeichen für Frieden und Versöhnung gesetzt. Heinrich Vogeler, der seinen Traum von Gerechtigkeit und Frieden nie aufgab und den sein Engagement für die Menschen aller Völker uns auch heute noch ein Vorbild sein könnte, verbindet durch Leben und Werk uns Worpsweder mit den Bürgerinnen und Bürgern in Karaganda.

Die Heinrich-Vogeler-Gesellschaft Verein Barkenhoff Worpswede e.V. ist dankbar, dass die Initiative des Worpsweders Dr. Michael Drees, das Engagement des „Deutschen Zentrums „Wiedergeburt“ Karaganda, der deutschen Botschaft Astana und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) diesen Gedenkstein ermöglicht haben. Ihnen allen gilt unser Dank!

Wenn wir auch bei der offiziellen Einweihung des Denkmals nicht anwesend sein können, hoffen wir sehr, dass in naher Zukunft wieder einmal Bürgerinnen und Bürger aus Deutschland nach Karaganda kommen und diesen Gedenkort besuchen werden.

Wir wünschen Ihnen zur offiziellen Einweihung des Vogeler-Gedenksteines alles Gute!
Herzliche Grüße,

Burckhard Rehage, 1. Vorsitzender der Heinrich-Vogeler-Gesellschaft Verein Barkenhoff Worpswede e.V.

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