Fünfzig Jahre sind für einen Menschen ein Alter, in dem dieser auf viele Erfahrungen zurückblicken kann, die ihn geprägt haben und die seine Lebensgeschichte zu etwas ganz Unverwechselbarem gemacht haben. Dies trifft auch auf die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ zu, die trotz ihres reifen Alters jung, unverbraucht und offen für Neues geblieben ist. Dies ist allen Mitarbeitern zu danken, besonders aber ihrer Chefredakteurin Olesja Klimenko, den vom Institut für Auslandsbeziehungen entsandten Redakteuren wie Dominik Vorhölter und seiner Nachfolgerin Julia Boxler, sowie den zahlreichen weiteren Mitarbeitern der Zeitung.

Die Geschichte der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ ist eng mit der Geschichte der „Kasachstandeutschen“ verbunden, denn als Sprachrohr der deutschen Minderheit wurde sie 1966 gegründet. Insofern ist sie auch ein wichtiger Bestandteil der Mediengeschichte Kasachstans. Darüber hinaus reflektiert sie, welch positiven Einfluss Deutsche auf die Entwicklung Kasachstan genommen haben. Bis heute ist der gute Ruf deutlich spürbar, den viele Deutschstämmige und Deutsche hier im Land haben, was den Kontakt und die Zusammenarbeit auf allen Ebenen der deutsch-kasachischen Beziehungen erleichtert.

Die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ hat in ungezählten Ausgaben immer wieder die Geschichte der Vertreibungen und das oft sehr harte Schicksal der Deutschen thematisiert, die zu Zeiten Stalins massenhaft nach Kasachstan deportiert wurden. Vor diesem historischen Hintergrund war es ein wichtiges politisches Zeichen, dass ab 1966 eine Zeitung der Kasachstandeutschen unter dem Namen „Freundschaft“ erscheinen konnte. Die Zeitung war und ist insofern selbst ein Symbol der gelungenen Integration von Deutschstämmigen in Kasachstan. Gleichzeitig hat sie seit ihrer Gründung eine wichtige Rolle für all diejenigen gespielt, die Interesse an Deutschland, der deutschen Sprache und an Informationen aus Deutschland hatten. Bis heute schließt die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ mit ihren Berichten zum gesellschaftlichen und politischen Geschehen in Deutschland, mit der Auswahl ihrer Themen und mit ihrem besonderen Blickwinkel eine Lücke, die ohne ihr Vorhandensein sehr deutlich spürbar wäre. Die Tatsache, dass sie dabei auf ein ganzes Pool von Journalisten aus Deutschland zurückgreift, ermöglicht es den Lesern, sich auf besonders authentische Weise mit Tendenzen deutscher Politik bekannt zu machen.

Und sie hat über die Jahre sich die Fähigkeit bewahrt, verschiedene Personen– und Altersgruppen anzusprechen: Die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ hat trotz ihres besonderen Fokus bis heute den Anspruch, eine Familienzeitung zu sein. Und sie fördert ganz nebenbei auch das Erlernen des Kasachischen.

Sehr erfolgreich waren die zahlreichen Kooperationen und Projekte, die das Generalkonsulat mit der „Deutschen Allgemeinen Zeitung“ durchgeführt hat und bei denen sie immer wieder unter Beweis gestellt hat, dass sie ein offener, flexibler und kreativer Partner ist. Herausragend war die Zusammenarbeit bei der Erstellung von Sonderausgaben anlässlich des „Tags der Deutschen Einheit 2013“ und der vor kurzem durchgeführten „Deutschen Woche“ in Kasachstan, um nur die jüngsten Beispiele zu nennen.

Das Generalkonsulat beglückwünscht die „Deutsche Allgemeine Zeitung“ zu ihrem 50-jährigen Bestehen und wünscht der DAZ einen immer breiteren und stetig wachsenden Leserkreis sowie dass sie auch in 50 Jahren so jung geblieben sein möge wie das heute der Fall ist.
Dr. Renate Schimkoreit, Generalkonsulin der Bundesrepublik Deutschland

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