Unternehmer aus den drei zentralasiatischen Republiken präsentierten ihre besten Agrarprodukte auf der Landwirtschafts- und Lebensmittelmesse „Grüne Woche“ in Berlin. Unsere Korrespondentin Chinara Harjehusen ist mit einigen Ausstellern ins Gespräch gekommen.

Kirgisistan ist schon seit sechs Jahren Teilnehmer der Grünen Woche und gehört unter den Zentralasiatischen Staaten zu den ältesten Ausstellerländern. Dementsprechend hat die Republik einige positive Erfahrungen durch die Zusammenarbeit und nutzt die internationale Landwirtschafts- und Lebensmittelmesse in Berlin, um neue Partner im Agro-Business zu finden und sich mit anderen Ausstellern auszutauschen. Mit Unterstützung durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) konnte eine Delegation von Unternehmern, die in Kirgisistan im Agrarsektor agieren, zur Grünen Woche anreisen und ihre Produkte vorstellen.

Aprikosen aus der Batken-Region

Bereits seit sechs Jahren nimmt Kirgisistan an der Grünen Woche teil und stellt hochwertige kirgisische Lebensmittel, Produkte aus Kräuterpflanzen, Bioprodukte, und andere nationale Getränke. Auf dem kirgisischen Stand konnten die Besucher unter anderem kirgisische Süßigkeiten wie zum Beispiel „Nomadenschatz“ probieren. Das ist schwarze Schokolade mit einer Cognac- Aprikosenfüllung. Die Aprikosen stammen aus der kirgisischen Region Batken. In diesem Jahr nahmen auch Kasachstan und Usbekistan an der Grünen Woche teil. Der Usbekische Stand in Halle Nummer 10 war der größte unter ihnen. Kasachstan und Kirgisistan teilten sich einen Stand in Halle Nummer 7.

Direktsafthersteller will seine Produkte auch in Deutschland verkaufen

Die zentralasiatischen Länder warben in Berlin für ihre Agrarprodukte.

Zum ersten Mal mit dabei war der Direktfruchtsafthersteller „Erfurt“, der zum ersten Mal seine Produkte in Berlin präsentierte. „Die Möglichkeiten hier für Unternehmer Informationen auszutauschen und neue Kontakte zu finden, sind hervorragend“, erklärte „Erfurt“-Manager Alexander Koscheljew. Sein Unternehmen handelt mit frisch gepressten Fruchtsäften. Ungeachtet der verhältnismäßig hohen Preise erfreut sich das Unternehmen über eine solide Nachfrage unter den Verbrauchern in Kirgisistan und der Russischen Föderation. In Russland verfügt „Erfurt“ bereits über ein Netzwerk von Verkaufsstellen. Die Produktion befindet sich im Süden Kirgisistans. Die meisten Fruchtsäfte werden aus den dort wachsenden Äpfeln gepresst. Diese so genannten „Semerinka-Äpfel“ zeichnen sich durch ihren süßen Geschmack aus. Neben den Apfelsäften stellt die Firma noch Traubensaft, Pfirsichsaft und Aprikosensaft her.

Der Unternehmer Koscheljew erzählte über seine Pläne, seine Produkte auch in Deutschland zu vertreiben und über die Probleme, die damit verbunden sind: „Die erste Hürde ist der europäische Zertifizierungsprozess, das heißt die Produktzulassung  für den europäischen Markt. Natürlich muss ich auch Händler finden, die meine Produkte vertreiben. Probleme mit der Logistik gibt es nicht. Die größte Schwierigkeit ist es, die Bedarfsmenge für den deutschen Markt einzuschätzen. Ebenso bräuchte ich jemanden, der für die Verwaltung der nötigen Dokumente zuständig ist und die nötigen Marketingmaßnahmen koordiniert“, so Alexander Koscheljew.

Gesunde Imkerprodukte

Ein weiterer Unternehmer war Asis Abakirow, der Imkereiprodukte zur Grünen Woche mitbrachte, zum Beispiel Esparsetten-Honig. „Dieser Honig besitzt einzigartige Eigenschaften“, preist Abakirow sein Imkerprodukt an. „Er ist weich, hat einen zarten Geschmack. Seine natürliche Süße ist sehr gesund. Esparsetten -Honig hilft Cholesterin vorzubeugen. Vor dem Hintergrund, dass in Deutschland das Bewusstsein für gesunde Ernährung wächst, ebenso wie die Anzahl der Bio-Supermärkte, könnte das Konzept ausgehen, Honig aus Kirgisistan in Deutschland zu verkaufen.

Kasachische Schokolade und usbekische Baumwolle

Der Kasachische Stand wurde organisiert von Mirgliedern der Kasachisch-Deutschen Gesellschaft und Unternehmern aus Astana. Alle Produkte, die dort zu sehen waren und von den Besuchern probiert wurden, wurden speziell für die Grüne Woche nach Berlin gebracht. Hier konnten die Messebesucher unter anderem kasachische Schokolade probieren. „Ich bin mit meinem Sohn hierhergekommen, um mir alles ganz genau anzusehen“, sagt Unternehmerin Chansada Baltajewa. Sie ist Mitglied in der Wirtschaftsvereinigung Astanas und ist aus eigenem Interesse zur Messe nach Berlin gereist.

„Kasachstan ist ja ein großes Land, das sehr viel Potenzial hat, seine Agrarproduktion ins Ausland zu exportieren. Wir müssen nicht erst warten, bis deutsche Unternehmer nach Kasachstan kommen, sondern können auch herkommen, damit die Deutschen von unseren Produkten erfahren“, meint Baltajewa. Die Unternehmerin war beeindruckt vom Ausmaß der Messe.

Mit Usbekistan war noch ein weiteres zentralasiatisches Nachbarland auf der Grünen Woche vertreten. Der usbekische Stand war reich verziert mit Obst -und Gemüse aus dem sonnigen Land. Neben einem Berg Baumwolle, der in der Mitte des Pavillions aufgehäuft war, zog die usbekische Ernte die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.

410.000 Besucher

Am 17. Januar eröffnet die  Grüne Woche. Insgesamt besuchten in der vergangenen Woche 410.000 Gäste die Landwirtschaftsmesse, die jedes Jahr in Berlin ausgerichtet wird.
„Nirgendwo auf der Welt wird die Vielfalt und der Zusammenhalt in der Lebensmittelkette so eindrucksvoll vor Augen geführt wie auf der Grünen Woche. Ich werde mich in meinem neuen Amt mit ganzer Kraft dafür einsetzen, diese Vielfalt vom Acker bis zum Teller zu erhalten – national und international“, verkündete der neue Bundeslandwirtschaftsminister Dr. Hans-Peter Friedrich bei der Eröffnung der 79. „Grünen Woche“. Im Jahr 1926 wurde die Landwirtschafts- und Lebensmittelmesse zum ersten Mal in Berlin ausgerichtet. In diesem Jahr war Estland das Partnerland.

Zeit, um Abkommen auszuhandeln

Auf 124.000 Quadratmetern fanden Aussteller der Landwirtschaft, Ernährungs- und Gartenbaubranche aus 70 Ländern in den 26 Hallen der Messe-Nord Platz. Es wurden über  100.000 verschiedene Lebensmittel aus der ganzen Welt, tausende Tier- und Vieharten sowie landwirtschaftliche Geräte und Maschinen vorgeführt.

Neben den kirgisischen Unternehmen präsentierten sich auch das Landwirtschaftsministerium, die Handelskammer, das Wirtschaftsministerium und die Botschaft der Republik Kirgisistan. Die Realisierung der Ausstellung des kirgisischen Standes wurde unterstützt von der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Im Rahmen der Grünen Woche hat die Republik Kirgisistan eine Deklaration zur gemeinsamen Zusammenarbeit mit der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Führungskräfteentwicklung abgeschlossen. Ebenso traf sich der Vize-Landwirtschaftsminister der Republik Kirgisistan, Kerimalijew im Rahmen des Global Forum for Food and Acriculture (GFFA), auf einer Konferenz mit allen Landwirtschaftsministern der an der Grünen Woche teilnehmenden Länder.

Übersetzung: Dominik Vorhölter

Von Chinara Harjehusen

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