In Almaty werden 2022 keine Olympischen Winterspiele stattfinden. Thomas Bach gab den Austragungsort der Olympischen Winterspiele bekannt. Peking überzeugte das Internationale Olympische Komitee mit einem gigantischen Infrastruktur-Konzept.

Almaty ist nicht zum Austragungsort der Olympischen Winterspiele ernannt worden. Vergangenes Wochenende fiel die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in der malaysischen Hauptstadt Kaula Lumpur. In Peking dürfen nun ein zweites Mal Olympische Spiele stattfinden. Damit hat die chinesische Hauptstadt erreicht, was die Münchener nicht wollten – dass München zum Austragungsort der Sommer und Winterspiele wird.

Die Nachricht über die Entscheidung des IOC erreichte die Menschen in Almaty promt. Einige Olympia-Unterstützer hatten sich am Tag der Verkündung auf dem Abai-Platz vor dem Palast der Republik versammelt, um die Verkündung per Live-Übertragung zu verfolgen.

Das IOC hatte die Bewerbungen im Hinblick auf wirtschaftliche, politische und sportliche Kriterien beurteilt. Die Konzepte unterschieden sich erheblich voneinander. Während Almaty mit niedrigen Baukosten, nahe gelegenen Sportstätten und Spiele im Tienschan-Gebirge warb, präsentierte China ein gigantisches Infrastruktur-Konzept. Dort sollen Wintersportstätten im 190 Kilometer von Peking entfernten Zhangjiakon errichtet werden. Sie sollen von den ehemaligen Objekten der Sommerspiele mit einer Schnellbahn zu erreichen sein, die noch gebaut werden muss. Dafür sind Milliarden Dollar eingeplant.

Im Malaysia viel die Entscheidung: 40:44 für Peking. Wegen einer technischen Panne stimmten 85 IOC-Mitglieder mit Zetteln ab. Sie waren offenbar von dem Vorhaben Chinas beeindruckt, einen neuen chinesischen Markt für Wintersport zu erschließen.

Die unerwartete Botschaft nahmen die Menschen auf dem Abai-Platz mit gemischten Gefühlen auf. Einige Besucher des Olympia-Events in Almaty kamen die Tränen, die meisten von ihnen gingen auf der Stelle nach Hause. In den sozialen Medien Facebook und Twitter diskutierten die User die IOC-Absage mit einem sarkastischen Unterton. Die Userin Katrina schreibt zum Beispiel „Die Chinesen kommen bald bei uns vorbei, um unseren Schnee zu kaufen“.

In der Tat bestach die Präsentation der südlichen Hauptstadt Kasachstans mit dem Versprechen, kompakte Olympische Winterspiele im Umkreis von 35 Kilometern mit natürlichem Schnee ausrichten zu wollen. Dagegen wird Peking nun komplett auf Kunstschnee angewiesen sein. Für China scheint es demnach kein Problem zu sein, die dafür benötigten Wassermengen bereit zu stellen.

„Ich denke, dass China aufgrund seiner Wirtschaftskraft Ausrichter der Olympischen Winterspiele geworden ist“, sagte Wladimir Smirnow dem Informationsportal „Nur.kz“. Er war als Mitglied der kasachischen Olympia-Delegation bei der Wahl in Kuala Lumpur mit dabei.

Von Dominik Vorhölter

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