Wir hatten das Projekt „Spuren aus Kasachstan in Berlin“ im Herbst letzten Jahres als Wettbewerb ausgeschrieben und 20 Einsendungen bekommen. Die Gruppe aus Taras, eine zehnte Klasse mit zwei Begleitlehrerinnen, wurde aufgrund der umfangreichen Vorarbeiten ausgewählt. Außerdem haben wir berücksichtigt, dass es in Taras, im Gegensatz zu vielen anderen Städten im Norden Kasachstans, keinerlei deutsche Einrichtungen gibt wie DSD-Schulen, Pasch-Schulen, Infozentren, Sprachlernzentren usw.

Deshalb ist es besonders wichtig, sich im Rahmen kleinerer Projekte zu engagieren, um auch hier die Motivation für das Erlernen der deutschen Sprache zu fördern und deutschlandspezifische Informationen zu vermitteln.

Das Ziel des Projektes

Ziel war es, Lebenswelten und Biografien von ehemaligen Kasachstanern in Berlin zu dokumentieren und auch den jungen Teilnehmern einen Einblick in ganz unterschiedliche Realitäten von Menschen zu bieten, die Kasachstan aus verschiedenen Gründen verlassen hatten. Gerade in kleineren Städten wie Taras träumen viele junge Menschen davon, einmal im Ausland zu studieren, zu arbeiten, zu leben. Es gibt aber nur wenige konkrete Informationen. Das Deutschlandbild setzt sich zumeist überwiegend aus Stereotypen zusammen.

Ein weiteres Ziel war somit die Vermittlung eines aktuellen und differenzierten Deutschlandbildes, insbesondere auch aus der Perspektive von Spätaussiedlern. Der Gruppe des Töle-Bi-Gymnasiums Taras gelang es in nur einer Woche so viele Kontakte mit Leben zu erfüllen und neue Kontakte zu knüpfen, was unsere Erwartungen noch weit übertroffen hat. Kein Lehrwerk, kein noch so spannender Unterricht kann die unmittelbare Begegnung von Menschen ersetzen. Auch ich persönlich bin jedes Mal begeistert, wenn ich nach Taras komme und dort mit großer Offenheit und Wärme empfangen werde.

So geht es weiter…

Wir hoffen, dass sich aus dem Projekt nun dauerhafte Kontakte ergeben, obwohl es sich zunächst um ein einmaliges Projekt handelte. Eine Nachhaltigkeit ist jedoch schon aus der Tatsache abzusehen, dass die kasachstanischen Schüler eine Gruppe Studierende, die seit 2010 an der Humboldt-Uni Berlin Kasachisch lernen, nach Taras eingeladen haben. Übrigens soll im Mai in Schymkent ein Info-Zentrum des Goethe-Instituts in der Gebietsbibliothek eröffnet werden; somit sind wir endlich auch im Süden langfristig präsent.

Protokoll: Christine Karmann

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