Ajnur Temirchanowa, Lehrkraft für Informationstechnologien am Businesskolleg Pawlodar, war im Rahmen des Programms an der Berufsbildenden Schule Rottenburg/Wümme:

Für uns war das Programm ein Erfolg. Während seiner gesamten Dauer teilten unsere Kollegen ihre Erfahrungen mit uns. Wir können allerdings vieles von ihnen übernehmen, besonders den praktischen Teil, dem sie viel Aufmerksamkeit widmen. Wir haben in Kasachstan auch einen praktischen Teil in der Ausbildung, aber in Deutschland ist er stärker vertreten. Man setzt außerdem einen großen Akzent auf Selbstständigkeit im Lernprozess. Es hat mir auch sehr gefallen, dass es Abschlussprüfungen in Projektform gibt. Diese Projekte sind auf eine praktische Anwendung ausgerichtet. Alles, was man dort plant, wird später gebraucht, zum Beispiel in der Landwirtschaft oder im Haushalt. Ich hoffe, dass wir dieses System allmählich auch gut weiterentwickeln.

Alexander Nilow, Lehrkraft für Elektrotechnik am Kasachischen Agrotechnischen Kolleg der Region Kustanai, war im Rahmen des Programms bei der BBS Metall- und Elektrotechnik Hannover (Otto-Brenner-Schule):

Im deutschen dualen Ausbildungssystem gibt es eine enge Verbindung zwischen Schule und Betrieb, von der sowohl Schule als auch Betrieb profitieren können. Der Betrieb bereitet für sich Lehrlinge „auf Bestellung“ vor: Während der Ausbildung lernen diese ihren Betrieb bis in alle Einzelheiten kennen.

Für die Schule gibt es auch ein bedeutendes Plus: Sie muss sich nicht selbst darum kümmern, wo der Lehrling sein Praktikum machen wird. Sie beschäftigt sich nur mit dem theoretischen Teil. Außerdem nimmt der Staat an diesem Ausbildungssystem aktiv teil, ich meine hier die Finanzierung. Es gibt auch eine gute Literaturversorgung und Materialbasis. Meiner Meinung nach wird es aber für uns ziemlich schwierig, alle Elemente dieses Systems zu übernehmen, weil die Industrie in Kasachstan nicht so stark wie in Deutschland entwickelt ist.

Interview: Xenia Sutula

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