Zusammenarbeit im Umweltbereich

Foto: pixabay.com
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Wasser ist lebenswichtig für jedes einzelne Leben auf der Erde. In Zentralasien ist die Ressource ein kostbares Gut, daher engagieren sich viele Länder in dieser Region. Die Vereinten Nationen (UN) unterstützen zum Beispiel mit dem 6. Sustainable Development Goal (SDG) den Zugang zu Wasser und die Abwasserentsorgung. Auch Deutschland steuert tatkräftig zur Entwicklung des Wassersektors in Zentralasien bei.

Wassersicherheit, die eine Schlüsselrolle beim Zugang zu Wasser spielt, benötigt ein gutes Wasserressourcen-Management. Deutschland ist global eines der führenden Länder bei der Entwicklung des Konzepts des integrierten Wasserressourcenmanagements (IWRM).
IWRM unterstützt eine koordinierte Entwicklung und Bewirtschaftung von Wasser, Boden und verwandten Ressourcen und ist damit ein wichtiges Instrument, das Deutschland zur Wassersicherheit beiträgt.

Wasserfrage Zentralasiens

In Zentralasien sind die Wasserressourcen ungleichmäßig verteilt. Tadschikistan, Kirgisistan und Afghanistan sind reich an Wasserressourcen, da sie in den höher liegenden Gebirgsregionen liegen. Kasachstan, Usbekistan und Turkmenistan befinden sich hingegen unterhalb der wasserreichen Region und benötigen gleichzeitig reichlich Wasser für die Landwirtschaft. Die zentralasiatischen Länder nutzen gemeinsame Wasserressourcen, haben aber unterschiedliche Ansprüche an die Nutzung der Ressource. Diese Tatsache bedingt eines komplexen Wasserressourcen-Managements.

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GIZ als Ratgeber und Vermittler

Deutschland unterstützt Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan im Bereich des Wasserressourcenmanagements, insbesondere der grenzüberschreitenden Wasserressourcen.

Daud Hamidi Foto: privat
Daud Hamidi studiert derzeit Integriertes Wassermanagement an der Deutsch-Kasachsichen Universität in Almaty. Foto: privat

Ziel ist es, den zentralasiatischen Ländern einen praxisorientierten Ansatz für eine nachhaltige Wassernutzung zu geben. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist in den fünf zentralasiatischen Ländern aktiv und unterstützt Institutionen zur Regelung der Wasserverteilung auf regionaler Ebene. Darüber hinaus berät die GIZ zuständige nationale, regionale bzw. lokale Institutionen bei der Formulierung von Rechtsvorschriften und Leitlinien. Sie trägt damit zur Entwicklung von praktischen Maßnahmen für ein integriertes Wasserressourcenmanagement bei.

Pilotprojekte – Schritt für Schritt zur nachhaltigen Wassernutzung

Es wurden „Best-Practice-Beispiele“ für nachhaltige Planung und Management entwickelt. Die Pilotprojekte reichen von der Sanierung der Wasserinfrastruktur, der Einführung einer wasserwirtschaftlichen Bewässerung zum Bau einer kleinen Wasserkraftanlage in einem abgelegenen Gebiet bis hin zur Erstellung von Datenbanken und Karten mittels GIS (Geographische Informationssysteme).

Mehr als 500.000 Menschen sind abhängig vom Einkommen aus der bewässerten Landwirtschaft in der gesamten Region sowie viele andere Personen, die in den Aral-Syr-Darya-, Padshaota-, Isfara-Khodjabakirgan-, und Morghabbecken leben. Diese Menschen profitierten von einer verbesserten Verfügbarkeit von Wasser, einer funktionierenden Infrastruktur sowie etablierten Prävention von Naturgefahren.

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Klimawandel verschärft Wasserproblematik

Der Klimawandel verstärkt Umweltprobleme weltweit, insbesondere in Zentralasien. Daher konzentriert sich Deutschland auf die Verringerung der Auswirkungen des Klimawandels in dieser Region. Mit dem Projekt „Nachhaltige und klimafreundliche Landnutzung für wirtschaftliche Entwicklung in Zentralasien“ sollen Bauern, Regierungsbehörden und Vertreter des Privatsektors sich integrierte, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Landnutzungsformen unter Berücksichtigung des Klimawandels aneignen. Ziel des Projektes ist eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in Zentralasien wie Wasser, Wälder und Weiden. Hierfür spielen unter anderen Umweltökonomie, Wissensmanagement, Umweltbildung sowie Bewusstseinsbildung eine wichtige Rolle.

Gemeinsam statt fallspezifisch und isoliert

Insgesamt dient die deutsche Zusammenarbeit mit den zentralasiatischen Ländern als gute Basis, um auf bestehende Wasser– und sozioökonomische Probleme des derzeitigen Jahrzehnts zu reagieren. Allgemein gibt es zahlreiche Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, die Wasserfrage Zentralasiens zu lösen. Einige von ihnen weisen einen begrenzten Erfolg auf, da sie nicht den vollen Umfang des Problems erfassen. Sie handeln fallspezifisch und überschneiden sich mit anderen Initiativen. Ein treffendes Beispiel dazu ist der Aralsee, bei dem die internationalen Bemühungen weitgehend versagt haben. Es fehlt an gemeinsamen Ansätzen für ein grenzüberschreitendes Wasserressource-Management, um den zentralasiatischen Ländern einen gesicherten und langfristigen Zugang zum Wasser zu ermöglichen.

Aus dem Englischen übersetzt von Anne Grundig.