Lydia Schmidt schreibt über ihre Eindrücke von der Teilnahme am Projekt „Seniorenakademie“, das im Dezember in Pawlodar stattfand.

Wir Rehabilitierten und Teilnehmer des Projekts „Seniorenakademie“ aus dem Gebiet Pawlodar, freuen uns sehr über die Unterstützung, die Deutschland uns Kasachstandeutschen leistet. Vom 18. bis 24. Dezember hatten wir die Möglichkeit, uns nicht nur im Erholungsheim „Energetik“ zu erholen und heilen zu lassen, sondern auch mit den Jugendlichen gemeinsame Treffen zu veranstalten. Dort erzählten unsere Teilnehmer den Jugendlichen über die Deportation ihrer Eltern und Großeltern nach Kasachstan, über das Leben der deportierten Familien, über die Arbeit in der Trudarmee und selbstverständlich über die Sitten und Bräuche, die sie bis heute erhalten. Die Vertreter der älteren Generation bemühten sich, bei den Jugendlichen das Interesse für die deutsche Sprache zu wecken. Obwohl wir verschiedene Dialekte sprachen, konnten wir einander verstehen.

Auch das Treffen mit der Gesangsgruppe „Nette Frauen“ ließ niemanden kalt. Wunderschön klangen die Volks- und Weihnachtslieder, die wir alle zusammen mitsangen. Es war schon spät am Abend, als wir mit der Gruppe „Nette Frauen“ beim Teetrinken mit gebackenen Kuchen unsere Gespräche fortsetzten. Der Abend war gelungen. Wir besprachen auch, wie sich jeder mit seiner Familie auf das Weihnachtsfest vorbereitet und wie in der Familie Weihnachten gefeiert wird, wie sich die Deutschen in Deutschland auf Weinachten vorbereiten und wie dieses Fest dort gefeiert wird. Es fand ein Meinungsaustausch über den Nikolaustag und die Adventszeit, über die Weihnachtsbräuche und Weihnachtssymbole statt. Wir tauschten auch unsere Weihnachtsrezepte aus.

Besonders fasziniert waren wir von dem Kulturprogramm der Invalidengruppe, in der Menschen verschiedener Nationalität russische, deutsche, kasachische und weißrussische Lieder sangen. Es gab nie Langeweile. Die Teilnehmer des Projekts aus den Dörfern freuten sich besonders auf den Museums- und Theaterbesuch.

Wir möchten unsere besondere Dankbarkeit der Organisatorin dieses Projektes, Frau Nina Massejkowa, ausdrücken, die jeden Tag allen Veranstaltungen beiwohnte und dabei mitmachte. Wir hoffen, dass dieses Projekt fortgesetzt wird.

Lydia Schmidt, Teilnehmerin an dem Projekt