Winfried Berndt ist Projektberater für die Sprachlernzentren im Auftrag des Goethe-Instituts. Die Sprachlernzentren bieten Deutschlernern und Interessierten Sprachkurse und Prüfungen nach den Standards des Goethe-Instituts. Für die DAZ stellt er seine Tätigkeit und seine Eindrücke von Land und Leuten in Kasachstan vor.

/Besuch der deutschen Kasachisch-Studierenden in Taras./

Seit Januar 2010 bin ich für das Goethe-Institut Almaty als Projektberater für unsere Partner, die Sprachlernzentren in Kasachstan und Kirgisistan tätig. Der zweite Bereich meiner Tätigkeit umfasst die Förderung der deutschen Minderheit in Kasachstan und Kirgisistan. Von großer Bedeutung für unser Netzwerk sind hierbei unsere drei Sprachassistentinnen und ein Sprachassistent aus Deutschland, die in Astana, Öskemen, Kostanai und Bischkek als Muttersprachler unterrichten und vor Ort kleinere Projekte durchführen.

Mein Leben hier ist sehr abwechslungsreich-neben administrativer Arbeit komme ich bei Besuchen unserer Partner viel in der Region herum und erlebe Kasachstan in seiner ganzen Vielfalt und Unterschiedlichkeit!

Kirgisistan kenne ich bereits aus meiner früheren Tätigkeit; in Zentralasien bin ich schon seit 2002 beruflich für verschiedene deutsche Kulturmittler unterwegs.

Besonders faszinierend finde ich das vielfältige Mosaik von Ethnien, Sprachen und kulturellen Einflüssen, das uns hier in Zentralasien auf kleinem Raum täglich begegnet. Als Teil dieser Vielfalt bilden Fremdsprachen eine wesentliche Schlüsselqualifikation und eröffnen jungen Menschen die Chance, an der globalisierten Welt aktiv teilzunehmen. Hierfür ist ein offener Umgang mit Neuem und Fremdem in jeder Hinsicht Voraussetzung. Auch deshalb versuche ich immer einen Bogen von mit der Region verbundenen Traditionen zu den heutigen Herausforderungen zu schlagen.

Besonders interessant sind für mich als Diplompädagoge Projekte, die ein aktives gemeinsames Erleben des Alltags und einen intensiven Austausch untereinander ermöglichen. Sei es eine Sommerschule, die Teilnehmer aus der Region für längere Zeit vereint, oder Projekte, welche Erfahrungen von Menschen sichtbar machen, die Kasachstan in Richtung Deutschland verlassen haben und so zu einer menschlichen Brücke zwischen beiden Ländern werden können.

Auch ich bin inzwischen zu einer solchen Brücke geworden und freue mich bei meinen Aufenthalten in meiner Heimat im südwestdeutschen Raum bei Freiburg über regelmäßige Besuche und gemeinsame Reisen mit meinen Gästen aus Zentralasien. Denn alle Häuser würden nur Gräber sein, wären sie nicht für Gäste. Nicht zuletzt dies habe ich von vielen gastfreundlichen Menschen hier gelernt!

Die Sprachlernzentren in Kasachstan bieten als Partner des Goethe-Instituts Deutsch-Sprachkurse mit international anerkannten Sprachprüfungen an, aber auch Fortbildungen für Deutschlehrer, Projekte mit Muttersprachlern, Informations- und Kulturveranstaltungen und vieles mehr. Deutschlerner schätzen insbesondere die lebendige und kommunikative Unterrichtsmethodik sowie das moderne Unterrichtsmaterial. Sprachlernzentren gibt es in Astana, Karaganda, Kostanai, Pawlodar und Öskemen, aber auch in Bischkek (Kirgisistan).

Weitere Informationen: www.deutsch-zentrum.com

Von Winfried Berndt