Almaty hat sich in der mittelasiatischen Region zu einem attraktiven Standort für internationale Messen entwickelt. Besonders im Frühjahr und im Frühherbst häufen sich die interessanten Angebote. Etwas im Schatten des allgemeinen Interesses steht dabei die Internationale Consultingmesse, die kürzlich durchgeführt wurde. Natürlich ist das ein Treffen vorwiegend für Spezialisten, das zudem erst zum zweiten Mal stattfand.

Almaty hat sich in der mittelasiatischen Region zu einem attraktiven Standort für internationale Messen entwickelt. Besonders im Frühjahr und im Frühherbst häufen sich die interessanten Angebote. Etwas im Schatten des allgemeinen Interesses steht dabei die Internationale Consultingmesse, die kürzlich durchgeführt wurde. Natürlich ist das ein Treffen vorwiegend für Spezialisten, das zudem erst zum zweiten Mal stattfand.

Auch in Kasachstan entwickelt sich der Beratungsmarkt in hohem Tempo, allerdings noch von einem niedrigem Niveau ausgehend. Gegenwärtig werden Umsätze von etwa 10 Mio. Dollar pro Jahr erzielt, das sind 0,0023 Prozent vom BIP. Qualitativ fällt das eigentlich gar nicht ins Gewicht. In Russland beträgt diese Größe etwa 0,1 Prozent und in den meisten entwickelten Staaten etwa 0,5 Prozent. Damit ist zugleich gesagt, dass hierzulande die eigentliche Entwicklung des Beratergeschäftes wohl erst noch bevorsteht. Dennoch sind bereits jetzt die Zuwachsraten beeindruckend. Sie liegen mit etwa 20 Prozent im Jahr mehr als doppelt so hoch wie die des BIP.

Warum ist das so, wer braucht eigentlich Beratung? Die Auftraggeber sind im Moment vorwiegend große Unternehmen, zunehmend fragen aber auch Mittelständler diese Dienstleistung nach. Bei manchem mag nun die Frage entstehen: „Sind denn unsere Manager nicht gebildet genug, um die entsprechenden Fragen selbst lösen zu können?“. Das aber trifft nicht den Kern der Beratungsnotwendigkeit. Wirtschaftliche Entscheidungen sind immer außerordentlich komplexe und komplizierte Entscheidungen, die ja immer Prozesse mit Auswirkungen in der Zukunft betreffen. Unser Wissen erweitert und spezialisiert sich so schnell, dass man auch als gut ausgebildeter Manager zeitlich und inhaltlich hoffnungslos überfordert wäre, wollte man versuchen, alles selbst zu wissen. Spezialisierung ist also gefragt, und dabei können Berater einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten. Zudem haben Unternehmensberater, die ja immer nur auf Zeit bei einem Kunden arbeiten, den Vorteil, dass sie neutrale, objektive Standpunkte in das Unternehmen bringen, den Zustand der Branche oder des Fachbereiches bestens kennen und so vergleichende Analysen mit eigenen Datenbanken anstellen können. Außerdem sollten sie in ihrem Fachgebiet nicht nur das aktuellste Wissen „drauf haben“, sondern dieses auch situationsbezogen umsetzen können.

Das Wirken großer ausländischer Beratungsgesellschaften in Kasachstan hat nicht dazu geführt, dass den heimischen Unternehmen die Butter vom Brot genommen wurde. Eher im Gegenteil: Mit dem Erscheinen von Ausländern, die anfangs auch nur ausländische Unternehmen bedienten, wurde hierzulande bei vielen heimischen Unternehmen erst die notwendige Beratungssensibilität geweckt. Zudem greifen ausländische Berater gerne auch auf die Mitarbeit heimischer Berater zurück, weil diese den unschätzbaren Vorteil der Detailkenntnis der heimischen Psyche und des Ablaufes vieler Entscheidungsprozesse haben.