Der Leichtathlet Heinrich Popow ist mehrfacher Medaillengewinner bei Paralympics und Leichtathletik-WM für Behinderte. Seit Jahren ist er das Zugpferd des paralympischen Sports – wie kein Anderer verkörpert Popow die Professionalisierung des Behindertensports in Deutschland.

Der Sympathieträger engagiert sich vielfältig auch über den Sport hinaus. Geboren 1983 in Abai/Kasachstan, kam er im Alter von sieben Jahren mit seiner Familie nach Deutschland und wuchs in Hachenburg/Westerwald auf. Im Alter von neun Jahren wurde ihm nach einer Krebserkrankung der linke Unterschenkel abgenommen. Popow lebt in Leverkusen und trainiert in der Behindertensportabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen.

Der Sport bestimmt seinen Tagesablauf auch im Beruf: Seit 2002 ist er EDV-Beauftragter in der Profifußball-Abteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen. Popow vertrat Deutschland mehrfach bei Paralympics und Leichtathletik-Weltmeisterschaften für Behinderte in den Disziplinen Sprint (100-m-Lauf, 200-m-Lauf) und Weitsprung.

Seine größten Erfolge: Paralympics-Debüt 2004 (Athen) als dreifacher Bronze-Gewinner, Silber bei den Paralympics in Peking 2008 im 100-m-Lauf, 2011 Gold bei der IPC-WM in Neuseeland im 100-m-Lauf und im Weitsprung, Gold im 100-m-Lauf und zweimal Bronze (über 200 m und mit der Staffel) bei den Paralympics 2012 in London, Gold mit Weltrekord über 100 Meter und zweimal Bronze im Weitsprung und über 200m bei der WM in Lyon 2013.

Popow folgt Einladungen von Schulen zum Sportunterricht und ist Ansprechpartner für verschiedene deutsche Kliniken, in denen junge Menschen vor der Amputation stehen. Er ist ein engagierter Förderer seiner Disziplin und bringt sich in der Talentförderung ein. Für seine Medaillen bei den Paralympics wurde Heinrich Popow mehrmals mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt, zuletzt im November 2012 für seine Erfolge in London. Mehrfach wurde er zum Behindertensportler des Jahres nominiert, 2013 sogar zur Wahl des Weltbehindertensportlers aufgestellt.
www.heinrich-popow.de

Dieser Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift der Landsmannschaft der Russlanddeutschen „Volk auf dem Weg“. Wir veröffentlichen ihn mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.