Der Senior Experten Service (SES) ist eine deutsche Not-Profit-Organisation, die von der Wirtschaft und der Regierung unterstützt wird. Ehemalige Führungskräfte der Wirtschaft geben ihre Erfahrungen und ihr Know-how unentgeltlich an Unternehmen oder Gründer in Schwellenländer als Hilfe zur Selbsthilfe weiter. Martin A. Steinbüchel, Diplom-Betriebswirt und Hochschuldozent über seinen Einsatz als SES-Experten.

/Bild: privat. ‚Auf einer Messe in Karlsruhe. Der SES wird durch seine Experten vertreten.’/

Herr Steinbüchel, wie kann man sich die Hilfe durch den Senior Experten Service (SES) praktisch vorstellen?

Die Experten erstellen mit den Bedarfsträgern ein Pflichtenheft darüber, welches Know-how gewünscht wird und welches sinnvoll ist. Sie bereiten sich gezielt vor und besuchen die Bedarfsträger vor Ort in deren Firmen. Die Unterkunft und Verpflegung wird von den Bedarfsträgern bereitgestellt. Auch hilft der Experte bei der Planung und Beschaffung von Ausrüstung und manchmal auch mit neuen Kunden- oder Lieferantenkontakten.

Wie lange dauert ein SES-Einsatz?

Der Einsatz dauert mindestens drei Wochen und kann im Bedarfsfall auch länger dauern oder sich wiederholen.

Wie wird diese Arbeit finanziert?

Die Arbeit wird aus Spenden finanziert.

Sie waren dreimal in der Republik Moldau, einmal in Armenien. Da Ihre Einsätze so erfolgreich waren, hat der SES Bonn Ihnen weitere Projekte in Rumänien, Iran und Indien angeboten. Wie sieht Ihre Familie die SES-Einsätze?

Meine Familie unterstützt die Einsätze und mein Engagement in hohem Maße. Sie macht sich lediglich Sorgen in Bezug auf gesundheitliche oder sonstige Gefahren und Risiken.

Was würden Sie anderen Menschen sagen, die schon Rentner, aber noch nicht beim SES tätig sind?

Ich kann nur jedem gesunden und erfahrenen Menschen empfehlen, sich zu überlegen, ob er nicht seine Expertise dort einsetzen will, wo diese willkommenn ist. Hier geht kein Geld verschwenderisch verloren, sondern die Hilfe kommt unmittelbar, direkt vor Ort an, wo sie benötigt
wird.

Mehr Information über den SES in Kasachstan unter http://www.ses-bonn.de/kontakt/repraesentanten-im-ausland/iso/KZ/land/Kasachstan.html

Interview: Liuba Osatiuc