Elf Musikgruppen in vier Konzerten waren beim 15. Internationalen Jazz-Festival in Almaty zu hören. Ein Höhepunkt bildete der Auftritt des deutschen Julia-Hülsmann-Trios. Anschließend begeisterte das RGG-Trio aus Polen die Zuhörer mit einer kraftvollen Präsentation.

Die Besucher des 15. Internationalen Jazz-Festivals in Almaty sind geübte Zuhörer. Das hat Pianistin Julia Hülsmann den fast 300 Zuhörern des Konzerts ihres gleichnamigen Trios bescheinigt. „Der Draht zum Publikum war sofort da“, sagte Hülsmann der DAZ direkt nach dem Auftritt. Während das Publikum in Aschgabat in Kirgisistan erst langsam „warm“ geworden sei, wären die Almatyner sofort mit den Klängen mitgegangen. Viel Applaus haben die Pianistin, die Bassistin Clara Däubler und der Schlagzeuger Heinrich Köbberling außerdem für die russischsprachige Begrüßung Hülsmanns erhalten.

Goethe-Instituts-Leiterin Barbara von Münchhausen (r.) und Festivalchefin Karlygasch Makatowa (l.) stellen Tagir Zaripow, den Direktor der Jazz-Schule Almaty, vor. | Foto: Elke Kögler

Das deutsche Julia-Hülsmann-Trio ist am vergangenen Freitag im Rahmen des Festivals im Kasachkonzert-Saal aufgetreten. Anschließend haben die Musiker des RGG-Trios aus Polen Kostproben aus ihrem Repertoire präsentiert. Am Vortag traten die Almaty-Jugend-Jazz-Band aus Kasachstan, Bojan Z et Julien Lourau aus Frankreich und das Trio Luca Ciarla aus Italien auf. Am Sonnabend spielten die Chomenkow Band aus Kasachstan, Edi Nulz aus Österreich und das Quartett Giuliano Perin aus Italien sowie am Sonntag Omer Klein aus Israel, Veronika Harcenoka aus Ungarn und das Quartett Senova Ulker aus der Türkei auf.

„Ich bin extrem stolz, das Julia-Hülsmann-Trio zu präsentieren“, verkündete Barbara von Münchhausen, die Leiterin des Goethe-Instituts Almaty, den Zuhörern im Kasachkonzert-Saal. Das Institut unterstützt das Festival bereits seit der ersten Veranstaltung. Hintergrund der Ansage von Barbara von Münchhausen ist, dass Hülsmann im Oktober den Jazzpreis des Südwestrundfunks erhalten wird. Letzterer ist einer der renommiertesten Preise der Szene überhaupt. Das Besondere an dem Trio seien deren eigene Kompositionen, führte Münchhausen weiter aus.

Das RGG-Trio aus Polen hat den zweiten Teil des Konzerts bestritten. | Foto: Elke Kögler

In Almaty präsentierte das Trio Stücke wie „Der Mond“, „Radiohead“ oder „JJ“.

„JJ“ stehe für die im Jahr 2003 verstorbene deutsche Jazz-Pianistin Jutta Hipp, erklärte Julia Hülsmann, die jeweils zwischen Stücken mit einigen Worten durch das Programm führte. Jazz-Star Jutta Hipp habe von einem Tag zum anderen aufgehört, öffentlich aufzutreten und niemand wisse den Grund dafür, beschrieb Hülsmann das Kuriose an Hipp. Aus diesem Grund widme das Trio das Stück „JJ“ dem ungewöhnlichen Jazz-Star. Nach „JJ“ folgte ein Stück ohne Titel. Zum Abschluss des Hülsmann-Konzerts spielte das Trio den von Schlagzeuger Köbberling komponierten Titel „Zahlen bitte“.

Nach einer kurzen Pause trat schließlich das RGG-Trio aus Polen auf, das viel Applaus erhielt. Im Gegensatz zum Hülsmann-Trio verzichtete die Gruppe auf Erklärungen zwischen den Stücken und zeigte damit einen eher konzentrierten Auftritt.

„Sie haben einfach Musik gemacht, man muss gar nicht reden“, kommentierte Raban Richter, Kulturattaché des Deutschen Generalkonsulats in Almaty, den Auftritt des Trios. Als besonders „interessant“ befand Richter, dass zwei Gruppen mit gleichen Instrumenten – Piano, Bass und Schlagzeug – so sehr unterschiedlich musizieren und auftreten. Insgesamt fand der Kulturattaché beide Konzerte hervorragend.Ebenso begeistert zeigte sich Torsten Roser, Konsularattaché im Deutschen Generalkonsulat Almaty: „Julia am Piano war große Klasse und Heinrich am Schlagzeug ist richtig in seiner Musik aufgegangen“, kommentierte Roser.

Elke Kögler