Wie es aussieht, wenn Kasachstandeutsche hierzulande Fasching feiern, konnte man im Februar am Rosenmontag bei der Gebietsgesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Pawlodar erleben.

Fasching, Fastnacht, Karneval – all das sind verschiedene Namen für ein Fest, das in Deutschland am 11.11. um 11.11 Uhr anfängt und in der letzten Woche vor Beginn der Osterfastenzeit seinen Höhepunkt erlebt. In Masken und Narrenkappen gekleidet präsentierte jede Gruppe der Sprachkurse in Pawlodar einen der Tage dieser Woche. „Lasst uns heute tanzen und singen, lachen und poltern!“ lautete das Motto unserer Veranstaltung. Alle Gruppen waren sehr kreativ: Präsentationen, selbstgedrehte Videos, Lieder, Tänze, Spiele, Theater sorgten für Abwechslung und ließen niemanden kalt.

Am „Schmotzigen Donnerstag“ oder „Weiberfastnacht“ wird den Frauen das Regiment überlassen, sie gehen kostümiert in die Kneipen oder feiern auf den Straßen. In einer Szene wurde gezeigt, wie einem Chef seine Krawatte als Symbol der männlichen Macht abgeschnitten wird.

Rußiger und bromiger Freitag

Am „rußigen Freitag“ gab es für die Wangen der Zuschauer kein Entrinnen vor Lippenstiftschmierereien. Früher versuchten die Narren noch, Leuten Ruß ins Gesicht zu schmieren. Auch heute ist der Brauch bei den Kindern sehr beliebt, nur verwenden sie dafür jetzt lieber Marmelade, Zahnpasta oder Wasserschminke statt Ruß. Der rußige Freitag wird auch als bromiger Freitag bezeichnet, weil auch Brombeerenmarmelade gern zu diesem Zweck verwendet wurde.

Am „Nelkensamstag“ bekamen alle Zuschauer leckere Berliner angeboten, die mit fruchtiger Konfitüre gefüllt waren. Diese werden traditionell zum Karneval gebacken. Am „Tulpensonntag“ konnte man sich den Kinderkarnevalsumzug als Video ansehen, und am „Rosenmontag“ ein Video, das die Kursteilnehmer selbst gedreht hatten. Am „Fastnachtdienstag“ ging es lustig weiter: alle konnten ein Karnevalslied mitsingen, ein Besenspiel spielen und in einem Film sehen, wie in der letzten Karnevalsnacht der Nubbel (eine Strohpuppe) als eine Figur des Sündenbocks im rheinischen Karneval verbrannt wird. Und wie in einem Lied gesungen wird, ist am Aschermittwoch alles vorbei… Die Gruppe von Jugendlichen zeigte den Brauch „Empfang des Aschenkreuzes“, mit dem die 40-tägige Fastenzeit beginnt.

Karnevalsumzug und Narrenrufe

Abschließend bildeten alle kostümierten Teilnehmer einen Karnevalsumzug und gingen Kamellen (Karamellbonbons) werfend und mit Narrenrufen wie „Hellau“, „Narri Narro“, „Alaaf“ durch den Raum – angeführt vom Butz, der mit seinem Besen den Weg frei machte. Das Lied „Hey, Kölle!“ steigerte dabei die Stimmung.

Wir hoffen, dass die Fastnacht, das Fasching, der Karneval zu einer traditionellen Veranstaltung in unserer Gebietsgesellschaft wird; denn das Fest bedeutet Lachen, Lärm, Tanz und Lebensfreude.

Nadeschda Stepanowa