Die Jungen Redakteure der DSD-Schulen haben unter Lehrern und Schülern eine Umfrage zum Thema „Schuluniform“ durchgeführt. Hier sind die interessantesten Antworten:

Laura Nurgozhina, Schülerin des 46. Gymnasiums in Nur-Sultan:

Einerseits ist die Schuluniform wichtig, weil sie Disziplin, Fleiß und Gleichheit unter den Schülern schafft und damit Mobbing verhindert. Andererseits sind viele Jugendliche dagegen, denn sie haben keine Möglichkeit so auszusehen, wie sie möchten. Im Großen und Ganzen bin ich aber für die Schulkleidung.

In meiner Schule gibt es keine besonderen Regeln, aber selbstverständlich müssen alle Schülerinnen und Schüler eine dunkelblaue Schuluniform tragen. Die Schüler dürfen Jacke oder Weste, immer ein weißes Hemd, klassische Hosen anziehen. Außerdem haben die Mädchen die Wahl zwischen Rock und Hosen. Manchmal wünschte ich mir eine Jeans.

Ein freier Kleidungsstil wäre nicht schlecht, wenn er zum Beispiel nur an den Feiertagen erlaubt wäre.

Dana Gabitowa, Schülerin des 68. Gymnasiums in Almaty:

Ich bin der Meinung, dass die Schuluniform sehr wichtig ist, weil sie nicht vom Lernprozess ablenkt und Kinder mit unterschiedlichem sozialen Status vereint. Außerdem hilft die Schuluniform dem Kind, Emotionen und Verhalten besser zu kontrollieren sowie Disziplin zu lernen. In meiner Schule gibt es ziemlich strenge Regeln wie z.B. eine bestimmte Rocklänge, bestimmte Farben für die Strumpfhosen, nur klassische dunkelblaue Kostüme, das Hemd muss weiß sein und einen Kragen haben, Jungen ab der neunten Klasse müssen jeden Tag Krawatten tragen, und die Kinder meiner Schule sollten das Schullogo tragen.

Obwohl ein freier Kleidungsstil bequemer und praktischer ist, finde ich Schuluniform besser, denn sie erzeugt eine gewisse psychologische Einstellung: Der Schüler versteht, dass er in Uniform nicht entspannt, sondern lernt. Für den gleichen Zweck verwenden Unternehmen eine Kleiderordnung.

Meine Schuluniform gefällt mir, wie sie ist – auch wenn ich glaube, dass sie die Persönlichkeitsentwicklung einschränken kann. Man muss bereits in der Kindheit lernen, entsprechend dem Ort oder dem Anlass sein Aussehen zu organisieren bzw. sich bequem zu kleiden. Das Kind sollte die Möglichkeit haben, zu überlegen und zu bewerten, was zur Definition von Anstand, Strenge und Bescheidenheit passt: zerrissene Jeans, ein T-Shirt mit einer dummen Aufschrift oder etwas anderes. Deshalb möchte ich zwei Mal pro Monat selbst meine Kleidung auswählen dürfen.

Malikzhan Marupow, Deutschlehrer am 10. Gymnasium in Öskemen:

Schuluniformen präsentieren den Ruf der Schule. Spricht man das Thema an, wird gleich viel diskutiert. In Kasachstan ist es wichtig, in der Schule Schuluniform zu tragen. Es soll auch betont werden, dass Schuluniformen heute teilweise noch Pflicht sind. Meine Ansicht der Dinge ist folgende: die Schuluniform diszipliniert, organisiert und stärkt sogar das Gemeinschaftsgefühl unter Schülern.

Ich bin in der Sowjetunion groß geworden und damals waren Schuluniformen speziell für Schulen in allen Ecken des großen Landes festgelegt worden. Schnitt, Farbe, Textilart und Trageweise der Kleidung waren exakt vorgeschrieben. Die Schüler hatten keine Möglichkeit, ihr Äußeres zu verändern. Das sowjetische Design war meistens praktisch orientiert: Jungs trugen nun dunkelblaue, halbwollene Anzüge mit Brusttaschen und Schulterklappen, auf die Ärmel wurde das Schulwappen gestickt, dabei hatten wir in der Grundschule links auf der Jacke ein Sternabzeichen mit dem Leninporträt in der Mitte, und die Schülerinnen und die Schüler der Mittelstufe trugen Pionier-Abzeichen sowie ein rotes Halstuch.

Die Schüler der Oberstufe waren Komsomolzen und das Komsomolzenabzeichen war auch ein obligatorisches Accessoire der Schuluniformen. Die Mädchen trugen braune Kleider mit zweifarbigen, schwarz-weißen Schürzen. Während es für Jungs nur ein Einheitsmodell gab, hatten Mädchen einige Optionen zur Auswahl. Die Kragen variierten stark in ihrer Form. Es gab sowohl hochstehende als auch verschiedene Faltkragen.

Auch heute bin ich noch recht konservativ. Was wäre, wenn sich jeder kleidet, wie es ihm gefällt?! Die Schule ist eine Institution, wo Ordnung herrschen muss. Einheitliche Schulkleidung löst zwar nicht alle sozialen und kulturellen Probleme im heutigen Schulalltag, sie kann aber dazu beitragen, Konflikte zu reduzieren und zudem Spaß und Farbe in den Schulalltag bringen.

Darja Kartaschowa, Schülerin des 10. Gymnasiums in Öskemen:

Die Schuluniform ist wichtig, weil sie die Schüler disziplinieren und ihnen helfen kann, sich zu organisieren. Aber sie darf nicht so viel kosten und muss praktisch sein. Die Mädchen an meiner Schule tragen karierte Röcke, eine weiße Bluse und dunkelblaue Jacken mit einem Emblem ihrer Schule. Einen freieren Kleidungsstil fände ich gut, weil er bequemer als Schuluniform ist und man gern in die Schule käme, was auch auf das Lernen eine positive Wirkung hätte. Hätte ich die Möglichkeit, die Schuluniform zu verändern, dann könnten die Schüler Jeans und Sportschuhe tragen.

Alua Abay, Schülerin des 18. Gymnasiums in Almaty:

Ich lege keinen Wert auf die Schuluniform, denn ich denke, dass die Schuluniform keine wichtige Rolle im Schulprozess spielt, deshalb möchte ich in der Schule meine persönliche Kleidung tragen, was nicht heißen soll, dass ich wie ein Kanarienvogel in die Schule kommen würde. Die jetzige Schuluniform finde ich unpraktisch und langweilig. Leider ziehen auch jedes Jahr die Preise für die Schuluniform an. Meine Schule hat strenge Anforderungen hinsichtlich der Schulkleidung. Wenn ich eine Möglichkeit hätte, die Schuluniform zu ändern, würde ich das Jacket abschaffen. Und es wäre super, wenn die Schüler im Sportunterricht nicht nur weiße, sondern auch bunte T-Shirts tragen könnten.