Schon mehr als ein Vierteljahrhundert findet der Schüleraustausch zwischen zwei Gymnasien aus Kasachstan und Deutschland statt. Welche Eindrücke die Schüler dabei gewonnen haben und was sie erfuhren, können Sie in diesem Bericht lesen.

Seit 1993 Jahr gestalten die Schüler des 18. Gymnasiums in Almaty und des Ernst-Abbe-Gymnasiums in Oberkochen eine lange und erfolgreiche Schulpartnerschaft. Im Herbst 2019 war es wieder soweit – die Almatiner Schüler bereiteten sich intensiv auf ihre Reise nach Deutschland vor. Sie tauschten sich mit ihren Gastschwestern und Gastbrüdern fast täglich über Whatsapp aus, um den kommenden Aufenthalt so reibungslos und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

In Deutschland gelandet, war jeder Moment spannend, denn die Gäste waren alle das erste Mal bei dem Schüleraustausch dabei. Sie sahen Netflix auf Deutsch, aßen deutsche Würstchen mit Kartoffelsalat, besuchten deutsche Familienfeste. Mit einem Satz: Sie tauchten voll in die deutsche Atmosphäre ein. Neben dem Leben in der Gastfamilie und den Unterrichtsbesuchen waren der Besuch und das Gespräch beim Bürgermeister ein ganz besonderes Erlebnis. Das Thema des Austauschs lautete „Berufe in Deutschland“, deshalb besuchten die Schüler verschiedene Betriebe, von denen wohl „Zeiss“ der bekannteste war.

Schwäbisch für Anfänger

Weil Oberkochen sich im Süden von Deutschland im Bundesland Baden-Württemberg befindet, merkten alle Schüler, dass die Einwohner da nicht auf Hochdeutsch, sondern auf Schwäbisch kommunizieren, was am Anfang für sie ein bisschen kompliziert war. Aber dann lernten sie sogar ein paar Wörter, wie Freindschaft“, was Freundschaft heißen soll.

Schnell verging die Zeit. Am letzten Tag des Austauschs präsentierten die Schüler ihre Projekte in der Aula vor Schülern und Lehrern beider Schulen, aßen zum Abschluss leckeres deutsches Essen, lachten mit den Gastfamilien, traten mit ihren Liedern auf und vergossen so manche Träne zum Abschied.

Tolle Infrastruktur und tolle Lebensverhältnisse

Über ihre Eindrücke vom Austausch berichtet die Schülerin der 10. Klasse des Gymnasiums Nr. 18, Uljana Dudnik: „Es war meine erste Reise nach Deutschland, die mir so viele positive Erfahrungen und bleibende Erinnerungen gebracht hat. Zur Freude meiner Lehrer habe ich nun endlich verstanden, warum ich Deutsch noch besser lernen will.“

Ewdokija Sorokina, Mitschülerin von Ujana, erzählte uns von einer für sie ganz neuen Erfahrung: Egal, wo du in Deutschland lebst, auch im ländlichen Raum, findet man eine tolle Infrastruktur und tolle Lebensverhältnisse.“

Diese Reise war für die Schüler aus Kasachstan sehr beeindruckend. Wie alle vergangenen Treffen war auch dieser Besuch einzigartig – er baute Vorurteile ab und förderte das Verständnis und die Freundschaft zwischen Kasachstan und Deutschland. Nun freuen sich beide Seiten auf den Gegenbesuch in Almaty im nächsten Jahr.

Dilana Mustafajewa, Jeleni Popandopulo und Daria Loza, 10. Klasse des 18. Gymnasiums in Almaty