Zum Abschluss des Jahres Kasachstans in Deutschland konnten sich in der Rheinmetropole Köln ehemalige Landsleute, wie auch andere Interessierte und Neugierige, zentralasiatische Musikdarbietungen von hervorragenden Interpreten anhören. Zum Anschauen gab es dazu Gemälde einer Galerie aus Almaty. Josef Bata, unser Korrespondent aus Bonn war auch dabei und schildert seine Eindrücke.

/Bild: Josef Bata. ‚Eine sehr musikalische Familie: Mutter, Vater, Tochter und Sohn Tleukabylow begeisterten das Kölner Publikum mit kasachischen Melodien.’/

Schnell füllte sich der große Saal im Internationalen Zentrum des Kölner Caritas-Verbandes. Etwa 200 Menschen folgten der Einladung des einheimischen Interkulturellen Zentrums Atlant und der Außenstelle der Botschaft der Republik Kasachstan in Bonn. Unter dem Motto „Kasachstan – eine Vielfalt im Herzen Eurasiens“ sollte dort vor allem ein musikalisches Fest veranstaltet werden. Vor und nach dem Konzert hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich einige Gemälde der Galerie Ular aus Almaty anzusehen.

Bei den Gästen handelte es sich im weitesten Sinne hauptsächlich um ehemalige Landsleute. Dementsprechend wurde auch vorwiegend Russisch und Kasachisch gesprochen. Die Kasachstankenner konnten auch aufgrund des Programms gleich wissen, dass sie sich auf wohlbekannte Musikstücke aus der alten Heimat freuen durften. Die deutschsprachigen Gäste blieben hingegen bis zum Beginn gespannt, was auf sie zukommen würde. Ein deutscher Besucher merkte sogar lächelnd an, ihn hätte eigentlich der umstrittene Borat-Film motiviert, das Konzert zu besuchen, um etwas original Kasachisches zu erleben.

Nach den Begrüßungsworten der Leiterin der Außenstelle der kasachischen Botschaft, Gauchar Bejsejewa, kamen alle Anwesenden gleich auf ihre Kosten: eine bekannte Künstlerfamilie aus der Stadt Taras, Gebiet Dschambul, übermittelte mit schwungvollen Gesängen und virtuosen Klängen die Grüße des Volkes Kasachstans an sie.

Die Mutter, Anna Wunder, sang mit ihrer kraftvollen Stimme kasachische und russische Volks- und Tanzlieder und löste mehrmals Begeisterung beim Publikum aus. Für ihren Sohn Timur Tleukabylow, den kasachischsprechenden jungen Künstler, war es überhaupt kein Problem bei seinen sehr gefühlvollen Liedern von einer Sprache in die andere zu wechseln. So ertönten aus seinem Munde nicht nur Melodien seiner Heimat, er machte immer wieder den Sprung in die italienische Musikszene.

Die Gesänge seiner charmanten Schwester Lisa Tleukabylowa hatten die Liebe zum Thema. So erntete sie mehrfach generationsübergreifend dicken Applaus und Bravo-Rufe bei den Zuschauern. Da bei einem kasachischen Volksfest ein Musikinstrument, die bekannte zweisaitige hölzerne Dombra, nicht fehlen darf, präsentierte diesmal das Familienoberhaupt, Karschaubai Tleukabylow, Musikstücke von Kurmangasy und Scheldibajew. Beim spielen des festlichen Liedes „Konil aschar“ konnte der Virtuose seine Künste vor dem entzückten Publikum voll entfalten.

Bei so einer guten Stimmung setzte der Mitorganisator und ehrenamtlicher Geschäftsführer von Atlant, Dmitri Rempel, noch eins darauf. Nach der gelungenen musikalischen Darbietung lud er alle Gäste zu einem Umtrunk mit kasachischen und russischen Spezialitäten ein. So hatte das Jahr Kasachstans in Köln einen interessanten und unterhaltsamen Ausklang.

Von Josef Bata

01/01/10

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Josef Bata ist ein gebürtiger Ungar, lebt seit 37 Jahre in Deutschland. Er ist unter anderem ein freier Journalist für diverse Medien. Einer seiner Schwerpunkte sind die im Mitteleuropa und Zentralasien lebenden Deutschen. Hauptberuflich ist Bata Internetredakteur im Bereich Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in Bonn. Auch für die DAZ verfasste er etliche Beiträge.