Die Assoziation der Deutschen „Wiedergeburt“ (ADVK), das Goethe-Institut Almaty und die GIZ planen in der Spracharbeit und anderen Bereichen eine engere Zusammenarbeit. Während eines Koordinationstreffens am 25. Mai konnten sich die Deutschmittler über gemeinsame Ziele und Maßnahmen verständigen.

Eine zukünftige engere Zusammenarbeit zwischen dem Goethe-Institut, der „Wiedergeburt“ und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) bietet ein großes Potential an Möglichkeiten. Zu diesem Entschluss kamen die Deutschmittler auf einem Treffen am 25. Mai im Deutschen Haus.

„Uns verbindet ein gemeinsames Ziel“, führte Susanne Becker, Leiterin der Sprachabteilung des Goethe-Instituts Almaty, in ihren Begrüßungsworten aus, „Sowohl für die Assoziation der Deutschen Kasachstans (ADVK) als auch für das Goethe-Institut und die Sprachlernzentren, Partner des Goethe-Instituts Almaty, ist die Förderung der deutschen Sprache ein wichtiges Anliegen.“

Vor allem im Rahmen der Sprachförderung unterstützt das Goethe-Institut eine enge Zusammenarbeit mit Deutschmittlern und deutschen Kulturorganisationen: Als künftigen Partner stellt sich das Goethe-Institut auch die Vereinigung der Deutschen in Kasachstan, die „Wiedergeburt“, vor. In den Begegnungszentren der regionalen Wiedergeburtsgesellschaften werden für Interessierte und Vertreter der deutschen Minderheit Deutsch-Sprachkurse angeboten.

Auch in den zwölf PASCH-Schulen stehe die Sprachförderung stets im Vordergrund, so Susanne Becker. PASCH-Schulen (Schulen: Partner der Zukunft) sind Bildungseinrichtungen in Kasachstan mit einer „Deutsch-Ausrichtung“ im Lehrplan. Fünf Schulen mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt, die vom Goethe-Institut Almaty betreut werden, bieten Deutsch als 1. oder 2. Fremdsprache an. An sieben Schulen in Kasachstan, die von der ZfA betreut werden, können die Schüler das Deutsche Sprachdiplom erwerben. Dieses Sprachdiplom ermöglicht den Absolventen den Zugang zu deutschen Universitäten ohne weitere Sprachprüfung.Insbesondere in der gemeinsamen Projekt- und Spracharbeit mit diesen Schulen sieht Alexander Dederer, der Vorsitzende der Assoziation der Deutschen „Wiedergeburt“, eine Möglichkeit der Kooperation.

Dederer möchte diese Zusammenarbeit aktivieren und regte daher zu einem Austausch mit den PASCH-Schulen an. Vom Goethe-Institut erhoffte er sich diesbezüglich Unterstützung, mit den Schulen in Kontakt zu treten.

Winfried Berndt, Projektberater für die Sprachlernzentren und für die Deutsche Minderheit in Kasachstan und Kirgisistan im Auftrag des Goethe-Instituts, erklärte, dass durch das Partnerprojekt zwischen Goethe-Institut und Sprachlernzentren (SLZ) Lerner und Lehrer gefördert werden und Jugendaustausch betrieben wird.

Ein weiterer Pluspunkt sei die Arbeit der Sprachassistenten in den Sprachlernzentren des Goethe-Instituts. Jedes Jahr werden junge deutsche Muttersprachler als Sprachassistenten des Goethe-Instituts nach Kasachstan an die Sprachlernzentren geschickt, um den Deutsch-Unterricht und die Kulturarbeit in den Regionen zu unterstützen. Projekte im Bereich der Deutschen Minderheit sind dabei Teil des Programms für Sprachassistenten.

Zukünftige Partnerschaftsprogramme mit der „Wiedergeburt“ könnten durch eine Beteiligung von Sprachassistenten sehr profitieren, schätzte Winfried Berndt ein. Gemeinsame Projekte, wie Sommerschulen, landeskundliche Seminare o. ä. seien vor allem dann sinnvoll, wenn sie gemeinsam mit den Vertretern der „Wiedergeburt“ in den Regionen entwickelt werden.
Eine zukünftige Partnerschaft der Assoziation der Deutschen mit den Sprachlernzentren des Goethe-Instituts würde zudem erheblich dazu beitragen, das Deutsch als Fremdsprache attraktiver in Kasachstan wird, bekräftigte Alexander Dederer. Außerdem finden zahlreiche Kulturveranstaltungen mit Bezug zur deutschen Sprache und Kultur statt, die zur Förderung der interkulturellen Kommunikation beitragen und das Interesse an deutschen Kulturmittlern verstärken.

Alle zwei Jahre richtet die „Wiedergeburt“ das „Festival der deutschen Kultur“ in verschiedenen Regionen Kasachstans aus. Im Rahmen von EUNIC (European Union National Institutes for Culture) veranstalten zahlreiche europäische Kulturmittler in diesem Jahr im September das Kulturfestival „CAFE.Europe“. Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit bestehen in einer Teilnahme am jährlichen Kulturmittler-Seminar des Goethe-Instituts in Leipzig, welches sich unter dem Motto „ Deutsche Identität“ großer Beliebtheit erfreut.
In der Planung und Organisation dieser gemeinsamen Kulturprojekte komme es darüber hinaus auf die Festlegung der Zielgruppe an, so Winfried Berndt. Die anvisierte Zielgruppe sollte nicht nur auf die deutsche Minderheit fokussiert sein, sondern alle Interessierten mit einbeziehen. Dies erfordere jedoch eine verstärkte und erfolgreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, um diese Informationen so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen.

Die Förderung der deutschen Sprache als gemeinsames Ziel der Deutschmittler erfordert jedoch auch eine Bestandsaufnahme und Qualitätsbewertung der Deutsch-Sprachkurse in den „Wiedergeburts-Gesellschaften“ Kasachstans.

Um die Qualität des Deutschunterrichts an den Begegnungszentren der ADVK evaluieren zu können, bot Susanne Becker vom Goethe-Institut Unterstützung in Form von Sprachprüfungen an. Zur Feststellung des Kenntnisstandes der Kursteilnehmer sei eine Sprachprüfung die einzig mögliche objektive Lösung. Ein Examen habe den Vorteil, dass es für alle einheitlich ist. Für die Begegnungszentren der „Wiedergeburt“ würden die Sprachprüfungen wie im Goethe-Institut auch nach den Vorgaben des Europäischen Referenzrahmens ablaufen. Susanne Becker wies gleichzeitig darauf hin, dass im Rahmen der Qualitätsüberprüfung der „Wiedergeburts-Sprachkurse“ gemeinsame Kriterien festgelegt werden sollten. Mithilfe der langjährigen Erfahrung des Goethe-Instituts in diesem Bereich könnten gemeinsame Prüfungsstandards in den regionalen Sprachzentren der ADVK eingeführt werden.

Eine Überprüfung und Verbesserung der Deutschsprachkurse, so Dederer, trage letztendlich auch zur Förderung der Sprachkurse durch die Assoziation der Deutschen bei.
Jedoch sollte zwischen beiden Partnern bezüglich der Deutsch-Sprachkurse und der Zertifikatsvergabe künftig keine Situation des Wettbewerbs und der Konkurrenz entstehen, betonte Alexander Dederer.

Im Gegenteil: Der Vorsitzende der Assoziation der Deutschen Kasachstans wünscht sich eine „strategische Partnerschaft“ mit dem Goethe-Institut und den Sprachlernzentren in den Regionen. Ein partnerschaftliches Verhältnis sei die Grundlage einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen „Wiedergeburt“ und Goethe-Institut. Es komme ihm darauf an, Offenheit in den gegenseitigen Beziehungen zu demonstrieren und einer Selbstisolierung der Wiedergeburtsgesellschaft im Kreise der Deutschmittler entgegenzuwirken.

Um die neue Zusammenarbeit zwischen der „Wiedergeburt“, dem Goethe-Institut und der GIZ weiterzuentwickeln, sind jedoch noch weitere Absprachen und vor allem Koordinierungstreffen erforderlich. Termine wurden bereits ausgemacht: Schon im Juni soll es auf dem nächsten Treffen um Details in der Planung und Organisation von Kulturveranstaltungen sowie der Qualitätsüberprüfung der Sprachkurse gehen.

Weitere Informationen: www.goethe.de; www.pasch-net.de

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