Mehr Nachwuchsförderung in der Deutschen Minderheit

Mehr Nachwuchsförderung in der Deutschen Minderheit Kasachstan
Mitglieder des Rates des Verbandes der deutschen Jugend. | Foto: Elisabeth Bachmann

Der Deutschen Minderheit in Kasachstan fehlt es an Nachwuchs, der sich in ihrer Organisation „Wiedergeburt“ engagieren will. Für viele junge Menschen spielt ihre deutsche Herkunft keine große Rolle mehr. Am vergangenen Wochenende traf sich der Rat des Verbandes der deutschen Jugend in Astana, um die Zukunft der Jugendarbeit des Verbandes zu besprechen. An dem Treffen nahm auch der neue Vorsitzende des Gesellschaftsfonds der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, Albert Rau, teil.

Der Nachwuchs in der deutschen Minderheit muss stärker zusammenarbeiten und wirtschaftlich erfolgreicher werden. Das ist eine der Schlussfolgerungen des Rates des Verbandes der deutschen Jugend, der sich am vergangenen Wochenende in Astana traf. Es ging darum, die Zukunft der Jugendarbeit des Verbandes zu besprechen. Auch der neue Vorsitzende des Gesellschaftsfonds der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“, Albert Rau, nahm an dem Treffen teil.

Er fasst die Ergebnisse der Konferenz so zusammen: „Es wurde eine Resolution verabschiedet, in der Jugendarbeit als vorrangiges Ziel für Tätigkeit der ‚Wiedergeburt‘ festgehalten wurde. Das bestehende Programm für die Arbeit mit Jugendlichen muss nun wirklich umgesetzt werden. Dabei sollte die Jugend auch mehr mit den deutschsprachigen Medien in Kasachstan, wie der Deutschen Allgemeinen Zeitung (DAZ) und dem deutschsprachigen Programm auf Radio Kasachstan, zusammenarbeiten.“

Ein großes Problem für die deutsche Minderheit in Kasachstan ist, dass sich für viele Jugendliche ihre deutsche Herkunft und die deutsche Sprache keine große Rolle mehr spielen. „Wenn wir weiterhin als Ethnie überleben wollen, müssen wir der Jugend ein Gefühl der Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit vermitteln“, forderte Rau und sagte weiter: „Es ist eine Art nationale Idee! Meine Generation hat ihre nationale Identität trotz des Verlustes der Muttersprache zu einem gewissen Grad bewahrt. Doch wie wird das bei zukünftigen Generationen sein?“

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Auf der Konferenz wurden verschiedene Lösungsansätze besprochen. Eine Idee ist die Unterstützung durch deutsche Unternehmer und die Förderung des Unternehmergeistes bei der deutschen Jugend. „Der Verband der deutschen Jugend Kasachstans soll eine Kaderschmiede für die gesellschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans in den einzelnen Regionen werden“, sagt Jewgenij Bolgert, Generaldirektor der Firma „Orda-Astana“ und Vorstandsmitglied des Gesellschaftsfonds der Deutschen Kasachstans „Wiedergeburt“. Nach Meinung des Unternehmers hat der Verband das Potenzial hierfür.

Im Rahmen des alljährlichen Sprachlagers soll deshalb im kommenden Sommer eine Start-up-Woche durchgeführt werden. Dazu sollen erfolgreiche Unternehmer eingeladen werden, die ethnische Deutsche sind. Jugendliche mit einer guten Geschäftsidee sollen nach einer erfolgreichen Präsentation eine kleine Starthilfe von den Unternehmern erhalten. „So werden die Unternehmer zu Investoren in den unternehmerischen Nachwuchs der deutschen Minderheit“, erklärt Bolgert.

Es gebe bereits eine Menge Vorschläge von Seiten der möglichen Jungunternehmer, sagt Bolgert, zum Beispiel die Schaffung eines Bildungs– und Sprachenzentrums, die Gründung einer Veranstaltungsagentur, eines Übersetzungsbüros, sogar eine deutsche Schneiderei ist im Gespräch. „Wir werden ihnen helfen, Geschäftspläne zu entwickeln sowie ab 2018 notwendige Schulungen und Seminare anzubieten.“

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Um die deutsche Minderheit besser untereinander zu vernetzen, aber auch mehr Kontakt nach Deutschland herzustellen, werde zudem gerade an einer technischen Lösung, einer Art Portal gearbeitet. Dieses soll den Austausch vereinfachen. In einer Datenbank sollen zudem Absolventen der Deutsch-Kasachischen Universität und Studenten, die im Ausland waren, zu finden sein. Hier können auch die Jugendclubs in den einzelnen Regionen einen wichtigen Beitrag leisten. Sie müssen Multiplikatoren für den Verband der deutschen Jugend Kasachstans werden, so Bolgert.

Maria Borisewitsch, Vorsitzende des Klubs der deutschen Jugend in der Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ in Karaganda und Mitglied des Kuratoriums des Gesellschaftsfonds „Wiedergeburt“, ergänzt: „Wir haben im Rat die Ziele und Aufgaben des Verbands für die nächsten drei Jahre im Bereich Jugendarbeit besprochen. Momentan wird ein entsprechendes Konzept ausgearbeitet, dessen Leitmotiv die Stärkung der deutschen Jugend ist. Im kommenden Jahr wollen wir über Ergebnisse diskutieren.“