Werner Schertel war selbst Skispringer 15 Jahre . Heute ist er Architekt und hat die neue Skisprungschanze für die Asienspiele 2011 in Almaty geplant.Ende September wurde sie eröffnet. An dem Bauprojekt arbeiteten kasachstanische, deutsche und finnische Firmen zusammen. Im Interview mit der DAZ spricht Werner Schertel über seine Faszination für Skisprungschanzen, die Zusammenarbeit mit kasachstanischen Geschäftspartnern und seine Verbindung von Sport und Beruf.

/ Bild: Olesja Klimenko. ‚Werner Schertel, Architekt der neuen Skisprungschanze in Almaty.’/

Herr Schertel, Sie haben als leitender Architekt die neue Skisprungschanze in Almaty geplant. War das Ihr erstes Projekt dieser Art?

Nein, die Planung von Skisprungschanzen ist eine Art zweites Standbein von mir. Ich bin Inhaber eines mittelständischen Architekturbüros in Bayern. Wir haben bereits in Deutschland und Russland mehrere Skisprungschanzen geplant, unter anderem in Bad Freienwalde, Jekaterinenburg und Chanty-Mansijsk. Zu unserem Aufgabenspektrum zählen auch öffentliche Gebäude, wie zum Beispiel Rathäuser, Kindergärten und Schulen. Wir arbeiten auch für Banken und den gewerblichen Mittelstand und planen Produktionslagergebäude.

Was fasziniert Sie an der Planung von Skisprungschanzen?

Ich war früher selbst Skispringer. 15 Jahre habe ich den Sport betrieben. Es macht mir viel Spaß, den eigenen früheren Sport, zu dem ich noch sehr viel Kontakt und Verbindungen habe, auch zu den Trainern und Springern, mit der beruflichen Tätigkeit zu verbinden.

Die Planung der Skisprungschanze in Almaty war Ihr erstes Projekt in Kasachstan. Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit mit den kasachstanischen Partnern?

Am Anfang war für uns natürlich alles neu, sowohl die Mentalität als auch die Arbeitsweise unserer kasachstanischen Partner. Wir haben uns aber im Laufe der Projektbearbeitung wirklich sehr gut arrangiert und unsere Arbeitsweisen angeglichen. Das Einzige, was ich als negativ oder als problematisch empfinde und wo wir auch im Laufe des letzten Jahres unsere Ansprüche und Erwartungen heruntergefahren haben, ist ganz einfach die Ausführungsweise. Diese ist leider noch nicht, ich sage bewusst noch nicht, auf dem für uns gewohnten Niveau wie in Europa oder in Deutschland.

Möchten Sie weiterhin in Kasachstan arbeiten?

Ich bin jetzt seit vier Jahren in dem Land tätig. Mittlerweile ist unser Auftrag realisiert, und ich hoffe, dass es durch die vielfältigen Kontakte, die wir hier in den letzten Jahren knüpfen konnten, die Möglichkeit für weitere Projekte gibt. Wir haben hier viele neue Freunde gefunden. Ich muss wirklich sagen, ich habe mich hier immer sehr wohl gefühlt und komme immer wieder gern nach Almaty.

Interview: Olesja Klimenko

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