Die Deutsche Allgemeine Zeitung (DAZ) hatte Ende Juni zum Workshop für Journalisten und Deutschlehrer eingeladen. Ziel des Kurses war, die journalistische Arbeit in der DAZ zu professionalisieren und Deutschdozenten und -lehrer zur Zeitungsarbeit im Unterricht zu befähigen. Die Berliner Journalistin Ulrike Butmaloiu leitete den Kurs.

„Es ist sehr wichtig, dass wir die Aufgaben innerhalb der Redaktion neu verteilt haben“, sagt Olesja Klimenko. Die Chefredakteurin der DAZ ist mit dem Ergebnis des Seminars sehr zufrieden. Zwei Tage hatten feste und freie Mitarbeiter der Deutschen Allgemeinen Zeitung gemeinsam gearbeitet, um ein Redaktionsstatut zu entwerfen und die Arbeit in der Redaktion neu zu strukturieren. So wurden in der ersten Sitzung die Aufgabenbereiche der Mitarbeiter neu definiert. Dies soll die Chefredakteurin des russischen Teils, Olesja Klimenko (27) entlasten. Klimenko: „Das alte Statut und die Aufgabenprofile der DAZ sind zu Zeiten geschrieben worden, als noch ca. 20 Mitarbeiter da waren. Jetzt haben wir nur vier Festangestellte, die für alle Aufgaben zuständig sind, da ist eine gute Arbeitsorganisation wichtig.“

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt des von der deutschen Journalistin Ulrike Butmaloiu geleiteten Seminars war die Weiterbildung von Deutschlehrern und – dozenten. „Wir wollen Almatyer Lehrern Grundkenntnisse des Journalismus vermitteln und sie dazu befähigen, die Deutsche Allgemeine Zeitung gezielt im Unterricht einzusetzen“, so die Deutsche, die an der Freien Universität Berlin ein Programm zur Journalistenweiterbildung leitet. Falk Krentzlin, der als Deutschlehrer für eine deutsche Organisation in Almaty arbeitet, gestaltete so einen Seminarteil über die „Besonderheiten der Zeitungssprache“ und spezifische Möglichkeiten des Deutschlernens mit Zeitungstexten. Abschluss der Fortbildung für die Deutschlehrer war ein Redaktionsrundgang. Dort zeigten sich die Teilnehmer auch kritisch gegenüber der journalistischen Arbeit der DAZ und trugen ihre Verbesserungsvorschläge vor. Wichtiges Ziel beider Seminare war auch, über die Zukunft der DAZ und ihre Zielgruppe zu diskutieren. Nur wenige Leser würden noch der verbliebenen deutschen Minderheit angehören. „Die jüngeren Leute und auch die jüngeren Deutschen lesen nur äußerst selten die DAZ. Ältere Russlanddeutsche sprechen häufig besser Deutsch als ihre Nachkommen. Jungendliche mit einem deutschen Hintergrund unterhalten sich sowieso meist auf Russisch, da die Sprache für sie auch ihre Muttersprache ist“, erklärt Ruben Bachmann (23), neuer Mitarbeiter der DAZ. „Wir müssen uns in Zukunft verstärkt um die nichtethnischen Deutschen bemühen und besonders auf Bildungsmessen und an den Universitäten präsent sein. Leider haben wir nur wenig finanzielle Mittel, um die Zeitung in der Öffentlichkeit zu präsentieren, dies verhindert einen effektiven Vertrieb der DAZ“, so Vertriebsmanagerin Anastasia Willhelm (22).

Das Seminar wurde auf Initiative der DAZ-Redakteurin Cornelia Riedel veranstaltet und aus Mitteln des Instituts für Auslandsbeziehungen unterstützt.

Von Ulf Engert

06/07/07

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