Sabine Hoscislawski ist von April bis Juni als Praktikantin bei der DAZ in Almaty. Als Studentin des Doppel-Masterstudiengangs European Studies zwischen der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder und dem Institut für Politikwissenschaften an der Universität Straßburg ist es ihr erster Aufenthalt in Zentralasien.

Meinen ersten Themenvorschlag bekomme ich von ifa-Redakteurin Othmara: „Schreib doch über deine ersten Eindrücke in Kasachstan.“ – Meine ersten Eindrücke? Gar nicht so einfach in Worte zu fassen. Nach acht Stunden Flug bin ich zunächst erleichtert, endlich angekommen zu sein. Ich bin so damit beschäftigt, dass ich es verpasse, einen Blick aus dem Flugzeugfenster zu werfen. Das Panorama der im Morgengrauen beeindruckenden Bergsilhouette, die hinter Almaty aufragt und vom Reiseführer als atemberaubender erster Anblick für die aus Europa kommenden Flugzeuge angepriesen wurde, entgeht mir. Auch achte ich bei der Taxisuche nicht darauf, einen Fahrpreis ins Stadtzentrum auszuhandeln. „Willkommen in Almaty“, wünscht mir der Begleiter des Taxifahrers und die Fahrt durch die vollen Straßen ins Stadtzentrum geht los. Almaty empfängt mich in tristem Grau, Schnee liegt auf den Dächern und ich bin verwirrt. Hatte doch der Wetterbericht vom vergangenen Wochenende über 20 Grad angezeigt. Meine Unbedachtheit am Taxistand wird mir 45 Minuten später bei der Ankunft am Deutschen Haus dann auch zum Verhängnis: Die Taximeter-App zeigt 17.000 Tenge an, eine Unsumme für die sonst üblichen 2.000-2.500 Tenge. Ein Touristenfehler, vor dem ich sogar gewarnt wurde! Zwar lässt sich der Taxifahrer nach einigem Hin und Her auf 4.000 Tenge Fahrpreis ein, ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch. Beim Bezahlen merke ich, dass der Fahrer unsere Auseinandersetzung mit seinem Handy gefilmt hat.

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Das ist jedoch schnell vergessen. Die für mich neue Stadt und fremde Umgebung sind erst einmal spannender. Auf meinen ersten Wegen komme ich aus meinem Viertel, in dem ich die nächsten drei Monate arbeiten und wohnen werde, nicht heraus. Im Stadtzentrum gelegen bin ich von den vielen großen Hochhäusern, den breiten Straßen und dem grauen Tag erst einmal erschlagen. Ich rufe mir in Erinnerung, dass die Bauweise hier anders ist, als ich es aus Mitteleuropa kenne. Autos halten dagegen ebenfalls am Zebrastreifen, was die Angst vor den viel befahrenen Straßen nimmt. Meine ersten Unternehmungen in der neuen Stadt reduzieren sich zunächst darauf, die Einkaufsmöglichkeiten auszuprobieren und essen zu gehen. Ich lerne, dass die Kasachstaner sehr gastfreundlich sind und merke, dass hier der Plastikverbrauch ein anderer ist. Außerdem bestätigt sich, dass es als Vegetarierin schwierig wird außer Haus zu essen, freue mich aber über die Maiskolben, die am Straßenrand verkauft werden. Der zweite Tag beginnt in dem gleichen Grau wie der erste. Im Laufe des Vormittags setzt sich die Sonne durch und ich erblicke endlich die schneebedeckten Berge, die in der Sonne vielversprechend aufragen. Ich bin gespannt auf die nächsten Monate!

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