Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, die vom 3.-5. März 2026 in Berlin zum 60. Mal stattfand, wurde, wie schon im Vorjahr, Zentralasien repräsentiert.

Die komplette Region, die diesmal durch die Länder Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgistan und Tadschikistan vertreten war, erfreut sich bei den Fachbesuchern der Internationalen Tourismusbörse einer immer größeren Beliebtheit. Das ist auch daran zu erkennen, dass die Stände gut besucht sind. In direkten Gesprächen mit den Ausstellern wird insgesamt eine positive Bilanz gezogen.

Tadschikistan

Auf Initiative der Botschaft der Republik Tadschikistan in der Bundesrepublik Deutschland und in Zusammenarbeit mit dem Komitee für Tourismusentwicklung bei der Regierung der Republik Tadschikistan wurde auf der ITB ein nationaler Stand zur Präsentation der touristischen Möglichkeiten des Landes organisiert. Den Besuchern, Vertretern von Reiseunternehmen sowie potenziellen Partnern wurden Werbematerialien über das touristische Potenzial Tadschikistans präsentiert. Am Stand von Tadschikistan war die Stimmung sehr gut, da die Fachbesucher durch musikalische Einlagen mit ausgezeichneten Tänzerinnen in traditioneller Kleidung sehr gut unterhalten wurden.

Bekannt ist Tadschikistan zudem für seine hervorragende Gastfreundschaft und seine zahlreichen alpinen Seen, wie der Iskander-Kul oder der Sarez-See. Das Land ist ein Paradies für Trekking, Bergsteigen und Ökotourismus (z. B. im Fan-Gebirge). Es gilt als Geheimtipp für Abenteurer und Naturliebhaber.

Usbekistan

Usbekistan war mit einem sehr großen Stand auf der ITB 2026 vertreten, denn das Land hat viel zu bieten. Der Binnenstaat ist berühmt für seine historischen Städte an der Seidenstraße, die mit ihren blauen Kuppeln, Minaretten und Medresen, sogenannten Koranschulen, zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Daher ist der Tourismus in Usbekistan geprägt vom reichen Kulturerbe einer beeindruckenden Geschichte und von einer islamisch geprägten Architektur.

Das Land hat aber auch weite Wüstenlandschaften, die etwa 80% des Staatsgebiets ausmachen, darunter die Kyzylkum-Wüste. Im Osten erhebt sich jedoch ein Gebirge (der Westliche Tian Shan) mit Berggipfeln von bis zu 4.500 Metern. So dass Usbekistan für den Aktivtourismus wie Wandern, Reiten, Radsport/Mountainbiken, Ski- und Wassersport hervorragend geeignet ist.

Eine touristische Attraktion sind immer die lebendigen Basare, bei dem das Handeln zum guten Ton gehört. Die Infrastruktur in Usbekistan wird immer weiter ausgebaut. Ein bekanntes Beispiel dafür sind die modernen Hochgeschwindigkeitszüge, der sogenannte Afrosyob, der Taschkent, Samarkand und Buchara miteinander verbindet. Auch verbindet Usbekistan persische, türkische und russische Einflüsse zu einer einzigartigen kulturellen Identität.

Turkmenistan

Eine Besonderheit auf der Internationalen Tourismusbörse ist Turkmenistan, welches mit einem eher kleineren Stand vertreten war. Der zentralasiatische Staat ist eines der am wenigsten besuchten Länder der Welt. Etwa 80% des Landes sind von der Karakum-Wüste (vom „Schwarzer Sand“) bedeckt, einer der trockensten Wüsten der Welt.

Das Land zeichnet sich durch seine extreme geographische Beschaffenheit, enorme Erdgasvorkommen (Turkmenistan besitzt die weltweit viertgrößten belegten Erdgasreserven) und eine isolierte politische Haltung aus, aus der sich das Land langsam befreit. Denn auch in Turkmenistan hat man erkannt, dass der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Turkmenistan ist bekannt für seine reiche nomadische Kultur, womit das Land wirbt.

Dazu gehören auch die Achal-Tekkiner-Pferde, die nicht nur der Stolz der Nation sind, sondern auch zu den teuersten Pferden weltweit gehören. Diese edle Pferderasse ziert das Wappen des Landes und gilt als Symbol für Prestige und Mut. Zur nomadischen Kultur gehören turkmenische Teppiche. Die Teppichweberei ist ein zentraler Teil der Kultur; fünf traditionelle Teppichmuster (Guls) finden sich auf der Nationalflagge.

Zwei Besonderheiten werden auf dem Stand von Turkmenistan bei der Internationalen Tourismusbörse besonders beworben. Zum einen das „Tor zur Hölle“, den sogenannten „Darvaza-Krater“, der sich teilweise durch seine bis zu 15 m hohen Flammen auszeichnet. Der „Darvaza-Krater“, der sich 260 km nördlich der Hauptstadt Aschgabat befindet, ist ein brennender Krater in der Wüste und entstand 1971 in der turkmenischen Karakum-Wüste durch einen Unfall bei sowjetischen Erdgasbohrungen. Der Boden unter einem Bohrturm stürzte in eine unterirdische Kaverne ein, woraufhin Methangas austrat. Um die Ausbreitung giftigen Gases zu verhindern, wurde es angezündet und nun brennt es schon seit über 50 Jahren ununterbrochen. Mittlerweile ist der Gaskrater ein Wahrzeichen des Landes.

Insgesamt zeichnet sich Turkmenistan durch seine reiche Geschichte, seine Kultur und seine erstaunlichen Naturschönheiten aus, die es im ganzen Land zu entdecken gibt. Jede Ecke Turkmenistans bietet etwas Besonderes, seien es historische Denkmäler, Naturlandschaften oder moderne architektonische Meisterwerke.

Kirgisistan

Jedes zentralasiatische Land hat seine Eigenheiten und seinen Charakter. So auch Kirgisistan. Kirgisistan liegt im Hochgebirge des Tianshans und errreicht mit dem
7.439 m hohen Dschengisch Tschokuso die größte Höhe. Über 90% des Territoriums befinden sich oberhalb von 1.500 Metern Seehöhe, 94% der Landesfläche sind gebirgig, nur auf 20% der Fläche ist das Betreiben von Landwirtschaft möglich.

Der Tourismus in Kirgisistan ist stark durch den Jailoo-Tourismus (Nomadenlebeben) charakterisiert. Was bedeutet, dass man am täglichen Leben in Jurten bei Nomaden teilnehmen kann. Dadurch erhält man Einblicke in nomadische Bräuche, traditionelle Küche (Hammelfleisch, Plov, Kumis) und Beizjagd.

Aufgrund seiner geologischen Strukturen ist der typische Tourismus in Kirgisistan von Übernachtungen in Jurten, vom Ökotourismus und dem Eintauchen in die Kultur der Hirten, die oft in isolierten Regionen leben, geprägt.

Trekking, Wandern, Reiten, Bergsteigen in einer unberührten, hochalpinen Natur gehört ebenso zum kirgisischen Tourismus wie die Unterbringung in lokalen Unterkünfte und geführte Touren, deren Erlöse direkt den jeweiligen Gemeinden oder Familien zugutekommen, welche die Touren organisieren.

Auch finden Übernachtungen in freier Natur, oft weitab von jeglicher modernen Infrastruktur, statt. Der Tourismus ist überwiegend naturnah, nachhaltig und bietet ein authentisches Erlebnis des zentralasiatischen Nomadenlebens. Und nicht zu vergessen ist die hohe Wertschätzung der Gäste in Kirgisistan. Auch in diesem zentralasiatischen Land spielt die Gastfreundschaft eine wichtige Rolle.

Christian Grosse

Teilen mit:

Hinterlasse eine Antwort

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein