Ursprünglich sollte in Kasachstan die Bevölkerungszahl 2020 ermittelt werden. Wegen der Pandemie musste das Vorhaben jedoch um ein Jahr verschoben werden. Im Oktober können die Befragten zwischen digitaler Datenerhebung und Hausbesuchen wählen.

Im Oktober 2021 findet in Kasachstan die nächste Volkszählung statt. Darüber berichtete Kairat Kelimbetow, der Vorsitzende der Agentur für strategische Planung und Reformen und Gouverneur des Internationalen Finanzzentrums Astana, auf einer Regierungssitzung am Dienstag.

Kelimbetow erläuterte dabei auch eine Neuheit beim Ablauf der Zählung. Demnach sollen in diesem Jahr erstmals Daten im Zuge einer Online-Befragung erhoben werden. Mithilfe der speziell dafür eingerichteten Seite sanaq.gov.kz sollen die Menschen selbständig Angaben über sich und ihre Familienangehörigen machen können, ohne dafür an einen bestimmten Ort gebunden zu sein. So kämen laut Kelimbetow bei einer Zählung erstmals „moderne Digitalisierungstechnik und Automatisierungsprozesse zum Einsatz“.

Wer über keinen Zugang zu einem Computer oder zum Internet verfügt, wird dennoch nicht außen vor gelassen. So werden auch im Oktober die traditionellen Hausbesuche bei jenen Befragten durchgeführt, die nicht an der Online-Befragung teilnehmen. Mit Blick auf die Corona-Situation versprach Kelimbetow dabei am Dienstag auch die Einhaltung sämtlicher Hygienenormen. Als weitere Neuheit kündigte er die Ausstattung der Interviewer mit Tablets an. Diese sollen anschließend an Schulen der jeweils zuständigen Region abgegeben werden.

Volkszählung in Pandemie-Zeiten

Ursprünglich war die Durchführung der Volkszählung für 2020 geplant. Wegen der Pandemie wurde das Ereignis, bei dem der direkte Kontakt zwischen Fragern und Befragten unvermeidlich ist, auf dieses Jahr verschoben. Die Zählung im Oktober ist die insgesamt dritte seit der Unabhängigkeit der post-sowjetischen Republik. Das erste Mal wurde die Bevölkerung 1999 gezählt, die zweite Zählung fand 2009 statt.

Damals wurden rund 16 Millionen Menschen gezählt, darunter etwa 10 Millionen Kasachen, 3,8 Millionen Russen, und etwa 450.000 Usbeken. Deutsche stellten knapp 180.000 Einwohner.

Laut Kairat Kelimbetow soll die Online-Erhebung in diesem Jahr vom 1. bis zum 15. Oktober stattfinden. Die Hausbesuche sind demnach für den Zeitraum vom
1. bis 30. Oktober vorgesehen. Mit einem Ergebnis wird dann im kommenden Jahr gerechnet.

Ausgaben von 8,2 Milliarden Tenge in ursprünglichen Planungen vorgesehen

Vorangegangen war der Ankündigung am Dienstag eine Initiative von Präsident Kassym-Schomart Tokajew. Dieser hatte am Freitag auf einer Sitzung des Hohen Rates für Reformen die Bildung einer Arbeitsgruppe angeordnet, die unter Leitung des stellvertretenden Ministerpräsidenten die organisatorischen Grundlagen für den Zensus schaffen solle.

Zu den Kosten der Volkszählung hatte sich bereits vor einem Jahr das Statistikkomitee des Wirtschaftsministeriums geäußert. Damals wurden insgesamt 8,2 Milliarden Tenge veranschlagt. Für jeden Interviewer waren seinerzeit 100.000 Tenge pro Monat vorgesehen.

azrm.

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