Bei der „Global Disruptive Tech Challenge“ schlagen kluge Köpfe weltweit innovative Projekte vor. Deren Ziel ist es, einen Beitrag zur Landschaftswiederherstellung auf dem Gebiet des Aralsees zu leisten. Die Sieger glänzen mit Projekten aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Der Aralsee ist weithin bekannt als Schauplatz einer der größten ökologischen Katastrophen, die sich je in Zentralasien ereigneten. Obwohl das Gewässer als verloren gilt, hat sein Schicksal immer wieder Initiativen hervorgerufen, die sich seiner Wiederherstellung oder zumindest der Rettung seiner Überbleibsel verschrieben haben. Wer innovative Ideen zur Landschaftswiederherstellung in der Aralseeregion und in Zentralasien hat, der konnte diese in diesem Jahr im Rahmen eines breit unterstützten internationalen Wettbewerbs einbringen: der Global Disruptive Tech Challenge.

Organisiert wurde das Projekt mit Unterstützung des Central Asia Water and Energy Program (CAWEP), einer Stiftung, welche die EU gemeinsam mit der Schweiz und Großbritannien finanziert. Die Umsetzung unter Federführung der Weltbank oblag neben anderen Partnern der Deutsch-Kasachischen Universität (DKU).

Die Gewinner der Global Disruptive Tech Challenge wurden am 9. April bekanntgegeben. Angesichts der Bandbreite von eingereichten Projekten dürfte die Auswahl nicht leichtgefallen sein. Unter den preisgekrönten Projekten war von blühenden Baumplantagen zum Aufbau einer Imkereiindustrie über frauenzentrierte Ausbildung im Management natürlicher Ressourcen bis hin zur Wiederherstellung salzgetrockneter Landschaften alles dabei. Die vier Hauptpreisträger durften sich im Rahmen einer virtuellen Zeremonie freuen, die von der Weltbank in Zusammenarbeit mit dem Global Landscapes Forum (GLF), der DKU und dem innovativen Unternehmen Plug and Play (P&P) veranstaltet wurde.

Insgesamt wurden 159 Vorschläge aus 28 Ländern auf fünf Kontinenten zum Wettbewerb eingereicht. Mehr als die Hälfte der Vorschläge kam aus den zentralasiatischen Ländern. Ein angesehenes Gremium aus 42 Experten der Weltbank und Partnerorganisationen aus der ganzen Welt bewertete die Einreichungen und nominierte 24 führende Projekte.

Die vier Projekte der Hauptpreisträger, die mit 5.000 US-Dollar dotiert waren, kurz vorgestellt:

  • Landwirtschaft und Landbewirtschaftung: Ein Landschaftsrestaurierungsprozess, der auf der Verwendung lokaler Sedimente und Abfallmaterialien zur Stabilisierung von trockenem Salzland basiert – entwickelt von NETICS B.V. aus den Niederlanden. Das patentierte GEOWALL®-Verfahren des Unternehmens soll verhindern, dass giftige Böden von Winden aus dem beschädigten Aralseebecken weggetragen werden.
  • Nachhaltige Forstwirtschaft: Der von Natalya Akinshina und Azamat Azizov aus Usbekistan entwickelte Vorschlag „Die Aral-Honiggärten“ sieht vor, blühende Bäume zu pflanzen, um eine Imkereiindustrie zu entwickeln, die neben Wiederaufforstung auch Arbeitsplätze und Einkommen bringt.
  • Sozioökonomische Entwicklung: Die Initiative des Tadschikistan Women Water Forum befähigt Frauen auf dem Land durch Online-Technologien, Mentoring und Schulungen im Bereich Wasser- und Landmanagement. Das Projekt zielt darauf ab, sich mit Initiativen in Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan zu verbinden.
  • Information und Wissen: Die „Sentinels-App“ für nachhaltiges Weidemanagement der kartECO-Environmental and Energy Engineering Consultancy aus Griechenland ist ein Cloud-basiertes Online-System, das darauf abzielt, Grasland zu schützen und die Zerstörung von Weideland in Zentralasien zu reduzieren.

„Indem wir den Aralsee in den Fokus der kreativen Köpfe der Welt rücken, war es unser Ziel, neue Lösungen zur Bekämpfung der Landverschlechterung im Aralsee zu finden“, sagte Lilia Burunciuc, Regionaldirektorin der Weltbank für Zentralasien. „Es ist toll, zu sehen, wie die Global Disruptive Tech Challenge die globale Aufmerksamkeit auf dieses lokale Problem gelenkt und kreative Köpfe weltweit dazu angeregt hat, innovative Lösungen vorzuschlagen. “

cstr./DKU

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