Ausländer, die nach Kasachstan einreisen wollen, brauchen weiterhin ein Visum. Die kasachische Regierung verlängert mit diesem Beschluss eine Maßnahme, die zunächst bis zum 1. November galt.

Um einer weiteren Infektionswelle durch Corona vorzubeugen und eine mögliche Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern, ergreift Kasachstan neue einschränkende Maßnahmen. Betroffen ist der internationale Reiseverkehr. So beschloss die für Anti-Corona-Maßnahmen zuständige Regierungskommission auf ihrer Sitzung am Montag, dass die visumsfreie Einreise nach Kasachstan bis zum 1. Mai 2021 ausgesetzt bleibt. Das entspricht einer Verlängerung um ein halbes Jahr.

Die entsprechende Maßnahme war bereits im April beschlossen worden und zunächst bis zum 1. November 2020 befristet. Die Beschränkung bezieht sich auf Bürger von insgesamt 57 Ländern, darunter Deutschland. Verlängert wurde zudem der Stopp für den 72-stündigen visumsfreien Aufenthalt von Bürgern aus China und Indien bis zum 1. Januar 2021.

Flüge werden weiter reduziert

Darüber hinaus beschloss die Regierungskommission am Montag auch Reisebeschränkungen für Ausländer mit einem Aufenthaltstitel in Kasachstan. Diese sollen die Grenze ab sofort nur noch einmal alle 90 Tage überqueren dürfen. Zuvor war ein Grenzübertritt pro 30 Tage erlaubt. Die Regel gilt auch für Familienangehörige der betroffenen Personen. Außerdem wurde am Montag auch beschlossen, die Zahl der Flüge zwischen Kasachstan und der Türkei von 33 auf 20 zu reduzieren. Ähnliches war zuvor bereits mit anderen internationalen Flügen geschehen. Auch der Flugverkehr zwischen Kasachstan und Deutschland ist inzwischen wieder reduziert. Hinzu kommt, dass alle ausländischen Fluggäste bei der Einreise nach Kasachstan einen gültigen PCR-Test brauchen.

In Kasachstan selbst ist das Infektionsgeschehen aktuell weitgehend unter Kontrolle, wenngleich auch hier wieder steigende Fallzahlen zu beobachten sind. Die mit Abstand meisten Fälle gibt es dabei in der Region Ostkasachstan. Erhöhte Fallzahlen melden auch Pawlodar und Westkasachstan, wo der regionale Hygienebeauftragte am Wochenende Lockerungen der Quarantänemaßnahmen eine Absage erteilte, da die epidemiologische Situation „zu instabil“ sei.

Ex-Gesundheitsminister festgenommen

Im Mittelpunkt stand diese Woche neben den neuen Maßnahmen der ehemalige Gesundheitsminister Kasachstans Jelzhan Birtanow. Die kasachische Finanzaufsicht meldete am Montag die Verhaftung des Ex-Ministers, der im Amt war, als das Land die ersten Corona-Fälle verzeichnete und in Quarantäne ging. Laut einer Pressemitteilung der Behörde wird Birtanow die Veruntreuung von Geldern „in besonderem großem Ausmaß“ vorgeworfen. Weitere Angaben wurden unter Verweis auf laufende Ermittlungen nicht gemacht.

Birtanow war am 25. Juni von Präsident Tokajew von seinem Posten entlassen worden. Da der Ex-Minister zu diesem Zeitpunkt an Corona erkrankt war, führte er seine Entlassung darauf zurück, dass er eine längerfristige Behandlung benötige. Sein Nachfolger im Amt ist seitdem Alexej Zoi.

cstr

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