Mit einem symbolischen Druck auf den Startknopf hat Usbekistans Präsident Schawkat Mirsijojew eines der größten Industrieprojekte Usbekistans offiziell in Betrieb genommen: die Kupferaufbereitungsanlage Nr. 3 des Bergbau- und Metallurgiekombinats Almalyk. Die neue Fabrik markiert einen Meilenstein in der industriellen Entwicklung des Landes. Dies ist nicht nur wegen ihrer schieren Größe so. Vielmehr gilt das auch wegen ihrer strategischen Bedeutung für die usbekische Volkswirtschaft.

Die Anlage, die 2,7 Milliarden US-Dollar gekostet hat und auf einer Fläche von 196 Hektar errichtet wurde, soll jährlich bis zu 60 Millionen Tonnen Erz verarbeiten und rund 900.000 Tonnen Kupferkonzentrat produzieren. Damit zählt sie nicht nur zu den größten Kupferfabriken Zentralasiens. Außerdem gehört sie auch weltweit zu den führenden Aufbereitungsbetrieben.

Eine langfristige Vision

Doch für Usbekistan ist das Projekt weit mehr als nur ein reiner Produktionsstandort. Präsident Mirsijojew betonte die langfristige Vision: „Wer eine Wertschöpfungskette mit hoher Wertschöpfung in der Kupferindustrie aufbaut, der legt den Grundstein für die Industrie der Zukunft.“Kupfer hat sich in diesem Zusammenhang zu einem strategisch wichtigen Rohstoff entwickelt. Es ist unverzichtbar für Energie, Elektrotechnik, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und die „grüne“ Wirtschaft. Die neue Fabrik ist daher von zentraler Bedeutung für die ambitionierten Pläne des Landes. Das Land möchte nicht nur Rohstoffe exportieren. Vielmehr soll der Großteil seiner Rohstoffe im Inland weiterverarbeitet werden. Bereits in diesem Jahr soll die Produktionskapazität auf 240.000 Tonnen tiefverarbeitetes Kupfer steigen. Zudem strebt Usbekistan ein weiteres deutliches Wachstum in den kommenden Jahren an.

Der Bau der Fabrik brachte auch Impulse für die regionale Wirtschaft: Tausende neue Arbeitsplätze entstehen, darunter zahlreiche hochqualifizierte Positionen. Gleichzeitig werden Wissenschaft und Ausbildung gestärkt. Internationale Kooperationen mit Universitäten in Italien, Russland, China und den USA sorgen für die Ausbildung von Fachkräften, die die Branche langfristig tragen werden.

Technologische Maßstäbe

Technologisch setzt das Projekt ebenfalls Maßstäbe: Die gesamte Produktion wird digital überwacht, zahlreiche Prozesse steuert die künstliche Intelligenz. Das soll den Energieverbrauch um zehn Prozent senken. Außerdem sollen die Produktionskosten um 15 Prozent reduziert und die Produktivität um zehn Prozent gesteigert werden.

Mirsijojew machte deutlich, dass diese Investitionen in Technologie, Infrastruktur und Menschen zugleich eine soziale Dimension haben: „Das Land, das eine nachhaltige Infrastruktur für die umfassende Verarbeitung von Rohstoffen schafft, sichert Einkommen für tausende Familien, fördert die Entwicklung der Regionen und stärkt den Staat.“

Die Rohstoffbasis für diese Pläne ist solide: Allein die Lagerstätten „Yoshlik-1“ und „Kalmakyr“ enthalten Erze für die Produktion von etwa 45 Millionen Tonnen Kupfer und über 5.000 Tonnen Gold. Experten bezeichneten dies als ausreichende Reserven für mindestens 100 Jahre. Auch seltene Metalle wie Molybdän, Selen, Tellur und Rhenium werden in Almalyk produziert. Sie sollen die Grundlage für weitere innovative Projekte in verschiedenen Zukunftsbranchen bilden.

Mit dem Start der Kupferaufbereitungsanlage Nr. 3 erhöht sich die tägliche Produktion auf 5.000 Tonnen Kupferkonzentrat. Parallel wird bereits der Bau einer weiteren Anlage für 2,5 Milliarden Dollar vorangetrieben. Zusammengenommen sollen die beiden Fabriken die jährliche Produktion von Kupferkathoden von gegenwärtig 148.500 Tonnen auf 300.000 Tonnen steigern. Das Wachstum bei Gold soll von 20 auf 33 Tonnen, bei Silber von 161 auf 203 Tonnen und bei Molybdän von 850 auf 1.700 Tonnen pro Jahr betragen.

Für Usbekistan ist dies nicht nur ein industrieller Erfolg, sondern ein klares Signal: Mit strategischem Rohstoffmanagement, technologischer Modernisierung und gezielter Fachkräfteentwicklung setzt das Land auf nachhaltiges Wachstum in der Wirtschaft, in den Regionen des Landes und der Gesellschaft.

aro.

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