„Energien der Zukunft“: das ambitionierte Thema der für 2017 geplanten Weltausstellung in Astana braucht professionell ausgebildete Mitarbeiter. Diesem Bedarf nimmt sich ein neues deutsch-kasachisches Projekt im Bereich der Weiterbildung an.

Windkraft- oder Solaranlagen müssen nicht nur einfach aufgestellt werden, sie bedürfen regelmäßiger Wartung. Derzeit herrscht in Kasachstan noch ein großer Mangel an Mitarbeitern, die moderne Anlagen zur Erzeugung alternativer Energien richtig bedienen können. Das treibt auch die Kosten beim Einsatz erneuerbarer Energien in Kasachstan in die Höhe: Es werden Fachkräfte für die Bedienung solcher Anlagen aus dem Ausland geholt.

Die Weltausstellung Expo 2017 soll nach dem Willen von Staatsoberhaupt Nursultan Nasarbajew das schöpferische Potential Kasachstans aufzeigen und Anregungen zur innovativen Entwicklung des Landes geben. Als Partner hierbei wird vor allem Deutschland betrachtet. Eine Konferenz in Astana war Ende März dem Technologie- und Bildungstransfer im Rahmen von Nachhaltigkeit und Expo 2017 gewidmet. Vorgestellt wurde dort unter anderem ein Projekt im Bereich der Berufsbildung.

Interesse am dualen Ausbildungssystem

Das duale Ausbildungssystem, bei dem man im Betrieb den praktischen, auf der Berufsschule den theoretischen Teil der Ausbildung absolviert, wie es aus Deutschland bekannt ist, stößt bereits seit einiger Zeit auf Interesse in Kasachstan. Viele Berufsschulen haben schon einige Elemente dieses Systems eingeführt. Daneben bieten nur wenige Bildungseinrichtungen Weiter- und Fortbildungsprogramme an: Vorreiter sind dabei beispielsweise die Betriebssuniversität „Samruk-Kazyna“ und die Internationale Berufsakademie „Turan-Profi“. In Planung ist derzeit die Gründung einer beruflichen Akademie in Kasachstan nach deutschem Vorbild. Dabei soll das deutsche System nicht einfach kopiert, sondern für die Nachfrage in Kasachstan adaptiert werden.

Der Plan der Initiatoren um Matthias Kramer, den ehemaligen Rektor der Deutsch-Kasachischen Universität in Almaty und Mitinitiator der Gründung der Deutsch-Kasachischen Akademie für duale Ausbildung sieht vor, dass die Studierenden dieser Bildungseinrichtung ein Praktikum bei deutschen Unternehmen in Kasachstan machen. Insgesamt haben nach der Konferenz 22 deutsche Unternehmer eine Absichtserklärung unterschrieben und dadurch ihre weitere Teilnahme am Projekt bestätigt. Dabei wurde ein gemeinsames Interesse sichtbar: Die deutschen Unternehmen in Kasachstan haben einen bedeutenden Bedarf an Fachkräften im Bereich des mittleren Managements bis hin zu Führungskräften.

Ausbildung in Deutschland

Was den Studienaufbau der zukünftigen Akademie angeht, ist außerdem geplant, einen Teil der Schulungszeit in Deutschland zu absolvieren. Überdies ist vorgesehen, auch den Unterricht unter Leitung deutscher Lehrkräfte zu veranstalten. Obwohl die Akademie zur Verwirklichung der Expo-Ziele gegründet wird, soll sie auch nach Ende der Ausstellung weiter existieren. Nach der Prognose von Experten wird die Weltausstellung in ihrer Vorbereitungsphase eine Tendenz zur nachhaltigen Entwicklung in der Republik schaffen. Und damit sind Technologien und Innovationen unverzichtbar, die wiederum ständig neue Fachkräfte benötigen.

Von Xenia Sutula