In diesem Jahr feiert die Bewegung der Deutschen „Wiedergeburt“ ihr 35-jähriges Bestehen, dem die Redaktion der Deutschen Allgemeinen Zeitung eine Sonderausgabe gewidmet hat (Nr. 12 vom 28. März 2024). Nach der Allunionskonferenz im März in Moskau begannen überall in der Union „Wiedergeburt“-Gesellschaften zu entstehen. So wurde am 19. Juni 1989 in Alma-Ata die republikanische gesellschaftspolitische, kulturelle und bildungspolitische Gesellschaft der Sowjetdeutschen „Wiedergeburt“ registriert.

Ende der 1980er Jahre lebte die Hälfte der deutschen Gesamtbevölkerung des Landes in der Kasachischen SSR.

8.708 Deutsche wurden in lokale Räte gewählt, zehn in den Obersten Sowjet der Kasachischen SSR. Und fünf Deutsche aus Kasachstan, die die ganze Union kannte, wurden Volksdeputierte der UdSSR. A. Braun – Erster Sekretär des Gebietsparteikomitees von Zelinograd, G. Schojk – Direktor des medizinisch-chemischen Kombinats von Ostkasachstan, V. Widiker – Direktor des Staatsbetriebs Suworowskij im Gebiet Pawlodar, E. Neff – Melker des Staatsbetriebs Proletarskij im Gebiet Karaganda, A. Berger – Direktor des Lehr- und Versuchsbetriebs im Gebiet Kustanaj.

Unter den Direktoren staatlicher Betriebe waren 169 Deutsche, 20 Personen wurden für ihre Verdienste um das Land mit dem Ehrentitel Held der sozialistischen Arbeit ausgezeichnet, 91 erhielten den Lenin-Orden. Und von 20 Deutschen, den Mitgliedern des Schriftstellerverbandes der UdSSR, lebten zwölf in Kasachstan.

Erinnerungen von Veteranen

Iwan Egorowitsch Sartison, ein Veteran der „Wiedergeburt“-Bewegung, persönlich bekannt mit vielen Aktivisten, Teilnehmer aller Konferenzen, langjähriger Korrespondent der deutschen Zeitungen „Neues Leben“ und „Freundschaft“ („Deutsche Allgemeine Zeitung“), der viele Jahre lang die Gesellschaft der Deutschen von Almaty leitete, teilt seine Erinnerungen:

„Ich war von Anfang an, seit 1989, ein Aktivist der ‚Wiedergeburt‘. Ich lebte in Almaty und war im Vorstand des Kulturzentrums, das damals von Konstantin Ehrlich, dem Herausgeber der deutschen Zeitung Freundschaft, geleitet wurde. Auf den Seiten von ‚Neues Leben‘ und ‚Freundschaft‘ versuchte er stets, die Probleme seines Volkes zu behandeln. Das nationale Thema zog immer die Aufmerksamkeit auf sich und blieb über viele Jahre das führende.

Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass die gesamte Arbeit auf freiwilliger Basis geleistet wurde. Die Menschen arbeiteten für das Wohl ihres Volkes, ohne Rücksicht auf ihre persönliche Zeit oder ihr Geld. Damals war das Problem der Auswanderung akut, wir sprachen mit fast allen Menschen, die auswanderten, und versuchten, allen zu helfen. Außerdem arbeiteten wir an der Schaffung regionaler Strukturen der Deutschen in ganz Kasachstan. Das war unsere Hauptaufgabe zu dieser Zeit. Eine herausragende Rolle in der Bewegung der Deutschen in Kasachstan spielten damals Eduard Airich, Ehrentrainer der UdSSR, und Adam Merz, Mitarbeiter des Deutschlandfunks.

Im Jubiläumsjahr möchte ich das, was wir erarbeitet haben und heute haben, bewahren. Wir sind der deutschen Regierung sehr dankbar für die jahrelange Unterstützung der deutschen Volksgruppe in Kasachstan. Es ist wichtig, nicht bei dem Erreichten stehen zu bleiben, sondern die Arbeit an der Erhaltung der deutschen Sprache fortzusetzen, vor allem mit Kindern, um Möglichkeiten des Unterrichts zu finden, wo es nur wenige wünschen. Dies wird dazu beitragen, die Kontinuität der Generationen zu bewahren, und unsere langjährige Arbeit wird nicht in Vergessenheit geraten.“

Gewinn von aktiven und verantwortungsbewussten Menschen

Im Jahr 1989 wurde die Almaty-Gesellschaft der Deutschen „Wiedergeburt“ zu einer der ersten regionalen Gesellschaften in der Republik. Nach dem Ausscheiden von Iwan Sartison im Jahr 2008 übernahm Ljudmila Nabokowa die Betreuung der Deutschen in der Region. Sie erzählte den Lesern der deutschen Zeitung, was in diesen Jahren getan wurde:

„Das Wichtigste ist, dass es uns gelungen ist, eine große Anzahl von Menschen mittleren Alters und junger Menschen für die Organisation zu gewinnen. Es wurden kreative Gruppen gegründet (die Gesangsgruppe ‚Die Flöte‘, die Choreographiegruppe ‚A-Tanzen‘ und das Jugendtheaterstudio ‚A-Theater‘), neue Bildungs- und Kreativkreise wurden sowohl in Almaty als auch in den Siedlungen Jessik, Kaskelen, Talgar und Fabritschnij eröffnet.

Die Regionalgesellschaft Almaty ist in der Stadt und der Region bekannt geworden durch die Herstellung enger Kontakte zum deutschen Generalkonsulat und die Organisation und Durchführung großer kultureller Veranstaltungen (Schützenfest, Weihnachtsmarkt, Tag der deutschen Kultur) mit dessen Unterstützung. In all diesen Jahren beteiligt sich die Gesellschaft aktiv an der Realisierung des zwischenstaatlichen kasachisch-deutschen Programms der kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit zur Unterstützung der Bürger deutscher Nationalität in Kasachstan.

Heute nimmt die Gesellschaft der Deutschen von Almaty den zweiten Platz unter allen regionalen Gesellschaften nach den Ergebnissen der durchgeführten Projekte ein. Dabei handelt es sich um Kultur-, Bildungs-, Sozial- und Jugendprojekte.“

Welche Projekte sind in der Gesellschaft am meisten gefragt?

An erster Stelle steht natürlich die Arbeit an der Organisation von Deutschkursen. In den letzten Jahren ist es uns gelungen, diese in den Orten Kunajew, Kaskelen, Turgen und Fabritschnij wieder aufzunehmen. Das soziale und humanitäre Projekt zur Unterstützung unserer Senioren, darunter „Alt und Jung. Dialog der Generationen“, das auf die Interaktion mit jungen Menschen abzielt, von der Unterstützung bis zum Erfahrungstransfer und der Teilnahme an Bildungs- und Kulturveranstaltungen. Die Jugendclubs, die Studentenbetreuung und die Begegnungszentren sind gefragt. Dank der aktiven Arbeit der Teilnehmer wurden in den letzten Jahren Zweigstellen des Begegnungszentrums in den Städten Jessik, Talgar und Kargaly eröffnet sowie Jugendclubs in Jessik und Kaskelen.

Wen würden Sie unter den Aktivisten oder Mitarbeitern hervorheben, die einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Gesellschaft geleistet haben?

Von den Mitarbeitern ist es in erster Linie Oksana Focht, die Koordinatorin der Begegnungszentren, dank der die Gesellschaft einen neuen Impuls in der Entwicklung der ethnisch-kulturellen Ausrichtung erhielt. Mit ihrer Ankunft begann der Zustrom von neuen Deutschen. Man kann Oksana nur um ihre Fähigkeit beneiden, die Menschen mit ihren Ideen und Bemühungen zu begeistern und zu interessieren!

Natürlich möchte ich auch die gesamte Zusammensetzung des Rates der Deutschen der Gesellschaft erwähnen, ohne die heute keine ernsthafte Entscheidung getroffen werden kann. In erster Linie ist es Jewgenij Angelcher, unser Hauptsponsor aller Veranstaltungen und die Juristin Swetlana Mosolowa-Seifert, unser Schutzengel. Diese und die „goldenen“ Jugendlichen in der Person von Artur Bemm und Mstislaw Borisenko, die immer bereit sind zu helfen und zu unterstützen. Und alle anderen zehn Mitglieder des Rates sind nach bestem Wissen und Gewissen bereit, nicht nur zu diskutieren und Entscheidungen zu treffen, sondern auch bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zu helfen.

Autorin: Olesja Klimenko.

Übersetzung: Annabel Rosin.

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