In Kasachstans Hauptstadt kommen am Mittwoch und Donnerstag die Mächtigen der (nicht-westlichen) Welt zusammen. Früher als alle anderen landete bereits Chinas Staatschef, der mit seinem kasachischen Amtskollegen viel zu besprechen hatte.

Mit großem Pomp hat Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew am Dienstag den wohl mächtigsten Gast empfangen, der am Mittwoch und Donnerstag am Gipfeltreffen der Staatschefs der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit teilnimmt: Chinas Präsident Xi Jinping. Der Führer der Volksrepublik ist bereits zum wiederholten Mal innerhalb relativ kurzer Zeit in Kasachstans Hauptstadt Astana, was auch den gestiegenen chinesischen Einfluss in Kasachstan und der Region demonstriert.

Nach einer Flugeinlage zu Ehren des Gastes aus Peking begannen im Präsidentenpalast Akorda die bilateralen Gespräche zwischen den beiden Staatsmännern, die später durch Verhandlungen im erweiterten Format ergänzt wurden. An Worten der gegenseitigen Wertschätzung mangelte es dabei zwischen beiden Seiten nicht. China sei für Kasachstan nicht bloß ein guter Nachbar, sondern ein enger Freund, erklärte Kasachstans Präsident. Sein chinesischer Amtskollege sprach von ewiger Freundschaft, tiefem gegenseitigem Vertrauen und Solidarität.

„Wie auch immer sich die internationale Situation ändert – unser Wunsch, diese Freundschaft aufrechtzuerhalten, unsere Entschlossenheit, eine vielfältige Zusammenarbeit zu entwickeln, unser Engagement für gegenseitige Unterstützung in Schlüsselfragen und unser Vertrauen in das Erreichen nationaler Entwicklungsziele werden unverändert bleiben“, sagte Xi wörtlich.

Handel auf Rekordniveau

Doch beim Aufeinandertreffen der beiden Staatschefs ging es nicht nur um warme Worte, sondern auch handfeste Ergebnisse. Gegenstand der Gespräche war unter anderem die Entwicklung der Investitionspartnerschaft in Bereichen wie E-Commerce, Produktion von Autos und Autoteilen, Transit und Transport, Logistik, Energie, Landwirtschaft, Finanzen und Tourismus.

Der Handel zwischen Kasachstan und China hat bereits jetzt ein Rekordniveau erreicht, wie Tokajew am Mittwoch hervorhob: „Im vergangenen Jahr überstieg der gegenseitige Handelsumsatz 41 Milliarden US-Dollar“, konstatierte er. Derzeit würden 45 gemeinsame Investitionsprojekte in verschiedenen Bereichen umgesetzt, die humanitären Kontakte hätten sich intensiviert. Doch nach dem Willen beider Seiten soll damit noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein.

Kulturzentren als Begegnungsstätten

So unterzeichneten Tokajew und Xi am Ende der Verhandlungen neben einer gemeinsamen Erklärung mehr als 30 Dokumente – unter anderem über eine Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den Regierungsparteien beider Länder, mehr Kooperation im technologisch-wirtschaftlichen Bereich, eine Erweiterung des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs oder über Zusammenarbeit im Bereich der für die grüne Transformation benötigten strategischen Rohstoffe.

Darüber hinaus wohnten Tokajew und Xi gemeinsam der feierlichen Eröffnung von Kulturzentren in Peking und Astana bei. Diese sollen künftig als kulturell-gesellschaftliche Begegnungsstätten zwischen beiden Ländern dienen. Einen weiteren Höhepunkt bildete zudem die Eröffnung einer Filiale der Pekinger Universität für Sprachen und Kultur auf dem Campus der Internationalen Universität Astana. Für China besonders wichtig: Tokajew bekräftigte im Rahmen der Gespräche mit Xi das Bekenntnis seines Landes zur Ein-China-Politik Pekings.

cstr.

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