Mit innovativen Projekten will Kasachstans Hauptstadt Astana zur „klugen Stadt“ werden. Das Expo-Motto „Energien der Zukunft“ wird so ergänzt um „Technologien der Zukunft“.

Es ist ein Alptraum für Touristen: allein unterwegs in einer fremden Stadt, ohne Kenntnisse der Landessprache plötzlich irgendwo in einem Fahrstuhl steckenzubleiben und stundenlang auf Befreiung aus seiner „Gefangenschaft“ warten zu müssen. In der kasachischen Hauptstadt Astana soll das nach dem Willen der Stadtverwaltung künftig nicht mehr geschehen: dank „Smart-Lifts“ und eines Dispatcherdienstes, der die Funktionen der Aufzüge per Internet kontrolliert. Derzeit sind 68 Fahrstühle an das System angeschlossen.

Die „klugen Fahrstühle“ sollen ihren Dienst in einer „klugen Stadt“ verrichten. „Smart Astana“ heißt das Programm, mit dem die Hauptstadt fit werden will für die Zukunft. Acht Projekte wurden nach Angaben der Verwaltung der Sonderwirtschaftszone „Astana – Neue Stadt“ im vergangenen Jahr bereits durchgeführt, weitere sollen bis zur Weltausstellung Expo 2017 folgen. Das Expo-Motto „Energien der Zukunft“ wird so ergänzt um „Technologien der Zukunft“.

Wenn es nach dem Willen von Kanysch Tuleuschin geht, soll Astana künftig zu den führenden Hightech-Städten gehören. Moderne Technologien sind jedoch für den stellvertretenden Industrieminister kein Selbstzweck, wie er bei einem Vortrag während des Astanaer Wirtschaftsforums ausführte: „Es ist wichtig, dass sie die Qualität des Lebens der Bürger real beeinflussen.“ Daneben sollen sie das Image von Astana verbessern helfen und die Hauptstadt so im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig und attraktiv für Investoren machen.

Internet für alle

Zu den Projekten im Rahmen des Programms zählt „Open WiFi“, das Bewohnern ebenso wie Gästen von Astana jederzeit den drahtlosen Internetzugang ermöglichen soll. Bereits heute gibt es in Astana einige Cafés, die drahtlosen Internetzugang anbieten und so den Charme einer fortschrittlichen Stadt ausstrahlen. Weniger begeistert vom Fortschritt sind einzig die Betreiber von Internetcafés, denen so ihre Geschäftsgrundlage verloren geht.

Ein bereits gestartetes Projekt ist die Webseite medkarta.org, ein Medizinportal für die Bevölkerung. Zu den Funktionen, die bereits freigeschaltet sind, gehört die Bestimmung des Risikos von Zucker- und Herzerkrankungen. Werdende Mütter haben die Möglichkeit, den voraussichtlichen Zeitraum für die Entbindung zu bestimmen und das Gewicht während der Schwangerschaft zu kontrollieren. Wer allerdings nicht unter diese Kategorien fällt, muss die weitere Entwicklung des ersten medizinischen Portals des Landes abwarten.

Von Xenia Sutula