Die beiden Schweizer Dieter Roth (30) und Brigitte Münch (29) haben fast ein Jahr auf dem Fahrradsattel verbracht. Sie sind vom schweizerischen Wallbach in die tibetische Hauptstadt Lhasa geradelt. Ihr Ziel hatten Sie bereits im Dezember letzten Jahres erreicht. Jetzt sind sie auf dem Rückweg – immer noch mit dem Fahrrad. Der kasachstanische Zoll hat ihnen jedoch eine längere Zwangspause verordnet.

/Foto: Ulf Seegers/

Venedig, Istanbul, Baku, Taschkent, Kaschgar, Lhasa, Kathmandu, Xian, Lanzhou und jetzt Almaty – Dieter Roth und Brigitte Münch sind weit gereist seit April vergangenen Jahres. Schon mehr als 12.000 Kilometer haben sie auf ihren Fahrrädern zurückgelegt. Nirgendwo sind sie jedoch so lange geblieben wie in Almaty. Notgedrungen, denn der kasachische Zoll hatte ihre Fahrräder beschlagnahmt. Die Grenze von China nach Kasachstan hatten die beiden Bauingenieure mit dem Zug überquert und nicht gewusst, dass sie eine separate Zolldeklaration für ihre Fahrräder ausfüllen mussten. „Lange haben wir uns damit gebrüstet, dass Zollübergänge überhaupt kein Problem für uns seien. Doch jetzt haben auch wir eine Zollgeschichte, und zwar eine, die sich sehen lassen kann“, so Roth. Das böse Erwachen kam am Bahnhof von Almaty. Der kasachstanische Zoll gab ihre Fahrräder nicht heraus. Es folgte eine wochenlange bürokratische Odyssee, die die beide mit Hilfe des schweizerischen Generalkonsulats meisterten. Nach fast drei Wochen mit unzähligen Behördenwegen hatten Münch und Roth ihre Fahrräder zurück und reisten weiter Richtung kasachstanisch-russische Grenze. „Kommt Zeit – kommt Rad!“, fasst Roth seine Erfahrungen mit der kasachischen Bürokratie zusammen. (fus)

Die Reiseberichte der zwei Weltenbummler gibt es unter: www.velosophen.ch

28/03/08