Sogar das Wetter im Gorki-Park in Almaty war wie in Deutschland im Herbst: Es regnete. Das trübte zwar ein wenig die Stimmung beim diesjährigen Café.de, das bunte Programm sorgte dennoch dafür, dass die Besucher einen Einblick in Kultur, Wirtschaft und Sprache Deutschlands bekamen. Mit viel Musik, vom deutschen Schlager bis zur Rockmusik, sowie verschiedenen Theatervorführungen und Kinderschminken sollten die Almatiner für Deutschland begeistert werden.

/Bild: Elena Schepel. ‚Trotz nass-kaltem Wetter informieren sich viele Besucher über die deutschen Organisationen. ‚/

„Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n“ – so schallt es einem schon am Eingang des Gorki-Parkes entgegen. Die lautstarke Musik leitet einen direkt vor die Bühne und damit zum Café.de. Gerade macht „Maximum“, eine Band aus Kostanai, mit deutschen Schlagern Stimmung. Neben Wolfgang Petry kommt auch ihre Interpretation von Howard Carpendales „Das schöne Mädchen von Seite Eins“ bei den Zuschauern gut an. Aber es gibt noch weitere musikalische Genüsse an diesem Nachmittag.

Buntes Programm

So wie die junge Band der Deutsch-Kasachischen Universität. Die Studenten rocken zu internationalen Titeln und zeigen, was sie drauf haben. Und Merej, eine Schülerin aus Pawlodar, singt zwei ihrer selbst geschriebenen Lieder. Mit einem davon, „Wir lieben und leben“, hat sie beim Songschreiberwettbewerb „Deine Stimme“ des Goethe-Instituts im vergangenen Jahr den dritten Platz in Kasachstan gemacht. Musikalischer Höhepunkt ist die Essener Band „Festland“, die als letzter Beitrag auf dem Programm steht. Die Mischung aus verschiedenen Musikstilen, irgendwo zwischen Minimal House, Jazz, Pop, Rock und Ska ist einzigartig und zeigt, wie kreativ die Musikszene in Deutschland ist. Mitreißend ist die Musik auch, viele tanzen und bei der Zugabe stürmen ein paar Studenten die Bühne und feiern sich und die Band.

Dauerregen: Verkürzung des Programms

Neben den Musikbeiträgen gibt es aber noch mehr zu entdecken: Schüler der Schule Nummer 68 singen, spielen Theater und tragen Goethes Gedichtklassiker, den Erlkönig, vor. An den sieben Ständen können sich die Besucher über verschiedene deutsche Organisationen aus dem Bildungsbereich informieren. Auch einige Firmen sind vertreten: Die deutsche Firma Bayer und die kasachstanische Firma Mercur Auto Ldt. informieren die Besucher über ihr Engagement vor Ort.

Es könnte also alles so schön sein, wäre da nicht der Dauerregen, aufgrund dessen es viele Gäste nicht lange in dem nass-kalten Park aushalten. So sehen sich die Veranstalter des Café.de‘s, das Goethe-Institut Kasachstan und die Deutsch-Kasachische Universität, gezwungen, das Programm um zwei Stunden zu verkürzen. Doch wer an diesem Nachmittag zu Gast im Gorki-Park war, konnte trotzdem erleben, wie vielfältig Deutschlands Kultur ist und wie viele junge Menschen mit Begeisterung Deutsch lernen.

Festland

Die Gruppe Festland – das sind Thomas Geier (Drums), Joachim Schaefer (Keyboard) und Dietmar Feldmann (Bass). Und ein befreundeter Maler namens Fabian Weinecke, der die Texte schreibt, die Thomas und Joachim auf der Bühne vortragen. Anfang der 90er Jahre als Studentenband gegründet, haben Festland mittlerweile ihr zweites Studioalbum „Welt verbrennt“ herausgebracht und spielen in Clubs in ganz Europa auf. Ihr Stil ist eigenwillig und befindet sich irgendwo zwischen leichter deutscher Popmusik, Clubsounds, Minimalhouse, wilden Ska-Elementen und gechilltem Reggae. Ihre Texten klingen nach Sehnsucht, Trauer und der Wunsch nach einer besseren Welt, aber trotzdem unverkrampft und leicht.

Von Kathrin Justen