Was bedeuten Respekt und Toleranz? Was brauchen wir für ein gutes Miteinander? Und vor allem: Wie kann man das erreichen? All das diskutierten die zwölf jungen Deutschlernenden, die sich am 10. Oktober zu einem Workshop im Rahmen des internationalen Comic-Projekts Respekt in der Puschkin-Bibliothek in Schymkent einfanden.

Respekt – hinter diesem Namen verbirgt sich ein gemeinsames Projekt vom Goethe-Institut Moskau, Youth Human Rights Movement und dem Moskauer Comicfestivals „KomMissia“, das bereits im Jahr 2011 initiiert wurde. Anhand von kleinen Comic-Heften, gestaltet von KünstlerInnen aus verschiedenen Ländern, sollen Respekt und Toleranz vermittelt werden. Seit einigen Jahren läuft das Projekt in verschiedenen Ländern sehr erfolgreich. Mit den deutschsprachigen Heften fanden nun die ersten Respekt-Workshops in Kasachstan statt.
Zu Beginn des Workshops, den die Sprachassistenten des Goethe-Instituts Almaty im Rahmen der Fördermaßnahmen für die deutschsprachige Minderheit durchführten, wurden die Teilnehmenden mittels eines kleinen Spiels für Ungleichheiten in der Gesellschaft sensibilisiert. Sie schlüpften in verschiedene Rollen – von der erfolgreichen Geschäftsfrau, über die alleinerziehende Mutter und Verkäuferin bis hin zum Alkoholiker – und mussten sich entsprechend der eigenen Wahrnehmung ihrer Rolle zu verschiedenen Aussagen positionieren. Anschließend erarbeiteten die TeilnehmerInnen anhand von diversen Übungen die Bedeutung der Begriffe Respekt und Toleranz.

Das gemeinsame Lesen und Diskutieren von „Genau wie die Anderen“, einem Comic des St. Petersburger Künstlers Wladimir Lopatin, der die Beurteilung anderer Menschen anhand ihres Aussehens zum Thema hat, bot einen weiteren Bezug zum Alltag sowie die Möglichkeit zur Reflexion der eigenen Verhaltensweisen. Als Höhepunkt des Workshops durften sich die TeilnehmerInnen selber künstlerisch austoben und in einem aus sechs Bildern bestehenden Mini-Comic ihre eigene Geschichte von Respekt und Toleranz erzählen. Hierzu erhielten sie kleine Anregungen, wie sie mit einfachen Mitteln die eigenen HeldInnen gestalten können. Heraus kamen wundervolle Geschichten, die zwar sich teilweise als Tragödie offenbarten, aber in der Regel doch ein glückliches Ende fanden.

Auch in Aktöbe, wo ein weiterer Respekt-Workshop stattfand, stieß das Projekt auf reges Interesse: Hier waren es sogar 22 Deutschlernende, die am 13. Oktober im Gebäude der Volksversammlung Kasachstans zusammenkamen, um an dem Workshop teilzunehmen. Die buntgemischte Gruppe aus deutschstämmigen SeniorInnen, Germanistik-Studentinnen und SchülerInnen eines örtlichen Gymnasiums ergänzte sich prima bei der Erarbeitung der Bedeutung von Respekt und Toleranz für ein gemeinsames Miteinander. Hierbei kamen viele gezeichnete Geschichten zustande. Nach dem erfolgreichen Start von Respekt in Kasachstan werden weitere Workshops in anderen Städten Zentralasiens folgen.

Weitere Infos zu Respekt: respect.com.mx/de

Robin Roth