Zusammen in die Zukunft

Steinmeier mit Ehefrau vor der neugebaute lutherischen Kirche: erfreut über das Buch zur Geschichte der Kasachstandeutschen.
Steinmeier mit Ehefrau vor der neugebaute lutherischen Kirche: erfreut über das Buch zur Geschichte der Kasachstandeutschen. | Bild: Veronika Likhobabina | DAZ

Der Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier befand sich auf einem dreitägigen Besuch in Kasachstan. Anlass dessen war der deutsche Nationentag auf der EXPO 2017. Auf dem Programm standen neben dem Besuch des EXPO-Geländes und politischen Gesprächen auch Treffen mit Vertretern von Kasachstandeutschen.

Deutsche in Kasachstan sind diese Tage sehr stolz, denn der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Gattin Elke Büdenbender eröffneten ihren offiziellen Besuch in Kasachstan mit den wichtigsten Vertretern der deutschen Minderheit. Bei der Einweihung einer lutherischen Kirche hielt der Bundespräsident eine Festrede.

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Besondere Verbindung

Steinmeier, der bereits in der Vergangenheit mehrfach in Kasachstan zu Besuch und mit Vertretern der Kasachstandeutschen im Gespräch war, betonte die Einzigartigkeit des Treffens in einem christlichen Sakralbau: „Dass wir uns in einer neuen lutherischen Kirche im Jahr des Reformationsjubiläums treffen, ist ein ganz besonders schönes Zeichen.“

Der ausführliche Besuch des Bundespräsidenten galt auch dem 25-jährigen Jubiläum seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Kasachstan und Deutschland. Hierbei stellte er die besondere Rolle der Kasachstandeutschen heraus: „Die Beziehungen sind eng (…) weil wir eine ganz besondere – eine menschliche – Brücke zwischen unseren beiden Ländern, zwischen Deutschland und Kasachstan, haben.“

Im Rahmen des diplomatischen Jubiläums traf sich Steinmeier mit dem Präsidenten Kasachstans Nursultan Nasarbajew. Das Treffen repräsentierte symbolisch die stabilen Beziehungen beider Länder – auf wirtschaftlicher und kultureller Ebene.

Energiewende als Wirtschaftszweig

Zusammen besuchten die Staatsmänner das EXPO-Gelände und die deutschen und kasachischen Länderpavillons. Steinmeier zeigte sich beeindruckt von Astana als auch dem Ausstellungsgelände: „Was herrscht hier für eine Neugier, was herrscht hier für ein Ehrgeiz. Man sieht es in der Architektur der Stadt und man sieht es in der futuristischen Architektur in den Gebäuden der EXPO.“

Deutschland, das sich bereits mit einem Marktanteil von 30% „grünen“ Stroms aus erneuerbaren Energien brüsten kann, setzt auf diese Wachstumsbranche. Ihren „innovativen Mittelstand“ aus dem Bereich der Energietechnologien preist neben Steinmeier auch der deutsche EXPO-Pavillon an.

Wie sehr Energieeffizienz und die dazugehörigen Wirtschaftszweige und Technologien Deutschland am Herzen liegen, zeigte nicht nur die akribische Umsetzung des ausgeklügelten Pavillon-Konzepts. Das EXPO-Thema rund um erneuerbare Energien, „Future Energy“, wurde somit auch Thema in den politischen Gesprächen.

Bau der grünen Zukunft

Bei dem ehrgeizigen Ziel Kasachstans, bis 2050 den Anteil erneuerbarer Energien im Land von dem jetzigen 1% auf 50% zu steigern, wird Deutschland gern behilflich sein.

Auch in seiner Eröffnungsrede zum deutschen Nationentag auf der EXPO wurde dies deutlich: „Ich wünsche dieser EXPO viele Gäste. Ich wünsche, dass diese Ausstellung ein Ort wird, an dem diskutiert wird, an dem ein Wettbewerb der bestmöglichen Lösungen praktiziert wird; ein Ort an dem Kooperationen entstehen, auch zwischen Deutschland und Kasachstan. Kurz: dass dies ein Ort wird, an dem Zukunft gemacht wird. Und an dem Bau dieser Zukunft möchten wir uns gerne beteiligen.“