Im Januar 2026 lieferte Kasachstan 310.000 Tonnen Rohöl nach Deutschland und stärkt damit seine Rolle als wichtiger europäischer Energiepartner. Zusätzlich gingen weitere 106.000 Tonnen über alternative Routen an andere internationale Märkte.
Im Januar 2026 hat Kasachstan rund 310.000 Tonnen Rohöl nach Deutschland exportiert und damit deutlich mehr als im Januar des Vorjahres. Die Lieferungen erfolgten über das Druschba-Pipelinesystem und lagen rund 2,4-mal höher als im gleichen Monat des Vorjahres. Unabhängig davon wurden im selben Zeitraum weitere rund 106.000 Tonnen kasachischen Öls über die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline transportiert. Diese Mengen waren für andere internationale Absatzmärkte bestimmt und wurden dementsprechend nicht den Lieferungen nach Deutschland zugerechnet.
Das für Deutschland bestimmte Öl wird über das Transneft-Netzwerk nach Mitteleuropa geleitet und versorgt unter anderem die Raffinerie in Schwedt. Die Anlage in Brandenburg spielt eine zentrale Rolle für die Versorgung mit Benzin, Diesel und Heizöl in Nord- und Ostdeutschland, insbesondere nachdem die russischen Lieferungen in den vergangenen Jahren zurückgegangen sind.
Um einen stabilen und zuverlässigen Transit kasachischen Öls entlang der gesamten Route zu gewährleisten, unterzeichnete KazTransOil im Dezember 2025 ein Kooperationsabkommen mit dem polnischen Pipelinebetreiber PERN. Das Abkommen legt operative Abläufe, Dokumentationsanforderungen sowie die Aufteilung von Funktionen und Verantwortlichkeiten an den Umschlagpunkten fest und soll die Koordination zwischen den Pipelinebetreibern entlang der europäischen Transitländer stärken.
KazTransOil betont, dass die Partnerschaft mit PERN strategische Bedeutung hat, um den Ölfluss nach Deutschland und anderen europäischen Märkten langfristig sicherzustellen. Die Vereinbarung soll dazu beitragen, ein effizienteres und besser vorhersehbares Transitsystem aufzubauen und somit die langfristige Exportstrategie Kasachstans angesichts der sich in Europa stetig wandelnden Energiemärkte zu unterstützen.
Wichtiger alternativer Lieferant
Kasachstan hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend als ein wichtiger alternativer Lieferant für Europa etabliert. Das Land verfolgt eine klare Strategie zur Diversifizierung seiner Exportwege, um geopolitische Risiken zu minimieren und den Zugang zu verschiedenen Märkten abzusichern.
Die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline ermöglicht dabei den Export in Richtung Mittelmeer und bietet die Möglichkeit, auch Märkte außerhalb Europas zu bedienen. Gleichzeitig verringert diese Route die Abhängigkeit von russischen Transit- und Hafeninfrastrukturen, deren Nutzung durch westliche Sanktionen, politische Spannungen und veränderte Handelsbedingungen zunehmend eingeschränkt ist.
Bereits im Gesamtjahr 2025 hatte Kasachstan seine Öllieferungen nach Deutschland deutlich gesteigert und mit einem Plus von mehr als 44 Prozent insgesamt über 2,1 Millionen Tonnen geliefert. Für 2026 gehen KazTransOil und Branchenbeobachter von einem weiteren Anstieg auf etwa 2,5 Millionen Tonnen aus.
Die Entwicklung verdeutlicht die wachsende Bedeutung Kasachstans für die europäische Energieversorgung und unterstreicht die Rolle stabiler Partnerschaften entlang der Transportrouten. Experten sehen in der strategischen Zusammenarbeit mit europäischen Pipelinebetreibern nicht nur einen praktischen Vorteil für einen stabilen Ölfluss, sondern auch einen geopolitischen Schritt, der Kasachstan als zuverlässigen Partner in einem zunehmend dynamischen globalen Energiemarkt positioniert.

























