Berlin stand Mitte Januar ganz im Zeichen der internationalen Agrar- und Ernährungspolitik. Am Rande des Global Forum‘s for Food and Agriculture (GFFA) und anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Grünen Woche beschlossen Kasachstan und Deutschland, ihre Zusammenarbeit in Landwirtschaft, Handel und Wasserwirtschaft zu intensivieren.

Eine kasachische Regierungsdelegation unter Leitung des Ministers für Handel und Integration, Arman Sсhakkalijew, nahm an der Konferenz teil und führte zahlreiche bilaterale Gespräche mit deutschen und internationalen Partnern. Im Mittelpunkt standen die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, der Ausbau nachhaltiger Ernährungssysteme sowie Fragen des Marktzugangs und der Logistik.

Im Rahmen seines Berlin-Besuchs traf Minister Schakkalijew unter anderem mit Bundesminister Alois Rainer, Thomas Steffen, dem Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Michael Harms, dem Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, sowie mit Jean-Marie Paugam, der ein stellvertretender Generaldirektor der Welthandelsorganisation (WTO) ist, zusammen. Die Gesprächspartner erörterten Perspektiven für den bilateralen Handel, Möglichkeiten zur Diversifizierung der Exporte und Maßnahmen zur Stärkung sicherer und effizienter Transportketten.

Ein inhaltlicher Schwerpunkt war der Runde Tisch „Kazakhstan–Germany Agro & Water Nexus“, der im Rahmen des GFFA in Berlin stattfand. Die Veranstaltung brachte Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beider Länder zusammen. Begrüßt wurden die Teilnehmenden unter anderem vom Botschafter der Republik Kasachstan in Deutschland, Nurlan Onzhanov, sowie vom Vize-Landwirtschaftsminister Asat Sultanow.

Diskussion über weitere Kooperationsfelder

Diskutiert wurden konkrete Kooperationsfelder wie der Technologietransfer in der Landwirtschaft, die Einführung wassereffizienter Lösungen, die Digitalisierung agrarischer Prozesse und der Aufbau nachhaltiger Produktionssysteme. Mehr als 40 Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen tauschten sich über bestehende Projekte und neue Partnerschaftsmodelle aus.

Die kasachische Seite hob hervor, dass die Landwirtschaft eine Schlüsselrolle für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes spiele. Präsident Kassym-Schomart Tokajew hatte wiederholt betont, dass Qualität, Nachhaltigkeit, höhere Verarbeitungstiefe und Innovation zentrale Leitlinien für den Agrarsektor seien. Die Zusammenarbeit mit Deutschland, insbesondere in den Bereichen Agrartechnologie, Saatgutzucht und Wasserressourcen-Management, biete hierfür eine solide Grundlage.

Auch die wirtschaftlichen Kennzahlen unterstreichen die wachsende Bedeutung der bilateralen Beziehungen. Der Handelsumsatz zwischen Kasachstan und Deutschland erreichte von Januar bis November 2025 3,91 Milliarden US-Dollar. Die kasachischen Exporte nach Deutschland stiegen im gleichen Zeitraum um 7,9 Prozent auf 1,17 Milliarden US-Dollar.

Abgerundet wurde der Besuch durch die Teilnahme der kasachischen Delegation an einem offiziellen Empfang des deutschen Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Heimat. Die Gespräche in Berlin machten deutlich, dass Kasachstan und Deutschland ihre strategische Partnerschaft im Agrar- und Ernährungsbereich weiter ausbauen wollen, wobei der Blick insbesondere auf Innovation, Nachhaltigkeit und langfristige Ernährungssicherheit gerichtet wird.

DAZ

Teilen mit:

Hinterlasse eine Antwort

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein