Nicht nur in Deutschland, sondern auch im fernen Almaty wurde die deutsche Bundestagswahl mit Spannung beobachtet. Wie Studierende der DKU den Wahlabend erlebten.

Am 26. September wurde in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Nicht nur in Deutschland selbst saßen die Menschen am Wahlabend gebannt vor den Fernsehbildschirmen, um die Ergebnisse zu erfahren. Auch der Rest der Welt schaute an jenem Sonntag gebannt nach Berlin. Zum einen, weil sich unter der künftigen Bundesregierung auch einige Aspekte der deutschen Außenpolitik verändern dürften. Zum anderen, weil viele deutsche Bürger aus verschiedenen Gründen die Wahl aus dem Ausland beobachten mussten. Zwei von ihnen, die Dozenten Bartholomäus Minkowski und Thorsten Kaesler, ließen uns auf besondere Weise an den Ereignissen in der fernen Heimat teilhaben: Sie organisierten eine kleine „Wahlparty“ für Studierende der Deutsch-Kasachischen Universität.

Spannendes Rennen um die Spitze

Und diese nahmen das Angebot gern an, denn die Wahl hatte einen richtungsweisenden Charakter. Erstmals nach 16 Jahren trat die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht mehr als Spitzenkandidatin ihrer Partei an. Die Nachfolge versprach, spannend zu werden. Schließlich schickten nicht nur CDU/CSU und SPD, sondern auch die Grünen eine Kanzlerkandidatin in aussichtsreicher Position ins Rennen. Spannend auch die Umverteilung der Kräfteverhältnisse an der Spitze: Die Umfragen im Vorfeld der Wahl hatten darauf hingedeutet, dass die SPD nach vielen Jahren die Union als stärkste Kraft ablösen könnte. Bestätigen sollte sich dies aber erst am Wahlabend.

Unsere deutschen Freunde stellten uns verschiedene deutsche Parteien vor, darunter zunächst CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP, AfD und die Linke, die allesamt im Bundestag vertreten sind. Dabei ging es nicht nur um trockene Fakten, sondern auch um verschiedene Besonderheiten des Wahlkampfes. Interessant war für uns anschließend die Diskussion über Parteien, die nicht so groß und anerkannt sind, aber ein großes inhaltliches Spektrum abbilden. Die Auseinandersetzung mit den Parteien und ihren Inhalten war spannend und unterhaltsam, da das Treffen in einer informellen Atmosphäre stattfand. Die Studierenden konnten ihre eigene Meinung äußern, und taten das manchmal auch scherzhaft.

Linke und Grüne haben bei Almatiner Studierenden die Nase vorn

Schon vor der Stimmenauszählung in Deutschland hatten wir selbst die Gelegenheit, uns für eine der Parteien zu entscheiden, wenn wir in Deutschland wählen könnten. Die meisten Stimmen wurden dabei für die Linke und die Grünen abgegeben. Das ist durchaus bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass die Linke im Vergleich zu 2017 die Hälfte der Stimmen verloren hat. Für DKU-Studierende dagegen sind diese Partei und ihre Inhalte offenbar immer noch relevant. Den geringsten Stimmenanteil erhielt unter den DKU-Studierenden die AfD. Aus diesem Ergebnis lässt sich der Schluss ziehen, dass die Themen Umweltschutz, soziale Sicherheit und Solidarität für Jugendliche in Kasachstan besonders aktuell sind.

Allen DKU-Studierenden hat die Veranstaltung gut gefallen. Sie war für uns eine tolle Gelegenheit, die Ergebnisse live zu sehen, an einer Diskussion mit deutschen Dozenten teilzunehmen, und unser Deutsch zu üben. Wir möchten daher unseren Dank für diesen wunderschönen Abend ausdrücken!

Darya Koppel und Anton Popov

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