Robert Dietrich war ein deutscher Eishockeyspieler kasachstanischer Abstammung. Er wurde 1986 in Ordschonikidse geboren, als Kind von Deutschen, die 1941 von Stalin aus der Wolgarepublik nach Kasachstan deportiert worden waren.

Im Alter von vier Jahren begann Dietrich mit dem Eishockey, nachdem seine Eltern nach Deutschland übergesiedelt waren. In seiner Jugend spielte er beim ESV Kaufbeuren. Zur Saison 2002/03 wechselte er zu den Jungadlern Mannheim und spielte dort in der Deutschen Nachwuchsliga.

2003 erwarb er an der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried die Mittlere Reife. Zur Saison 2003/04 wechselte er in die erste Mannschaft des EC Peiting. 2004/2005 spielte er für den ETC Crimmitschau und 2005/2006 für die Straubing Tigers.

Er erhielt eine Förderlizenz für den Erstligisten DEG Metro Stars und spielte zugleich in der U20-Nationalmannschaft. Während der Saisonvorbereitung 2005/06 war er bereits bei der DEG aktiv, lief aber hauptsächlich per Förderlizenz für Straubing in der Zweiten Liga auf. Mit Straubing erreichte er die Meisterschaft und stieg in die Deutsche Eishockey Liga auf.

Zur Saison 2006/2007 wechselte Dietrich fest zur DEG. Aufgrund der Förderlizenz konnte er zusätzlich beim Zweitligisten Moskitos Essen eingesetzt werden. Seine guten Leistungen in der Vorbereitung veranlassten Trainer Don Jackson, ihn von Saisonbeginn an fest in den DEL-Kader aufzunehmen.

Bemerkenswert ist dabei, dass die DEG damals zu den führenden Eishockeymannschaften Deutschlands gehörte. Dietrich überzeugte bereits in seinen ersten Spielen in der höchsten deutschen Spielklasse so sehr, dass sein Vertrag vorzeitig bis 2009 verlängert wurde.

Zur Saison 2008/09 wechselte er zu den Nashville Predators, wurde jedoch ausschließlich im Farmteam Milwaukee Admirals eingesetzt. 2010 kehrte er nach Deutschland zurück und spielte für die Adler Mannheim. 2011 löste er seinen bis 2013 laufenden Vertrag auf und wechselte zu Lokomotive Jaroslawl in die Kontinentale Eishockey-Liga, die höchste Spielklasse im russischen Eishockey.

Am 7. September 2011 kamen Robert Dietrich und zahlreiche weitere Spieler von Lokomotive Jaroslawl bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die Maschine vom Typ Jak-42 kollidierte kurz nach dem Start auf dem Flughafen Tunoschna bei Jaroslawl mit einem Antennenmast und stürzte in die Tunoschonka, einen Nebenfluss der Wolga.

Bei der öffentlichen Trauerfeier am 28. September 2011 in Kaufbeuren erklärte der Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes, Franz Reindl, dass Dietrichs Rückennummer 20 künftig nicht mehr vergeben werde.

Legenden wie Erich Kühnhackl gelten als die großen Stars des deutschen Eishockeys. Es ist an der Zeit, auch an ebenso talentierte und erfolgreiche Spieler wie Robert Dietrich zu erinnern, die zu früh aus dem Leben gerissen wurden.

Andreas Rüdig

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