Künftig erhalten Tiger, Persischer Leopard und Przewalski-Pferd einen erhöhten Schutzstatus.

Gute Nachricht für alle Tierfreunde in Kasachstan: Das Land hat seine Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten um drei Vertreter erweitert. Das teilte das Ministerium für Ökologie, Geologie und Naturressourcen am Dienstag mit. Demnach bekommen fortan der Tiger, der Persische Leopard und das Przewalski-Pferd einen erhöhten Schutzstatus, was die Umsetzung von Projekten zur Arterhaltung ermöglicht. Mit den Neuzugängen umfasst die Rote Liste jetzt insgesamt 400 Pflanzen- und 133 Wirbeltierarten.

In Kasachstan ist der Turan-Tiger im 20. Jahrhundert ausgestorben. Um die Art zu ersetzen, arbeitet das Ökologieministerium mit dem WWF und anderen Partnern an einem Projekt zur Auswilderung des Amur-Tigers in der Balchasch-Region. Der Amur-Tiger ist dem ausgestorbenen Turan-Tiger genetisch am nächsten. Das Programm ist auf einen Zeitraum von 15 Jahren angesetzt. „Es beinhaltet die Einrichtung von Lebensräumen, die Aussetzung der Tiger in die Natur und eine Auswertung des Erfolgs des Programmes“, heißt es von Seiten des Ministeriums.

Die letzten Wildpferde

Das Przewalski-Pferd ist laut der Kasachischen Assoziation zum Schutz der Biodiversität (ACBK) weltweit der letzte verbliebene Vertreter der Wildpferde. „In Kasachstan findet man die Tiere nicht in freier Wildbahn, es gibt lediglich einige Exemplare, die unter halbwilden Bedingungen im Nationalpark „Altyn-Emel“ leben“, so die ACBK. Deshalb brauche es ein Projekt zur Auswilderung der Pferdeart. „Die Steppenzone Kasachstans ist ideal geeignet für eine erfolgreiche Wiederherstellung der Population“, heißt es weiter von Seiten der Organisation. Die Artenschützer schlagen dafür das Staatliche Naturreservat „Altyn-Dala“ und den ACBK-Ökopark „Alty-Sai“ in der Region Kostanai vor.

Persischer Leopard

Der Persische Leopard lebt in Kasachstan auf dem Gebiet der südlichen Ustjurt-Wüste. Für seine Aufnahme in die Rote Liste hat die ACBK die wissenschaftliche Begründung und einen Aktionsplan mit Vorschlägen für Schutzmaßnahmen erarbeitet. Unterstützung erhielt sie dabei vom Projekt „Central Asian Desert Initiative“ (CADI), über das die DAZ bereits berichtete. „Bislang konnte man in Kasachstan einen Leoparden töten, ohne dafür groß bestraft zu werden. Das ist nun beendet worden“, kommentierte ein Vertreter von CADI die erfolgreiche Aufnahme der Leopardenart in die Rote Liste.

Für die Aufnahme des Przewalski-Pferds und des Tigers hat ebenfalls die ACBK die wissenschaftliche Begründung und den Aktionsplan erarbeitet. In letzterem Fall waren das Zoologische Institut des Kasachischen Bildungsministeriums, WWF Russland und die NGO „Nauryzm“ beteiligt. Die Aktionspläne sollen demnächst in die kasachische Gesetzgebung eingehen.

cstr.

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