In Berlin fand in der letzten Woche ein Runder Tisch zur weiteren Vertiefung der deutsch-kasachischen Zusammenarbeit im Rohstoffsektor statt. Unter dem Titel „Neue Rohstoffgewinnungsprojekte in Kasachstan – aktuell realistisch und finanziell tragfähig“ kamen über 50 Vertreter aus staatlichen Institutionen, Wirtschaftsverbänden, Finanzinstituten und führenden deutschen Unternehmen der Rohstoffbranche zusammen.

Zu den Teilnehmern zählten der Leiter der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) Peter Buchholz, der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Michael Harms sowie der Geschäftsführer des Fachverbands für Auslandsbergbau und internationale Rohstoffaktivitäten (FAB) Martin Wedig. Darüber hinaus nahmen Führungskräfte von Finanzinstituten wie der Deutschen Bank, der Commerzbank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie Vertreter namhafter deutscher Industrieunternehmen an der Veranstaltung teil.

Interesse an verstärkter Zusammenarbeit

Der Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter der Republik Kasachstan in Deutschland, Nurlan Onzhanov, betonte in seinem Grußwort die langjährige Rolle Kasachstans als verlässlicher Partner Deutschlands und Europas im Energie- und Rohstoffbereich.

Vor dem Hintergrund der globalen Energiewende und der steigenden Nachfrage nach kritischen Rohstoffen, die für Technologien zur Dekarbonisierung gebraucht werden, hat Kasachstan nach eigenen Angaben ein wachsendes Interesse an einer verstärkten Zusammenarbeit bei langfristigen Lieferbeziehungen und industriellen Partnerschaften. Onzhanov verwies auf die diversifizierte mineralische Rohstoffbasis seines Landes, auf dessen entwickelte Infrastruktur sowie qualifizierte Fachkräfte als Grundlage für nachhaltige Lieferketten.

In der anschließenden Podiumsdiskussion sprachen Buchholz, Harms und Wedig über die aktuellen Herausforderungen der Rohstoffsicherheit und unterstrichen die Bedeutung bilateraler Kooperationen. Sie hoben hervor, dass gemeinsame Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Rohstoffgewinnung über die Verarbeitung bis zur Finanzierung notwendig seien, um den steigenden Bedarf an strategischen Materialien zu decken.

Ein zentrales Thema war der Ansatz „Rohstoffe im Austausch gegen Technologien“, der vorsieht, dass Kasachstan Rohstoffe bereitstellt und im Gegenzug Zugang zu Technologien sowie industriellem Know-how aus Deutschland erhält.

Festigung der Partnerschaft

Während dreier thematischer Sitzungen, die der Podiumsdiskussion folgten, betonten Experten und Wirtschaftsvertreter das gegenseitige Interesse an einer Ausweitung der Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe und verwiesen zugleich auf die Notwendigkeit, die Transparenz in den Lieferketten zu erhöhen und moderne Technologien in kasachstanische Projekte zu integrieren.

Die kasachstanische Delegation stellte zudem heraus, dass das Land ein attraktives Investitionsklima und einen verlässlichen rechtlichen Rahmen biete, was für ausländische Investoren solide Voraussetzungen für einen erfolgreichen Markteintritt schaffe.

Von deutscher Seite wurde hervorgehoben, dass über 90 Prozent der bisherigen deutschen Investitionen in Kasachstan in den verarbeitenden Sektor fließen, was die komplementäre Ausrichtung beider Volkswirtschaften unterstreiche. Vor dem Hintergrund der sich global verändernden geopolitischen Realitäten und der wachsenden Bedeutung strategischer Rohstoffe wurde das Treffen in Berlin von den Teilnehmern als wichtiger Beitrag zur Festigung der wirtschaftlichen Partnerschaft zwischen beiden Ländern eingeschätzt.

DAZ

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