Was bringt 2018 für Kasachstan?

Kasachstan 2018
Collage: DAZ

Dank Großereignisse wie die Winter-Universiade oder die EXPO 2017 in Astana konnte sich Kasachstan im vergangenen Jahr der internationalen Aufmerksamkeit sicher sein. Doch was bringt das neue Jahr mit sich? Einige Aufgaben und Ereignisse stehen bereits fest. Ein kleiner Ausblick auf die nächsten zwölf Monate.

1. Vorsitz im VN-Sicherheitsrat

2018 beginnt für Kasachstan gleich mit einer großen Aufgabe. Am 1. Januar hat Kasachstan für einen Monat den Vorsitz im VN-Sicherheitsrat übernommen. Als erstes zentralasiatisches Land, das einen Sitz in dem Gremium hat, hat Kasachstan große Pläne. Es stehen verschiedene Debatten zu den Themen Abbau von Massenvernichtungswaffen und regionale Zusammenarbeit an. Auch die vierteljährliche Diskussion zum Nahostkonflikt fällt in die Zeit des kasachischen Vorsitzes.

Am Mittwoch kündigte das Weiße Haus an, dass sich US-Präsident Donald Trump am 16. Januar mit Nursultan Nasarbajew treffen werde. Bei dem Treffen werde es um Fragen der Sicherheitspolitik und den Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gehen. Am 18. Januar wird Nasarbajew dann in New York bei den Vereinten Nationen erwartet.

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2. Mehr regionale Zusammenarbeit

Apropos regionale Zusammenarbeit: Viel wurde im vergangenen Jahr über die vorsichtige Öffnung Usbekistans gegenüber seinen Nachbarstaaten unter dem neuen Präsident Schawkat Mirsijojew berichtet. Im Dezember kündigte der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew an, dass die Kooperation zwischen beiden Ländern 2018 auf die gleiche Stufe gehoben werden soll. Es soll das Jahr Usbekistans in Kasachstan werden. „Die Usbeken stehen unseren Menschen nah; sie sind unsere Nachbarn. Usbekistan ist ein großes Land in Zentralasien, weshalb die Kommunikation mit diesem Land immer wichtig und nützlich sein wird. Das nächste Jahr wird das Jahr Usbekistans in Kasachstan und das Jahr Kasachstans in Usbekistan sein“, so Nasarbajew.

2018 soll zudem das Jahr werden, in dem endlich der rechtliche Status des Kaspischen Meeres geklärt werden soll. Im Dezember 2017 einigten sich die fünf Anrainerstaaten Aserbaidschan, Iran, Kasachstan, Russland und Turkmenistan laut Aussage des russischen Außenministers Sergej Lawrow über die Grenzziehungen.

Bei dem jahrzehntelangen Streit, ob das Kaspische Meer rechtlich als See oder Meer einzustufen sei, geht es um Erdöl- und Erdgasreserven, die je nach Status entweder allen Ländern für die Exploration zur Verfügung stehen oder nur einem. Laut Medienberichten, soll das finale Dokument in der ersten Jahreshälfte 2018 auf einem Gipfeltreffen in Astana unterschrieben werden. Allerdings schreiben verschiedene Medien auch, dass Iran noch nicht zu einer Unterzeichnung bereit sei.

Kasachstan übernimmt zudem den Vorsitz in einer weiteren internationalen Organisation, der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS). Die OVKS ist ein von Russland geführtes Militärbündnis, zu dem noch Armenien, Belarus, Kirgisistan und Tadschikistan gehören. Es ging 2002 aus dem Vertrag über kollektive Sicherheit (VKS) von 1992 hervor.

2017 wurde eine der bisher größten Militärübungen abgehalten, an der über 12.000 Soldaten teilnahmen. Verglichen mit der NATO ist die Rolle der OVKS, global gesehen, klein, doch innerhalb des postsowjetischen Raumes ist ihre Bedeutung, insbesondere für Russlands Einfluss, nicht zu unterschätzen.

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3. Wirtschaft

Mit der Vereinbarung zwischen den erdölexportierenden Staaten vom Dezember soll die weltweite Ölproduktion gedrosselt und somit der Preisverfall von Rohöl gestoppt. Diese Entscheidung ist besonders für die Länder, deren Haushalte stark von den Öleinnahmen abhängen, wie im Falle Russlands, enorm wichtig. Mit einem steigenden Ölpreis könnte sich die kasachische Wirtschaft wieder etwas erholen; zuletzt lag das Wirtschaftswachstum nur noch bei einem halben Prozent. Das würde auch dem schwächelnden Tenge guttun, dessen Wechselkurs momentan bei knapp 400 zu einem Euro liegt und den Import ausländischer Waren teurer macht.

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1998 wurde die Hauptstadt von Almaty nach Astana in den Norden des Landes verlegt.
1998 wurde die Hauptstadt von Almaty nach Astana in den Norden des Landes verlegt. | Bild: Dominik Vorhölter

4. Astana

Die kasachische Hauptstadt feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Pünktlich dazu soll das Internationale Finanzzentrum Astana auf dem ehemaligen EXPO-Gelände eröffnet werden. Ob sich zum Jubiläum etwas an dem Namen Astana ändert, der auf Kasachisch einfach nur Hauptstadt bedeutet, bleibt abzuwarten. Schon länger ist eine Benennung nach dem ersten Präsidenten im Gespräch. Der wiegelt die Idee jedoch immer wieder ab.

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5. Sport

Der FK Astana hat es ins in der Europaliga in die Runde der 32 geschafft. Allein das ist schon ein Erfolg für das blau-gelbe Team. Ihr nächstes Spiel findet am 15. Januar gegen Sporting Lissabon statt. Bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea wird auch Kasachstan teilnehmen und hofft auf einige Medaillen. Außerdem hat das Land zur Zeit eine Kickboxweltmeisterin, die ihren Titel hoffentlich auch 2018 verteidigen kann.