Ende vergangener Woche reiste Kasachstans Erster Vizepremierminister Roman Sklyar im Rahmen eines Arbeitsbesuchs nach Berlin. Ziel der Reise, die Sklyar in Begleitung einer ranghohen Regierungsdelegation unternahm, war unter anderem die Abstimmung über eine praktische Umsetzung der Vereinbarungen, die während der gegenseitigen Staatsbesuche von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kasachstans Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew getroffen wurden.

Auf dem Plan standen unter anderem Treffen mit dem deutschen Vizekanzler und Wirtschaftsminister Robert Habeck und dem Staatssekretär des Bundeskanzleramtes Jörg Kukies. Darüber hinaus fanden ein Runder Tisch mit der Führung und Mitgliedern des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft sowie bilaterale Treffen mit mehreren deutschen Unternehmen statt.

Bei dem Treffen mit Habeck zeigte sich von deutscher Seite ein großes Interesse an Kasachstan im Zusammenhang mit der „grünen“ Transformation. Das Land bietet bekanntlich wesentlich günstigere Energiequellen, und auch die Beteiligung an großen „grünen“ Projekten erscheint attraktiv. Auch die Perspektiven in Kasachstan bei der Produktion von „grünem“ Wasserstoff, Stahl und anderen energieintensiven Produkten sind immer wieder Thema.

Der Bau eines Komplexes zur Produktion von „grünem“ Wasserstoff, den die Firma „Svevind“ im Westen Kasachstans mit einer Gesamtinvestition von rund 50 Milliarden US-Dollar vorbereitet, ist derzeit eines der größten Projekte dieser Art weltweit. Bezeichnend hierfür ist auch die Eröffnung des Deutschen Büros für Wasserstoffdiplomatie in Astana, das am 1. März dieses Jahres seine Arbeit aufgenommen hat.

Sklyar: Investitionen sind in Kasachstan sicher

Besonderes Augenmerk wurde bei dem Gespräch zwischen Sklyar und Habeck auf Fragen des weiteren Ausbaus der Handels- und Wirtschaftskooperation in vorrangigen Bereichen beider Länder wie Industrie, Energie, Handel, Transport und Logistik, Landwirtschaft usw. gelegt.

„Wir begrüßen die Aufnahme Kasachstans in die Liste der 34 Länder, für die ein günstiges Verfahren für die Bereitstellung von Investitionsgarantien genehmigt wurde. Wir glauben, dass dies nicht nur ein wichtiges Signal der Anerkennung der hohen politischen Stabilität und der Sicherheit von Investitionen in unserer Republik ist, sondern auch eine Bestätigung des Interesses an einer Ausweitung der Geschäftspartnerschaft“, betonte Roman Sklyar.

Als einen der wichtigen Kooperationsbereiche der deutschen Wirtschaft in Kasachstan nannte Robert Habeck die Zusammenarbeit im Energie- und Ressourcenbereich. Der Vizekanzler verwies auf die bestehende Zusammenarbeit zwischen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe der Bundesrepublik Deutschland und dem Nationalen Geologischen Dienst Kasachstans. Ihm zufolge könnte bis zum Sommer 2024 eine Liste konkreter Projekte für die gemeinsame Umsetzung erstellt werden.

Verstärkte Zusammenarbeit im agrarpolitischen Bereich

Beim Treffen im Bundeskanzleramt mit Jörg Kukiеs wurden Mechanismen für eine engere Zusammenarbeit der Regierungen beider Länder besprochen, um die anstehenden Großaufgaben effektiv umzusetzen. Der Leiter der kasachischen Delegation wurde auch vom Vorsitzenden des Wirtschaftsausschusses des Bundestags Michael Grosse-Brömer empfangen, der das deutsche Interesse an einer Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen mit Kasachstan bekräftigte.

Die Präsidenten-Beraterin und Sonderbeauftragte für internationale Umweltzusammenarbeit Zulfiya Suleimenova führte Gespräche über die Interaktion mit Kasachstan im Rahmen des von Deutschland initiierten G7-Klimaclubs und der Initiative „Grünes Zentralasien“ sowie über weitere Kooperationsprojekte im Umweltschutzbereich.

Der stellvertretende Landwirtschaftsminister Kasachstans Abulkhair Tamabek unterzeichnete mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im deutschen Landwirtschaftsministerium Ophelia Nick eine Gemeinsame Erklärung zu den Absichten beider Ministerien bei der Weiterentwicklung und Vertiefung der Zusammenarbeit im Rahmen des bilateralen Kooperationsprojekts „Kasachisch-deutscher agrarpolitischer Dialog“. Dieses Dokument ist die Grundlage für die Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der Landwirtschaft und der Agrarindustrie.

Beim Treffen zwischen dem Vize-Verkehrsminister der Republik Kasachstan Talgat Lastaev und dem Staatssekretär des deutschen Verkehrsministeriums Hartmut Höppner standen die Perspektiven der Beteiligung der deutschen Seite an den Projekten in Kasachstan zur Entwicklung des Verkehrssystems und zum Ausbau des Transitpotenzials des Landes im Mittelpunkt.

DAZ

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